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14-Milliarden-Euro-Deal: Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen

Vonovia-Zentrale in Bochum: 8,8 Milliarden Euro in bar Zur Großansicht
DPA

Vonovia-Zentrale in Bochum: 8,8 Milliarden Euro in bar

Übernahmekampf auf dem deutschen Immobilienmarkt: Der größte Wohnungskonzern Vonovia will die Nummer zwei der Branche kaufen. Die Offerte für die Deutsche Wohnen soll die Bildung eines Rivalen verhindern.

Die Konzentration auf dem deutschen Wohnungsmarkt schreitet weiter voran: Vonovia, mit mehr als 350.000 Wohnungen der größte Vermieter des Landes, will die Deutsche Wohnen Chart zeigen kaufen - der Konzern ist mit rund 142.000 Wohnungen derzeit die Nummer zwei der Branche. Für die Übernahme bietet Vonovia Chart zeigen 8,8 Milliarden Euro in bar, inklusive Prämien und der Übernahme von Schulden Chart zeigenhat die Offerte allerdings einen Wert von 14 Milliarden Euro, teilte der Dax-Konzern mit.

Mit dem Angebot will Vonovia seinerseits Übernahmepläne der Deutsche Wohnen vereiteln. Die hatte sich im September eigentlich mit dem drittgrößten Wohnungskonzern LEG auf eine Fusion geeinigt. So sollte ein Unternehmen mit einem Bestand von rund 250.000 Wohnungen entstehen, der Abstand zum Branchenführer Vonovia wäre kleiner geworden.

Das Management von Vonovia macht explizit zur Bedingung für seine Offerte, dass die Aktionäre der Deutschen Wohnen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 28. Oktober die Übernahme der LEG Chart zeigen ablehnen. Man sei davon überzeugt, dass das eigene Angebot eine attraktivere und strategisch sinnvollere Alternative sei, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch.

Der Branchenführer will die Übernahme auch ohne die Zustimmung des Deutsche-Wohnen-Managements durchziehen. Buch sagte in einer Telefonkonferenz, es gebe derzeit nicht einmal Gespräche, da Deutsche Wohnen ja ein Zusammengehen mit LEG bevorzuge. Was das Management wolle, sei aber ohnehin nicht mehr wichtig, betonte Buch. "Jetzt entscheiden die Aktionäre."

Zweite Großübernahme binnen einem Jahr

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hatte vor Kurzem in einem Interview eingeräumt, dass zahlreiche Investoren skeptisch seien, was die Übernahmepläne für LEG betreffe. In der Vergangenheit hatte es Insidern zufolge immer wieder Gespräche zwischen Vonovia und der Deutschen Wohnen gegeben. Zahn habe die Avancen aber stets zurückgewiesen.

Konkret bietet Vonovia den Deutsche-Wohnen-Anteilseignern nun Vonovia-Aktien und Bargeld: Für je elf Deutsche-Wohnen-Aktien sollen sie 83,14 Euro in bar und sieben Vonovia-Anteilsscheine erhalten. Dafür muss das Unternehmen erneut sein Kapital erhöhen. Das Angebot entspricht rechnerisch einem Wert von knapp 26 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie. Die Offerte liegt damit gut sieben Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag von 24,20 Euro.

Glückt die Übernahme, wächst Vonovia erneut stark. Erst Ende vergangenen Jahres hatte Vonovia - die damals noch Deutsche Annington hieß - für knapp vier Milliarden Euro die Gagfah übernommen.

fdi/Reuters

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insgesamt 62 Beiträge
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1.
dergenervte 14.10.2015
Was sagt eigentlich das Bundeskartellamt zu der Sache.
2.
thomas_gr 14.10.2015
Wie kann es sein, dass elementare Dinge wie Wohnen, Wasser, Strom, usw immer weiter auf wenige private Eigentümer übergehen? Das darf in einem Sozialstaat nie passieren. Leider ist diese Entwicklung nur mit Mut zu begegnen. Bei über 600 mutlosen Parlamentarieren sehe ich da aber keine Chance
3.
patras 14.10.2015
Wo ist das Kartellgesetz? Wie können die Mieter geschützt werden?
4. Űbernahme
digade 14.10.2015
Hallo! Kartellamt! Bitte aufwachen!
5. Völlig an den Notwendigkeiten vorbei
einwerfer 14.10.2015
Dieser Zusammenschluß schafft keine einzige Wohnung neu, und das ist es was wir jetzt dringender denn je bräuchten. Dafür zerstört dieser Zusammenschluß Arbeitsplätze (sog. Rationalisierungsgewinne beim Zusammenlegen der Verwaltung) und treibt die Mieten hoch. Denn die Gewinne für die Anteilseigner müssen ja irgendwo verdient werden. Wieder einmal zeigt es sich, dass der Markt es eben nicht richtet.
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