Vorwürfe gegen Waffenfirma Heckler & Koch spricht von Kampagne

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Man habe zwar Waffen nach Mexiko geliefert, dort aber nie Schmiergeld gezahlt. Die Firma sieht eine "gezielte Diffamierungskampagne" von Konkurrenten.

Zentrale von Heckler & Koch in Oberndorf: Schwere Vorwürfe
dapd

Zentrale von Heckler & Koch in Oberndorf: Schwere Vorwürfe


Stuttgart - Schlechte Schlagzeilen sind für die Waffenschmiede Heckler & Koch nichts Neues - doch nun wehrt sich das Unternehmen gegen Vorwürfe. Wegen des Verdachts auf Bestechung hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag eine Razzia am Firmensitz im schwäbischen Oberndorf durchgeführt. Das Unternehmen wies den Verdacht auf illegale Geschäfte zurück.

Es seien Waffen nach Mexiko geliefert worden, aber keine Bestechungsgelder in das Land geflossen, teilte Heckler & Koch mit. Man kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und sei überzeugt, dass sich der Bestechungsvorwurf als unbegründet herausstellen werde.

Die Firma hat ihre eigene Erklärung für die Ermittlungen. Hauptzeuge der Staatsanwaltschaft sei ein ehemaliger Mitarbeiter von Heckler & Koch, der heute für ein Konkurrenzunternehmen in den USA tätig sei, hieß es. Im Unternehmen entstehe der Eindruck, dass "von interessierter Seite" eine "gezielte Diffamierungskampagne" in Gang sei, teilte Heckler & Koch mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen in Mexiko Amtsträger durch Zuwendungen von Bargeld bestochen habe, um Lieferaufträge für Waffen zu erlangen. Zudem besteht demnach ein Anfangsverdacht, dass in diesem Zusammenhang auch in Deutschland Amtsträger bestochen worden sein könnten.

Die Firma, die für ihre Schnellfeuergewehre bekannt ist, steht auch wegen anderer Geschäfte in der Kritik. Im Sommer ermittelte die Staatsanwaltschaft, weil Truppen des libyschen Ex-Diktators Gaddafi Sturmgewehre der Firma vom Typ G 36 benutzt hatten.

mmq/Reuters

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friedenspfeife 11.11.2011
1. ...
Zitat von sysopDer deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Man habe zwar Waffen nach Mexiko geliefert, dort aber nie Schmiergeld gezahlt. Die Firma sieht eine "gezielte Diffamierungskampagne" von Konkurrenten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,797274,00.html
Sieht ganz so aus, als ob die Staatsanwaltschaft von einer Stelle "aufgefordert" wurde diesen Fall zu "untersuchen", damit das "gemeine"(bloede)Wahlvolk vom Panzerdeal mit den Saudis abgelenkt wird, der ja sicherlich voellig "koscher" abgelaufen ist.
Stauss 13.11.2011
2. Rechtsbruch der Staatsanwaltschaft
"Hauptzeuge der Staatsanwaltschaft sei ein ehemaliger Mitarbeiter von Heckler & Koch, der heute für ein Konkurrenzunternehmen in den USA tätig sei,(...)" Wie kann es geschehen, dass die Staatsanwaltschaft in diesem frühen Stadium eines reinen Ermittlungsverfahren schon den Namen des Anzeigenerstatters preisgibt? Zwar haben gegnerische Rechtsanwälte Akteneinsicht, aber der Name der anderen Beteiligten darf nicht genannt werden, weil damit die Verdunkelungsgefahr viel zu hoch wird.
altoids 13.11.2011
3. Immer auf die Gleichen
Zitat von friedenspfeifeSieht ganz so aus, als ob die Staatsanwaltschaft von einer Stelle "aufgefordert" wurde diesen Fall zu "untersuchen", damit das "gemeine"(bloede)Wahlvolk vom Panzerdeal mit den Saudis abgelenkt wird, der ja sicherlich voellig "koscher" abgelaufen ist.
Und dabei handelt es sich bei den Panzern um keine reinen Kampfpanzer, sondern um Panzer zur Unterdrückung von Aufständen (siehe Syrien). Was ist denn jetzt mit den Menschenrechten??? Zudem führen unter anderem ein gewisser Herr Grässlin und andere ehemalige Heckler & Koch Mitarbeiter seit Jahren ihren Privatkrieg gegen Heckler&Koch und alles auf Kosten des Steuerzahlers, da die Ermittlungen der Behörden auch etwas kosten. Allein die Gehälter von 300 Ermittlern bei der letzten Razzia und die nachfolgende monatelange Auswertung von beschlagnahmten Akten und Computern dürfte eine Millionensumme an Steuergeldern verschlingen. Das Ergebnis dieser Razzia wird diese maßlose Geldverschwendung kaum aufwiegen. Hier wird auch mit zweierlei Maß gemessen, während Heckler&Koch ständig von den Behörden drangsaliert wird, passiert bei der Firma Rheinmetall ebenfalls in Oberndorf, einem der größten Rüstungskonzerne Deutschland, rein gar nichts!! Seltsam allerdings ist die Tatsache, daß in der Vergangenheit oft bei Heckler&Koch ermittelt wurde und die Anschuldigungen dann "im Sande verlaufen sind". Hier sollte mal ein Magazin wie der Spiegel nachhaken, wer, wann und wo die Exporte in welches Land genehmigt wurden. Dies wäre allemal interessanter zu erfahren, statt immer auf die Firma Heckler&Koch einzudreschen (ist ja so schön einfach).
niepmann 13.11.2011
4. Aus erster Hand:
Zitat von sysopDer deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Man habe zwar Waffen nach Mexiko geliefert, dort aber nie Schmiergeld gezahlt. Die Firma sieht eine "gezielte Diffamierungskampagne" von Konkurrenten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,797274,00.html
Schmiergeldzahlung ist üblich. Wer nicht mithält, verliert. Also zahlen wir. Herkunft des Zitats: Ausland, andere Branche.
Ingmar E. 13.11.2011
5. Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:
Zitat von altoidsUnd dabei handelt es sich bei den Panzern um keine reinen Kampfpanzer, sondern um Panzer zur Unterdrückung von Aufständen (siehe Syrien). Was ist denn jetzt mit den Menschenrechten??? Zudem führen unter anderem ein gewisser Herr Grässlin und andere ehemalige Heckler & Koch Mitarbeiter seit Jahren ihren Privatkrieg gegen Heckler&Koch und alles auf Kosten des Steuerzahlers, da die Ermittlungen der Behörden auch etwas kosten. Allein die Gehälter von 300 Ermittlern bei der letzten Razzia und die nachfolgende monatelange Auswertung von beschlagnahmten Akten und Computern dürfte eine Millionensumme an Steuergeldern verschlingen. Das Ergebnis dieser Razzia wird diese maßlose Geldverschwendung kaum aufwiegen. Hier wird auch mit zweierlei Maß gemessen, während Heckler&Koch ständig von den Behörden drangsaliert wird, passiert bei der Firma Rheinmetall ebenfalls in Oberndorf, einem der größten Rüstungskonzerne Deutschland, rein gar nichts!! Seltsam allerdings ist die Tatsache, daß in der Vergangenheit oft bei Heckler&Koch ermittelt wurde und die Anschuldigungen dann "im Sande verlaufen sind". Hier sollte mal ein Magazin wie der Spiegel nachhaken, wer, wann und wo die Exporte in welches Land genehmigt wurden. Dies wäre allemal interessanter zu erfahren, statt immer auf die Firma Heckler&Koch einzudreschen (ist ja so schön einfach).
Mit den Waffen der Firma Heckler&Koch werden wesentlich mehr Menschen getötet als mit schwerem Kriegsgerät. Heckler&Koch ist die tödlichste Firma der Welt, das G3 nach der AK47 das am weitesten verbreitete Gewehr.
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