VW-Abgasaffäre US-Justizministerium findet Hinweise auf "kriminelles Fehlverhalten"

Volkswagen und die USA suchen nach einer Einigung bei den strafrechtlichen Ermittlungen im Abgasskandal. Laut "Wall Street Journal" soll es bereits erste Gespräche gegeben haben. Dem Konzern droht eine Milliardenstrafe.

Volkswagen-Logo zeichnet sich hinter US-Flagge ab
DPA

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Volkswagen hat nach Angaben von Insidern in den USA erste Gespräche über eine Einigung bei den strafrechtlichen Ermittlungen im Abgasskandal geführt.

Die Verhandlungen hätten mit Vertretern des Justizministeriums in Washington stattgefunden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Das Ministerium wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Das "Wall Street Journal" berichtet zudem unter Berufung auf Insider, dem deutschen Autobauer könne eine Strafe von mehr als 1,2 Milliarden Dollar auferlegt werden. Das US-Justizministerium habe demnach "Hinweise für kriminelles Fehlverhalten" von Seiten des Autobauers gefunden, schreibt die Zeitung. Der Dieselskandal war in den USA aufgeflogen, wo VW mit den Behörden über eine Lösung für Hunderttausende Fahrzeuge verhandelt.

Bereits im Juni hatte der Autohersteller im Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte einem Vergleich über knapp 15 Milliarden Dollar zugestimmt. Der Konzern erklärte sich bereit, geschädigten Kunden als Wiedergutmachung zwischen 5100 und bis zu knapp 10.000 Dollar pro Fahrzeug zu zahlen - je nach Modelltyp und Baujahr. Zudem muss der Konzern Rückkauf oder Umrüstung der Dieselwagen in einen gesetzeskonformen Zustand anbieten. Insgesamt will VW gut zehn Milliarden Dollar für Entschädigungen aufwenden. Weitere 4,7 Milliarden Dollar werden für einen Umweltfonds und die Förderung emissionsfreier Autos fällig.

Dem Autohersteller drohen jedoch weitere Strafzahlungen in den USA. Im vergangenen Monat haben drei Bundesstaaten wegen des Dieselskandals Klage gegen Volkswagen eingereicht.

asc/beb/Reuters/AP

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