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Dämpfer vor Börsengang: General Motors stoppt Werbung bei Facebook

Die Nachricht kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Kurz vor dem Facebook-Börsengang wird bekannt, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors seine Werbung auf dem sozialen Netzwerk komplett stoppen will. Begründung: Anzeigen dort bringen nichts.

Facebook-Hauptquartier in Kalifornien: Risse im Geschäftsmodell Zur Großansicht
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Facebook-Hauptquartier in Kalifornien: Risse im Geschäftsmodell

Detroit - Wie Facebook im großen Stil Geld verdienen will, ist noch immer unklar - und das wenige Tage vor dem Börsengang. Nun bekommt das soziale Netzwerk auch noch einen deutlichen Dämpfer: Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat sich laut "Wall Street Journal" ("WSJ") entschieden, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten. Die Marketing-Verantwortlichen von GM seien zu dem Schluss gekommen, dass diese Art der Werbung nur wenig Einfluss auf die Konsumenten habe, schreibt die Zeitung.

Für Facebook kommt die Nachricht über den Werbestopp zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Unternehmenschef Mark Zuckerberg wirbt noch um Investoren, die Facebook-Aktien zu Höchstpreisen kaufen sollen. Erst am Dienstagmorgen hatte Facebook wegen hoher Nachfrage den Ausgabepreis angehoben und will in einem ersten Schritt insgesamt gut 15 Milliarden Dollar einnehmen.

Weil Werbung die Haupteinnahmequelle von Facebook ist, dürften die Anleger auf die Nachricht entsprechend sensibel reagieren. General Motors Chart zeigen ist einer der größten Werbetreibenden in den Vereinigten Staaten - ein Rückzug aus der Werbung bei Facebook könnte Signalwirkung haben. Dem "WSJ" sagte GM-Marketingchef Joel Ewanick, das Unternehmen überprüfe gerade seine Werbung auf Facebook, den Werbestopp bestätigte er indes nicht. Unabhängig von klassischen Anzeigen betreibt GM auch eine eigene Facebook-Website. Deren Inhalte seien "effektiv und wichtig", sagte Ewanick.

Facebook erhöht Zahl der Aktien

Mehrere US-Medien berichten zudem, dass Facebook bei seinem Börsengang am Freitag deutlich mehr Aktien auf den Markt bringen will als bisher bekannt. Wie der US-Fernsehsender CNBC berichtet, plant das Unternehmen, rund 420 Millionen Aktien anzubieten. Zuvor habe die Zahl der Aktien beim geplanten Börsengang bei etwa 340 Millionen gelegen. Die US-Börsenaufsicht SEC solle am Mittwochmorgen über die Pläne informiert werden, heißt es bei CBNC. Auch die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtet über den Plan, Facebook kommentierte die Berichte nicht.

Die Preisspanne soll letzten Angaben zufolge bei 34 bis 38 Dollar je Aktie liegen. Zuvor waren 28 bis 35 Dollar angepeilt. Eine endgültige Entscheidung über den Ausgabepreis wird den Berichten zufolge für Donnerstagabend erwartet. Der Börsengang von Facebook ist der bislang größte eines Internetunternehmens.

Facebook hat nach letzten Zahlen 901 Millionen Mitglieder. In Deutschland sind es mittlerweile 23,6 Millionen - fast zwei Millionen mehr als noch vor einem halben Jahr. Auch weltweit hatte der Zustrom bis zuletzt angehalten - die Einnahmen stiegen allerdings nicht im gleichen Verhältnis: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn.

nck/Reuters/dpa/AFP

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1. Lach
rvdf11974 16.05.2012
Zitat von sysopAFPDie Nachricht kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Kurz vor dem Börsengang von Facebook wird bekannt, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors seine Werbung auf dem sozialen Netzwerk stoppen will. Der Grund: Die Anzeigen würden die Kunden nicht erreichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833418,00.html
Wie Anzeigen bei Facebook bringen nichts? Ach nee wer hätte das gedacht... Nun ja ich sag auch immer: "Was mein Chatprogramm auf der rechten Seite macht ist mir doch egal!"
2. ist das eine Taktik
herbert 16.05.2012
Zitat von sysopAFPDie Nachricht kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Kurz vor dem Börsengang von Facebook wird bekannt, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors seine Werbung auf dem sozialen Netzwerk stoppen will. Der Grund: Die Anzeigen würden die Kunden nicht erreichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833418,00.html
um an billige Aktien zu kommen? Letztlich stellt sich auch die Frage, GM und seine Modelle sind nun weniger für Facebookleute, die ja entschieden jünger sind. GM ist mehr ein Granny Auto !
3. späte Einsicht
puqio 16.05.2012
Na endlich denkt mal einer nach was der ganze Werbezirkus eigentlich bringt. Für die Nutzer ist die Werbung nur lästig. Entsprechend unfreundlich reagiert man auf die "blöde" Werbung. Und damit will Facebook auf Dauer Geld verdienen? Das kann ja nicht gut gehen. Aber wenn die Aktien verkauft werden können ist das Ziel erreicht und H. Zuckerberg kann Facebook schließen.
4.
acitapple 16.05.2012
Zitat von sysopAFPDie Nachricht kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Kurz vor dem Börsengang von Facebook wird bekannt, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors seine Werbung auf dem sozialen Netzwerk stoppen will. Der Grund: Die Anzeigen würden die Kunden nicht erreichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833418,00.html
das find ich mal gut. ich bin zwar keiner, der fb verteufelt, aber ich halte es für lächerlich, welchen hype vor allem unternehmen darum machen.
5. FACEBOOK - ein virtuelles Kartenhaus
markus-f 16.05.2012
Ein virtuelles Kartenhaus auf einem Zuckerberg ... schlimmer geht's nimmer. Seid gewarnt Anlegeer!
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Soziale Netzwerke
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
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Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
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Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...
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