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Frankreich, Schweden, Mexiko: So viele Autos sind vom VW-Abgasskandal betroffen

Neue Volkswagen auf einem Parkplatz: Elf Millionen Autos sind weltweit betroffen Zur Großansicht
AFP

Neue Volkswagen auf einem Parkplatz: Elf Millionen Autos sind weltweit betroffen

Das internationale Ausmaß des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte wird konkreter: Auch in Brasilien, Österreich, Frankreich und Mexiko sind Autos betroffen. Erste Zahlen liegen zwischen 32.000 und 900.000 pro Land. Der Überblick.

Volkswagen hat vor gut einer Woche zugegeben, Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen in den USA mit einer Software manipuliert zu haben. Weltweit sind elf Millionen Autos der verschiedenen Konzernmarken betroffen, allein in Deutschland sollen es 2,8 Millionen Fahrzeuge sein. Inzwischen gibt es auch erste Zahlen aus Österreich, Frankreich, Belgien, Schweden und Mexiko. Der Überblick.

Österreich:

In Österreich sind 363.400 Wagen betroffen. Die Porsche-Holding in Österreich teilte mit, die Besitzer würden bald informiert, dass "das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs in Kürze nachgebessert werden kann". Der Plan von VW sieht vor, dass die betroffenen Marken im Oktober den zuständigen Behörden technische Lösungen vorstellen.

Frankreich:

Wie der französische Sender TF1 berichtet, sind im Land möglicherweise mehr als 900.000 Autos vom VW-Abgasskandal betroffen. Darunter seien VW-, Audi- und Skoda-Modelle.

Belgien:

Der Autovertrieb D'Ieteren teilte mit, Volkswagen habe ihn darüber informiert, dass 393.648 in Belgien verkaufte Fahrzeuge mit der Software zur Manipulation von Abgaswerten ausgestattet seien.

Schweden:

VW ruft in Schweden 225.000 Autos zurück. Die Besitzer von 104.000 VWs, 57.000 Audis, 28.000 Skodas, 2000 Seats und 33.000 VW-Nutzfahrzeugen würden in den nächsten Tagen angeschrieben, teilte die Filiale des Autokonzerns in Schweden mit. Die Besitzer der Dieselfahrzeuge würden dann darüber informiert, wie das Abgasverhalten ihrer Fahrzeuge "verbessert" werden könnte.

Mexiko:

In Mexiko könnten rund 32.000 Fahrzeuge betroffen sein. Dabei handele es sich um die vierzylindrigen Dieselmodelle vom Typ Transporter, Amarok, Vento, Jetta, Bora, Audi Q3 und Audi A4, die zwischen 2009 und August 2015 verkauft wurden, wie Volkswagen Mexiko mitteilte. Derzeit werde geprüft, ob die Abgaswerte der Autos tatsächlich manipuliert wurden. Sollte dies der Fall sein, werde Volkswagen die Kunden über Nachbesserungen informieren.

Volkswagen betreibt im mexikanischen Puebla sein zweitgrößtes Werk weltweit. Mehr als 500.000 Fahrzeuge werden dort pro Jahr gefertigt. Ein Großteil der Autos ist für den Export in die USA bestimmt, wo der Skandal seinen Anfang nahm.

Brasilien:

Volkswagen weitet seine interne Überprüfung von Dieselfahrzeugen auch auf Brasilien aus. Dabei gehe es besonders um den Kleinlaster Amarok, sagte der für Regierungsangelegenheiten in Brasilien zuständige VW-Manager Antonio Megale. VW hat in Brasilien nach Angaben des Autohändlerverbands Fenabrave seit 2010 fast 84.000 Amarok-Pick-ups verkauft. Die Umweltbehörde Ibama will eigenen Angaben zufolge untersuchen, ob Volkswagen gegen brasilianische Emissionsgesetze verstoßen hat. Es droht eine Strafe von umgerechnet bis zu elf Millionen Euro.

USA:

VW hat nach Vorwürfen der Umweltschutzbehörde EPA eingeräumt, seit 2009 mit der speziellen Software die Emissionstests von knapp einer halben Million Dieselwagen in den USA ausgetrickst zu haben. Inzwischen hat der erste US-Landkreis VW verklagt: Harris County in Texas fordert wegen Umweltverschmutzung durch mindestens 6000 in der Region verkaufte VW-Diesel umgerechnet rund 89 Millionen Euro.

Daran erkenne ich, ob mein Auto betroffen ist
Sicherheit darüber gibt die Motornummer. Diese besteht aus maximal drei Buchstaben und einer Zahl. Sie wird vom Hersteller an einer einsehbaren Stelle des Motorblocks angebracht. Manchmal findet sich die Identifikationsnummer auch im Kaufvertrag. Im VW-Skandal handelt es sich um den Diesel-Motortyp EA 189.
Eine andere Möglichkeit bietet die Überprüfung der Fahrgestellnummer in der Werkstatt.
VW weist jedoch darauf hin, dass für die Kunden "momentan gar kein Handlungsbedarf" bestehe. "Alle betroffenen Fahrzeuge sind absolut sicher und fahrbereit", so ein VW-Sprecher. Derzeit arbeitet der Konzern an einer Lösung der Abgasprobleme. Liegt diese vor, sollen alle betroffenen Autos in die Werkstatt gerufen werden.
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amt/aar/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 11 Beiträge
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1. China?
G. Whittome 30.09.2015
Aus dem großen "Wachstumsmarkt", auf den VW setzte, um weltweit die Nr.1 zu werden, liegen noch keine Zahlen vor. Dort ist VW zwar mit vielen lokalen Unternehmen in JV u.Ä. verbandelt, so dass auch die involviert wären. Nicht auszudenken, wie das autoritäre Regime dort reagiert, wenn in China genauso geschummelt wurde. Wenn VW aus China regelrecht "rausgeschmissen" wird, was dann?
2. Abgasbetrug der VW-Marken
raber 30.09.2015
Betrug beim Abgasverhalten ist eine Sache. Wenn durch Regelung des Problems die Leistung was PS und Beschleunigung anbetrifft geringer ist, wäre es auch eine Nichteinhaltung mehrerer Versprechen. Nicht nur die Behörden mehrerer Lander wurden vorsätzlich und jahrelang millionenfach betrogen sondern auch die Kunden. Kann SPON erklären ob die Leistungsverminderung tatsächlich Folge der Manipuliersoftware ist. .
3. Mich interessieren
jomo3 30.09.2015
allerdings die Abgasemmissionen aus USA nicht, sondern die Abgasmessungen aus halbweggs sauberen Dieselmotoren. Denn um diese geht es und diese sollen vernichtet werde.
4. Parallelen
karl15 30.09.2015
Ob es auch jemals die Glyphosat-Hersteller derart treffen wird?
5. Motorkennbuchstabe
giwi 30.09.2015
ist aber nicht ea 189. Und auch sonst erkennt man nicht ob man so einen Motor hat. Der freundliche ist auch nicht bereit Informationen raus zu geben. Hut ab im Artikel Recherche aller B.I.L.D. Einfach mal abwarten. Es bekommen doch nur die Post, die solch einen Motor besitzen.
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