Volkswagen Forscher bringen Abgasaffäre mit 60 vorzeitigen Todesfällen in Verbindung

Der gesetzwidrige Schadstoffausstoß von Volkswagen soll in den USA zu 60 vorzeitigen Todesfällen geführt haben - zu dem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Massachusetts Institute of Technology.

Volkswagen-Händler in Massachusetts: 36.700 Tonnen zu viel
DPA

Volkswagen-Händler in Massachusetts: 36.700 Tonnen zu viel


Noch sind die Konsequenzen für Volkswagen nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte nicht abzusehen. Die Umgehung von Zulassungsvorschriften - das klingt für viele zu abstrakt, um als den Ernst des Gesetzesverstoßes zu begreifen.

In den USA haben deshalb jetzt Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Universität Harvard hochgerechnet, wie viele Menschen wohl wegen der zusätzlich ausgestoßenen Stickoxide sterben könnten. Wie "Newsweek" berichtet, kommen die Forscher auf rund 60 vorzeitige Todesfälle, plus weitere 130, weil es noch bis zum Ende nächsten Jahres dauern wird, bis alle betroffenen Autos mit wirksamer Abgasreinigung ausgerüstet sind. Und plötzlich bekommt die Abgasaffäre eine vollkommen andere Tragweite.

Grundlage der Rechnung ist die Annahme, dass die VW-Autos 40-mal mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt. Zwischen 2008 und 2015 hätten sie damit rund 36.700 Tonnen an zusätzlichen Stickoxiden in die Luft gepustet. Die Stickoxide machen die Wissenschaftler für Atem- und Herzkreislaufkrankheiten verantwortlich. Für Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis kann das auch einen verfrühten Tod bedeuten.

Wie viele Tonnen Stickoxid nun für wie viele Todesfälle verantwortlich sind, das ist naturgemäß schwer zu ermitteln. Die Forscher griffen deshalb auf eine Studie zurück in der die Todesraten von Stadtbezirken untersucht worden waren, die unterschiedliche Grenzwerte einzuhalten hatten. Die Umrechnung kommt schließlich auf die genannten 60 vorzeitigen Todesfälle.

Juristisch verwertbar dürften die Zahlen jedoch kaum sein, denn dazu müsste die Auswirkung der Autoabgase auf jeden einzelnen Todesfall nachgewiesen werden - unter Herausrechnung aller anderen Faktoren, die die Atmosphäre ebenfalls verunreinigen, etwa Waldbrände oder Vulkanausbrüche.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 263 Beiträge
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Lupus39 30.10.2015
1.
In solchen Fällen sind die USA tatsächlich ein Rechtstaat - dort werden große Unternehmen zur Verantwortung gezogen. Glaube kaum, dass das hierzulande auch möglich wäre.
stauner 30.10.2015
2. Und die Coal Rollers?
Solange es in USA Mode der Rechten Idioten ist, mit "Coal Rollers" durch die Landschaft zu fahren, umgebauten Dieselfahrzeugen, die möglichst viel Qualm und Abgase ausstoßen um es den Linken Umweltschützern mal zu zeigen, sollte man alles was da an "Messungen" und "Beschwerden" kommt, nicht wirklich ernst nehmen. http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/protest-gegen-umweltschutz-rechte-in-den-usa-verpesten-absichtlich-die-luft/10181116.html
meine Güte 30.10.2015
3. Ah ja,...
...und der Schadstoffaustoss vom amerik. 6 Liter Motoren und tausender Jets die sich durch die Welt bomben? Und, und, und! Die Amis legen sich jetzt ihr Opfer zurecht! Zum filetieren!
Matzescd 30.10.2015
4. Okay....
...jetzt merkt man das es um Abzocke geht und das es peinlich wird
potten 30.10.2015
5. Konjunktiv
den Konjunktiv bereits in der Überschrift verwenden is Not a crime
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