VW-Affäre Matthias Müller übernimmt Vorsitz des Audi-Aufsichtsrats

Audi zieht Konsequenzen aus der Dieselaffäre: Der Technikchef wird ausgetauscht, VW-Chef Müller übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Und eine US-Kanzlei soll zu den Hintergründen des Skandals ermitteln.

Matthias Müller: VW-Chef - und jetzt auch Audi-Aufsichtsratsvorsitzender
DPA

Matthias Müller: VW-Chef - und jetzt auch Audi-Aufsichtsratsvorsitzender


Der neue VW-Chef Matthias Müller hat den Aufsichtsratsvorsitz bei Audi übernommen. Dies teilte der Autobauer am späten Donnerstagabend mit. Müller tritt damit auch bei Audi die Nachfolge von Martin Winterkorn an, der im Zuge der Abgasaffäre als Vorstandschef von VW und im November auch als Aufsichtsratschef von Audi zurückgetreten war.

Stellvertretender Audi-Aufsichtsratschef bleibt den Angaben zufolge Berthold Huber. Julia Kuhn-Piech und Josef Ahorner treten dem Gremium demnach bei.

Gut zwei Monate nach Bekanntwerden des VW-Skandals tauscht Audi zudem seinen Technikvorstand aus: Ulrich Hackenberg scheide aus und werde durch Stefan Knirsch ersetzt, teilte die VW-Tochter mit. Hackenberg war seit Juli 2013 Vorstand für technische Entwicklung und seit insgesamt 30 Jahren beim Volkswagenkonzern. Er trete "im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat der Audi AG" zurück. Am 1. Januar werde Knirsch übernehmen, der bislang die Aggregateentwicklung leitete.

Den Angaben zufolge wurde die US-Anwaltskanzlei Jones Day beauftragt, die Hintergründe der Dieselaffäre bei Audi Chart zeigen zu ermitteln.

VW hatte im September zugegeben, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche CO2-Ausstoß höher ist als angegeben. Auf den Konzern kommen Schadensersatzforderungen und Umrüstungskosten im Milliardenhöhe zu.

aar/dpa/AFP/Reuters

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