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VW-Affäre: Staatsanwaltschaft rudert zurück

Im VW-Abgasskandal liegen der Staatsanwaltschaft in Braunschweig mehrere Anzeigen vor. Anders als ursprünglich verbreitet, geben sie bislang jedoch keinen Anlass für ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-Chef Martin Winterkorn.

Ex-VW-Chef Winterkorn: Klammheimliche Richtigstellung Zur Großansicht
REUTERS

Ex-VW-Chef Winterkorn: Klammheimliche Richtigstellung

Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Betrug läuft - allerdings richtet es sich nicht gegen Martin Winterkorn, sondern gegen bislang noch nicht bekannte Verantwortliche im Volkswagen-Konzern. Eine Veröffentlichung in diesem Sinne fand die "Süddeutsche Zeitung" gestern auf der Webseite der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Gegen Winterkorn werde lediglich ein Anfangsverdacht geprüft, weil namentlich gegen ihn Anzeige erstattet worden sei, heißt es in der Pressemitteilung.

Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft noch den Eindruck vermittelt, dass Winterkorn im Zentrum der Betrugsermittlungen steht. Auch SPIEGEL ONLINE hatte darüber berichtet. Jetzt stellte die Behörde gegenüber der "SZ" klar, dass kein Verfahren direkt gegen Winterkorn läuft.

Die Richtigstellung erfolgte eher diskret. Statt einer offiziellen Pressemitteilung an die Redaktionen von Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen, steht lediglich eine korrigierte Fassung auf der Presseseite der Staatsanwaltschaft. In der neuen Version ist auch an keiner Stelle von einer Korrektur die Rede.

mik

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Heikel
stuhlsen 01.10.2015
Wenn die Staatsanwaltschaft derart zurückrudert, wird man den Verdacht nicht los, da stecke politischer Druck dahinter. Das Land Niedersachsen muss stark aufpassen, dass aus der VW-Affaire nicht eine politische Affaire in Niedersachsen wird. Man denke nur an den stark politisch geprägten VW-Aufsichtsrat, der - völlig voreilig - Herrn Winterkorn einen Persilschein ausgestellt hatte. Frage: Warum ???
2. Hat da jemand ein paar Strippen gezogen?
GesunderMenschenverstand 01.10.2015
War ja irgendwie klar, dass man sich an die Top-Oberschicht nicht ran traut. Hat da jemand ein paar alte Gefallen eingefordert? Statt den 'Fehler' einzuräumen, sondern unkommentiert einfach am Webseitentext rumzuschrauben, macht es nicht besser
3. Staatsanwaltschaft rudert zurück
nic 01.10.2015
Aha. Wundert aber ehrlich auch niemanden. Könnte er den nicht wenigstens zu einer symbolischen Strafe von 500,- Euro verdonnert werden? Nur damit der kleine Mann das Gefühl hat, dass es ein klein bisschen "Gerechtigkeit" gibt?
4. Hahaha, es geht schon lo-os.
elshi 01.10.2015
Quod erat expectandum, hihihi, is schon klar, sooo schlimm, dass man hier ermitteln müsste, ist das von der Presse aufgebauschte Thema aus juristischer Sicht (zumindest der eines STAATS-Anwaltes) wohl nicht. Gut, dass ich über unser "Rechtssystem" nur noch lachen muss. Sollte ich ein Parkknöllchen nicht bezahlen, gehts über kurz oder lang in den Bau. Passt schon, ihr da oben.
5. Hetze statt Aufklaerung
bmvjr 01.10.2015
Winterkorn wird nicht umhin kommen, fuer den Skandal die Verantwortung zu uebernehmen - schliesslich ist der Betrug unter seiner Fuehrung zustande gekommen. Davor kann kein Vorstandsvorsitzender davon laufen. Aber mit welcher Voreiligkeit die Medien zu Vorverurteilungen draengen ist schon bedenklich, unverantwortlich und unprofessionell. Eine solche Aktion wird nicht von einem einzigen Mitarbeiter, egal auf welcher Ebene, ausgekungelt, geplant, vorbereitet und in die Tat umgesetzt. Es muss sachlich ermittelt, emotionslos berichtet und fair vorgegangen werden. Hastig einen Suendenbock auszumachen ist ungerecht und peinliche Rueckzieher der lauten Schreier vorprogrammiert. Von den Auswirkungen auf die als Suendenbock ausgemachte Person mal ganz zu schweigen. Erst schiessen, dann fragen ist in einer zivilisierten Gesellschaft nicht akzeptabel - aber vielleicht sind wir ja gar nicht so zivilisiert wie wir uns gern duenken.
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