Abgasaffäre VW plädiert in allen Anklagepunkten auf schuldig

In der Abgasaffäre in den USA bekennt sich Volkswagen der Verschwörung zum Betrug schuldig. Ein Vergleich mit dem US-Justizministerium hatte das Unternehmen zu diesem Eingeständnis verpflichtet.

VW in der Werkstatt
DPA

VW in der Werkstatt


VW übernimmt im Dieselskandal in den USA strafrechtliche Verantwortung. Der Konzern plädierte vor dem Bezirksgericht in Detroit in allen drei Anklagepunkten auf schuldig. VW wird Verschwörung zum Betrug vorgeworfen, ebenso Behinderung der Justiz sowie Verkauf von Waren unter falschen Angaben.

Vertreten wurde das Unternehmen durch seinen Chefjuristen Manfred Döss. Damit schafft VW die Voraussetzung dafür, dass ein Vergleich wirksam werden kann, der eine Geldstrafe von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro vorsieht.

Als Teil des Kompromisses, der im Januar erzielt wurde, muss Volkswagen sein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Vorschriften verbessern und sich für drei Jahre einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen. Dafür entsenden die USA einen Aufpasser nach Wolfsburg, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll.

VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Dadurch wurden bei Tests deutlich niedrigere Werte an gesundheitsschädlichen Stickoxiden angezeigt. Tatsächlich lag der Ausstoß aber bis zu 40-mal so hoch wie erlaubt.

asa/Reuters/AP



insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kosu 10.03.2017
1. Schuldig
Na dann mal langsam Schadensersatz gegen den Vorstand und Aussichtsrat!
Spiegelleserin57 10.03.2017
2. Dieselskandal betrifft alle Marken!
Dafür entsenden die USA einen Aufpasser nach Wolfsburg, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Na dann sollten mal die amerkanischen Autos aber hier auch sehr genau unter die Lupe genommen werden. Wir leben ja fast in einem Wirtschaftskrieg. Wird nun auch in Wolfsburg Wirtschaftsspionage betrieben? Man vergesse nie den Spruch: Amerika first...der kommt hier wohl zur Anwendung!
PaulchenGB 10.03.2017
3. Können jetzt Winterkorn, Piech, Müller etc.pp. wieder in die USA reisen
ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden? Und was ist mit dem eingesperrten VW-USA-Manager? Ist aus der U-Haft entlassen??? Und was ist mit den Strafverfahren in merry old germany??? In Deutschland ist doch genauso betrogen worden.
kuddemuddel 10.03.2017
4. In Amerika
... heißt es Betrug mit strafrechtlichen Folgen, in Deutschland heißt es Schummelei ohne Folgen. Ohne Folgen wird es für die höchste Managementebene bleiben, es wird ein paar Bauernopfer geben, ansonsten business as usual. Von Demut, Reue oder vielleicht Kundenentschädigung keine Spur.
bartsuisse 10.03.2017
5. Es bleibt auch in Europa nicht Straffrei
In Italien wurde VW bereits im August von der Antitrust verurteilt wegen Handelsbetrugs. Eine kleine Milionenstrafe aber Präzendenz für die laufende und zugelassene Sammelklage. Es geht um 650.000 Autos in Italien die zurückgerufen werden müssen. Trotz Umrüstung ist die Teilnahme an der Sammelklage trotzdem möglich. das dumme Schummeln hat Konsequenzen
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.