Abgasaffäre Spanische Justiz leitet Verfahren gegen VW ein

VW soll in Spanien Umweltschutzgesetze missachtet und unrechtmäßig Subventionen kassiert haben - jetzt schaltet sich die Justiz ein: Das höchste Gericht des Landes ermittelt gegen den deutschen Autobauer.

Volkswagen-Filiale in Madrid: Unrechtmäßige Subventionen?
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Volkswagen-Filiale in Madrid: Unrechtmäßige Subventionen?


In der Abgasaffäre hat der spanische Staatsgerichtshof ein Verfahren gegen Volkswagen eingeleitet. Der deutsche Autobauer muss dem zuständigen Richter bis zum 10. November einen Vertreter nennen, gegenüber dem die Anschuldigungen vorgebracht werden könnten. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen des höchsten spanischen Gerichts hervor.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte kürzlich erklärt, der VW-Konzern habe möglicherweise unrechtmäßig Subventionen erhalten sowie womöglich gegen Umweltschutzgesetze verstoßen.

Der Wolfsburger Konzern hat weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge mit einer Software ausgerüstet, um Abgaswerte bei Dieselmodellen zu manipulieren. In Spanien sind nach Unternehmensangaben knapp 700.000 Fahrzeuge betroffen. (Lesen Sie hier alle Fragen und Antworten zu dem Skandal.)

Ermittlungen auch in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es Ermittlungen wegen des Abgasskandals: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Verfahren gegen mehrere Mitarbeiter des Autobauers eingeleitet. Es geht dabei nicht um die oberste Führungsriege des Konzerns, das Verfahren kann sich laut einem Sprecher der Justiz aber noch ausweiten.

Dem Volkswagen-Konzern drohen wegen der Affäre Milliardenkosten durch Strafzahlungen und Klagen. Der Konzern hatte bereits 6,5 Milliarden Euro als Reserve zurückgestellt, im dritten Quartal lag das Minus vor Zinsen und Steuern bei rund 3,5 Milliarden Euro - damit schreibt der Konzern zum ersten Mal seit 15 Jahren Verluste.

Teuer wird die Aufarbeitung der Affäre für den Konzern in jedem Fall, nicht zuletzt wegen der umfangreichen Nacharbeiten an den betroffenen Fahrzeugen. Für notwendige Nachbesserungen an manipulierten Dieselfahrzeugen müssen nun bis zu 10.000 verschiedene Lösungen ausgearbeitet werden.

mxw/Reuters

insgesamt 30 Beiträge
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peterkamm-mueller 28.10.2015
1. kalte Füße
Werden den Aktionären nicht langsam die Füße kalt? Nahezu in jedem Land der Welt wird es nun Klagen über Klagen geben. Hohe Kosten für Anwaltskanzeleien stehen ins Haus. Dann kommen die Strafzahlungen in Milliardenhöhe (USA, China, EU). Ich denke VW wird hier mehrere Jahresgewinne gebrauchen, um den Diesel-Betrug finanziell zu verkraften! Mein Kursziel von VW-Aktien auf 12 Monatssicht: Unter 60.
tomymind 28.10.2015
2.
Wieso erhaletn alteingesessene und profitable Autokonzerne Subventionen?
eckawol 28.10.2015
3. Zur Erinnerung:VW hat SEAT gerettet
Das ist zwar lange her ( 1980er Jahre), aber ohne die subventionierte Rettung stünden die damaligen SEAT-Mitarbeiter ,sofern sie noch leben, wahrscheinlich heute noch auf der Strasse. SEAT war damals DIE Schlüsselindustrie für Barcelona. etc,
spontanistin 28.10.2015
4. Eingangskontrolle?
Also gibt es auch bei SEAT keine Eingangskontrolle der der von VW zugelieferten Motoren und Abgassysteme? Und die Behörden dort testen auch nicht. Jetzt habe ich endlich verstanden, warum es heute überall aus USA importierte Qualitätsmanagementsysteme gibt.Als es soetwas in D noch nicht gab und die Abteilung "Qualitätskontrolle" hieß, stimmte noch die Qualität
raber 28.10.2015
5. Warum subventioniert Spanien immer noch VW?
Wenn Spanien in den 80er Jahren VW subventioniert hat, damit Seat nicht Pleite geht, ist es in Ordnung. Fraglich ist warum diese bis jetzt kerngesunde Firma weiterhin Subventionen erhalten hat. Die dürften sich auf Riesenbeträge angehäuft haben. War wieder die Autolobby involviert? Audi/ VW scheint bei dieser ganzen Angelegenheit sehr öffentlichkeitsscheu zu sein. Für Clean-Diesel und diese ganzen "Märchen" hat VW Millionen in Werbung investiert. Wird der Verbraucherschutz sie wegen irreführender Werbung auch verklagen?
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