Vorbild Michael Jackson King of Kernkompetenz

Erst der rasante Aufstieg, dann der Absturz und der tragische Tod: Michael Jacksons Leben glich einer Achterbahnfahrt. Doch bei aller Turbulenz hat der King of Pop stets das perfektioniert, was er am besten konnte - und wird so zum Vorbild für Manager, meint Buchautor Frank Arnold.

Michael Jackson: Immer weiter an seinem Tanzstil gearbeitet
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Michael Jackson: Immer weiter an seinem Tanzstil gearbeitet


Hamburg - Michael Jackson war ein eindrucksvoller und spektakulärer Künstler. Sein Leben war nicht frei von Schattenseiten, vielmehr lagen Genie und Tragik eng beisammen. Viele hätten ihm den Comeback-Erfolg von Herzen gegönnt. Doch im vergangenen Jahr starb der King of Pop.

Das wohl wichtigste Markenzeichen von Michael Jackson war sein charakteristischer Tanzstil. Selbst großartigste Tänzer bewunderten ihn. Sogar Fred Astaire, selbst unbestritten einer der virtuosesten Vertretet dieses Fachs. Martin Scorsese, einer der einflussreichsten Regisseure des 20. Jahrhunderts, den Jackson für sein Erfolgsalbum Bad engagierte, sagte über den Sänger: "Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung."

Jacksons Tanzschritte in den Musikvideos waren generalstabsmäßig choreographiert. Aber noch mehr beeindruckten die künstlerische Qualität und Präzision in seinen Konzerten, in denen sich sein Können ja ohne Schnitt und ohne Pause zeigen musste. Seine Inszenierungen in Musik und Video waren revolutionär, wobei diese ohne seine Kernkompetenz Tanz nicht vorstellbar gewesen wären. Auch für Jackson selbst nicht, von dem bekannt ist, dass er schon beim Schreiben und Komponieren seiner Songs dezidiert auf die tänzerische Umsetzbarkeit achtete. Darin lag seine Meisterhaftigkeit.

Niemand kann überall herausragend sein

Wie lässt sich die Meisterhaftigkeit von Jackson nun auf Unternehmen übertragen? Eine treffende Definition, die das besondere Wissen und Können der Organisation ausmacht, ist nur vordergründig leicht zu finden. Die offensichtlichen Antworten sind so allgemeiner Natur, dass sie sich nicht in konkretes Handeln umsetzen lassen. Und deshalb bleiben sie dann auch zumeist leere Phrasen.

Eine Spitzenposition - sei es für Menschen oder Unternehmen - basiert darauf, dass Sie etwas können, das andere überhaupt nicht oder selbst mit Anstrengungen nur schlecht oder bestenfalls mittelmäßig hinbekommen. Die Spitzenposition im Markt erlangen Sie, wenn dieses spezielle Können einen ganz speziellen Bedarf im Markt herausragend befriedigt. Beginnen Sie deshalb in Ihrer Organisation mit der Frage: "Was ist unser spezifisches Wissen?" Oder anders formuliert: "Was können wir besser als jeder andere?"

Kein Mensch und keine Organisation kann auf vielen Feldern Herausragendes leisten. Dass eine erfolgreiche Organisation in mehreren Bereichen gute Kompetenzen haben muss, ist selbstverständlich. Aber für eine Spitzenposition brauchen Sie einen Bereich, in dem Sie echte Meisterhaftigkeit demonstrieren können. Und das verlangt rigorose Konzentration auf ganz wenige Dinge.

Unerwartete Erfolge und Misserfolge

An eben diesen ganz wenigen Dingen arbeiten die wirklich Großen - seien es Menschen oder Organisationen - fast wie besessen. Und dies vor dem Hintergrund, dass sie bereits exzellent sind. Nicht vorzustellen, wo Michael Jackson stünde, wenn er sich nur auf seine Arbeit konzentriert hätte.

Wie aber können Sie herausfinden, welche Kernkompetenzen Ihre Organisation hat und welche sie aufbauen und halten sollte? Wie können Sie erfahren, ob Sie sich in Ihren Kernkompetenzen verbessern oder verschlechtern sollten oder ob es überhaupt noch die richtigen Kernkompetenzen sind? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, müssen Sie sich anschauen, wie Ihre Ergebnisse im Markt aussehen und wie sich die Ergebnisse von denen Ihrer Wettbewerber unterscheiden. Denn die einzige Instanz, die Ihre Kernkompetenzen valide beurteilen kann, ist der Markt - also die Kunden, die Ihre Leistungen nachfragen.

Bei Ihrer Analyse sollten Sie das besondere Augenmerk auf Ihre unerwarteten Erfolge und auf Ihre unerwarteten Misserfolge legen. An den Erfolgen erkennen Sie, wofür der Markt bereit ist, zu bezahlen. Hier tritt deutlich zutage, wo Sie eine führende Position innehaben.

Die unerwarteten Misserfolge, also Aktivitäten, bei denen Sie eigentlich hätten erfolgreich sein sollen, zeigen Ihnen, dass die Kompetenzen Ihrer Organisation vom Markt geringer eingeschätzt werden als gedacht. Und dass das Know-how vielleicht nachlässt. Oder aber sich die Ansprüche des Marktes verändern. In jedem Fall sind unerwartete Misserfolge ein wichtiges Warnsignal.

Als Denkanstöße für Ihr persönliches Weiterkommen können diese beiden Fragen dienen:

  • Was sind die Kernkompetenzen Ihrer Organisation?
  • Was sind Ihre persönlichen Kernkompetenzen? Welche Dinge können Sie außergewöhnlich gut, und was müssten Sie tun, um exzellent zu werden?



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christensen 01.08.2010
1. Fred Astaire
Entschuldigung, aber Fred Astaire hat Michael Jackson nie bewundert. Lediglich nach dessen Billy-Jean-Nummer bei Motown hat Hermes Pan ihm ein Video des Auftritts vorgeführt. Daraufhin haben sich Jackson und Astaire und Astaires Haus getroffen. Astaire war gegenüber innovativen Künstlern grundsätlich sehr offen. Gleichwohl hat Astaire bereits zu dem damaligen Zeitpunkt angemerkt, dass Jackson aufpassen solle, sich tänzerisch nicht zu wiederholen. Jackson tat aber nichts anderes - sein Tanzstil hat sich nie entwickelt. Warum wohl gibt es Millionen von Doubles, die dessen Repertoire mit 3-4 Bewegungen zusammenfassen können? Mit Astaire Leistung, sich über drei Jahrzehnte tänzerisch stets weiterzuentwickeln - ist dieses aber wohl kaum zu vergleichen. Schauen Sie sich bei Youtube "Say it with fireworks" aus Holiday Inn an - da war Astaire bereits 43 Jahre alt. Mit 43 Jahren war Jackson bereits am Ende seiner tänzerischen Kreativität. Bände spricht auch das Zitat Martin Scorseses, der von Tanz überhaupt keine Ahnung hatte und dessen BAD-Video zumindestens an der Grenze des Komischen ist. Ich bitte um bessere Recherche.
christensen 01.08.2010
2. Fred Astaire
Entschuldigung, aber Fred Astaire hat Michael Jackson nie bewundert. Lediglich nach dessen Billy-Jean-Nummer bei Motown hat Hermes Pan ihm ein Video des Auftritts vorgeführt. Daraufhin haben sich Jackson und Astaire in Astaires Haus getroffen. Astaire war gegenüber innovativen Künstlern grundsätlich sehr offen. Gleichwohl hat Astaire bereits zu dem damaligen Zeitpunkt angemerkt, dass Jackson aufpassen solle, sich tänzerisch nicht zu wiederholen. Jackson tat aber nichts anderes - sein Tanzstil hat sich nie entwickelt. Warum wohl gibt es Millionen von Doubles, die dessen Repertoire mit 3-4 Bewegungen zusammenfassen können? Mit Astaires Leistung - sich über drei Jahrzehnte tänzerisch stets weiterzuentwickeln - ist dieses aber wohl kaum zu vergleichen. Schauen Sie sich bei Youtube "Say it with fireworks" aus Holiday Inn an - da war Astaire bereits 43 Jahre alt. Mit 43 Jahren war Jackson bereits am Ende seiner tänzerischen Kreativität. Bände spricht auch das Zitat Martin Scorseses, der von Tanz überhaupt keine Ahnung hatte und dessen BAD-Video zumindestens an der Grenze des Komischen ist. Ich bitte um bessere Recherche.
hooney 01.08.2010
3. Fred Astaire, Michael Jackson
Es ist ja wohl unbestritten in der gesamten Tanzszene und das hat Fred Astaire auch ganz früh erkannt, dass Michael Jackson ein einmaliges Genie war,er hat seinen eigenen Stil, selbst wenn er choreographisch auch an Grenzen stieß. Einen eigenen Stil über Jahrzehnte zu entwickeln und erfolgreich damit zu sein, können nicht viele von sich behaupten. Ich bin sicher, dass man Fred Astaire ebenso kopieren kann wie Michael Jackson, nur leichter. Michael Jacksons Genie war ja auch gerade die Kombination von Gesang und Tanz und seine unglaubliche Ausdruckskraft. Er war der Rhythmus selbst. Der vergleich Scorsese mit Quecksilber soll einfach heißen, dass er sich so flüssig und sinnlich bewegt hat und so eins mit der Musik war. Und warum soll denn Scorsese keine Ahnung von Tanz gehabt haben, Tanz soll einen doch tief in der Seele berühren und wenn es das tut,hat man dann nicht Ahnung ?
Holgilein, 01.08.2010
4. Schon wieder Maerchenstunde...
Zitat aus dem Artikel: "Eine Spitzenposition - sei es für Menschen oder Unternehmen - basiert darauf, dass Sie etwas können, das andere überhaupt nicht oder selbst mit Anstrengungen nur schlecht oder bestenfalls mittelmäßig hinbekommen." Mit speziellen Kenntnissen und Faehigkeiten lasse sich sehr wohl Maerkte - also eben Kunden - erschliessen, aber einen ursaechlichen Zusammenhang zum Aufstieg in einem Unternehmen herstellen zu wollen halte ich fuer eine Lesung aus der heutigen Maerchenstunde. Was zahlt der Mann denn eigentlich fuer die permanente Promotion seines Buches?
Rita Martina 01.08.2010
5. Der King of Kernkompetenz
Ich denke, dass Einmalige an Michael Jackson ist es eben, dass er nicht nur eine Kernkompetenz hatte. Michael Jackson hatte mehrere Kernkompetenzen. Die Musik (Singen,Komponieren,schreiben) und den Tanz. Er hat dies in perfekten Einklag gebracht. Wir können alle nicht in die Zukunft schauen, aber es wird wohl sehr unwahrscheinlich sein, dass es nochmals einen Künstler geben wird der so viele Talente hat und diese so perfekt in Szene setzt. Michael Jackson hatte auch Vorbilder. Er sagte immer "Orientiere Dich an den Großen". Beim Tanzen war Fred Astaire ein Vorbild für ihn, er hat ihn kopiiert, aber eben nicht nur kopiert sondern diesen Tanzstil weiterentwickelt. Ein Großer wie Fred Astaire hat dies erkannt und war voller Verehrung für MJ, da er das Genie und grenzenlose Talent Jackson anerkannt hat wie übrigens die meisten ganz Großen Jacksons Genie anerkannten und bewunderten von Bernstein, Sammy Davis Jr. bis Sinatra.
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