Abgasaffäre VW beurlaubt Top-Manager

Er soll eine Schlüsselfigur in der Abgasaffäre sein: VW hat den Leiter der Antriebstechnologie laut einem Zeitungsbericht beurlaubt. Die interne Revision entlaste dagegen Ex-Chef Martin Winterkorn.

VW-Luxuslimousine der Marke "Phaeton": Wer wusste was im Konzern?
DPA

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Wegen der Abgasaffäre bei Volkswagen muss ein weiterer Top-Manager laut "Bild am Sonntag" seinen Posten räumen: Der Konzern beurlaubte demnach den Leiter Antriebstechnologie Hanno Jelden. Gegen ihn ermittele inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Betrugsverdachts, berichtet die Zeitung.

Weiter heißt es, Jelden stehe unter Verdacht, die Software in den betroffenen Autos im Jahr 2007 so umprogrammiert zu haben, dass die offiziellen Werte eingehalten werden konnten. Das gehe aus internen Untersuchungen hervor.

VW hatte vor gut einem Monat eingeräumt, die Abgaswerte von Millionen Dieselwagen manipuliert zu haben. Ans Licht gebracht hatte den Fall die US-Umweltbehörde EPA. Bundesweit muss Volkswagen ab Januar 2016 rund 2,4 Millionen Dieselmodelle mit der Software zurückholen.

Jelden habe bei einer internen Befragung offenbar nichts zur Frage gesagt, wer in der Vorstandsetage von den Manipulationen wusste, berichtet die "BamS".

Martin Winterkorn war Ende September in der Folge der Affäre als VW-Boss zurückgetreten. Er beteuerte aber seine Unschuld und erklärte, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben.

Laut "BamS" haben interne Revisionsberichte seine Darstellung der Ereignisse nun bestätigt. Demnach habe der langjährige VW-Chef erst Mitte September von der umprogrammierten Software erfahren, wenige Tage bevor die US-Umweltbehörde EPA am 18. September den Abgasskandal publik machte.

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