Frühere Geliebte von Ex-VW-Betriebsratschef Angeklagte kommt nicht - Prozess vertagt

Gleich am ersten Tag des Berufungsprozesses gegen die frühere Geliebte von Ex-VW-Betriebsratschef Volkert ist das Verfahren unterbrochen worden. Der Grund: Die angeklagte Adriana Barros war nicht erschienen. Der Richter will aber nicht ohne sie verhandeln.

Adriana Barros 2012 in Wolfsburg: Zum Berufungsverfahren nicht erschienen
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Adriana Barros 2012 in Wolfsburg: Zum Berufungsverfahren nicht erschienen


Braunschweig - In einem ersten Prozess war Adriana Barros noch freigesprochen worden, doch nun sollte sich die Ex-Geliebte des früheren VW-Betriebsratschefs Klaus Volkert erneut vor einem deutschen Gericht verantworten. Doch das Berufungsverfahren wurde bereits kurz nach der Eröffnung am Dienstag ausgesetzt. Denn die Angeklagte war nicht persönlich erschienen.

Der Richter am Landgericht Braunschweig erklärte, Barros solle persönlich anwesend sein. Es müsse alles dafür getan werden, dass sie die Reise nach Deutschland antreten könne. Über ihren Verteidiger hatte die 48-Jährige ausrichten lassen, dass sie aus gesundheitlichen Gründen und wegen Geldmangels nicht kommen könne. Wann neu verhandelt wird, steht bislang nicht fest.

Noch zu Prozessbeginn hatte Barros' Anwalt angekündigt, er werde sich zu den Vorwürfen gegen seine Mandantin äußern. Barros soll laut Anklage rund 250.000 Euro ohne Gegenleistung von VW kassiert haben. In 15 Fällen soll sie zudem reine Privatflüge und Hotelkosten abgerechnet und andere rein private Kosten verursacht haben. Sie soll gewusst haben, dass sie darauf keinen Anspruch hatte. Das Wolfsburger Amtsgericht hatte sie in einem ersten Prozess freigesprochen. Nun soll in Braunschweig das Berufungsverfahren stattfinden.

Volkert und die Fernsehjournalistin Barros waren von 1998 bis 2005 ein Liebespaar, bis die VW-Affäre um Spesenbetrug und Sexreisen aufflog. Volkert hatte damals die Beziehung per E-Mail beendet.

Der Skandal um Volkert hatte den VW-Konzern 2005 erschüttert. Volkert musste als Einziger der Täter in Haft. Der 69-Jährige ist aber inzwischen wieder frei. Er war wegen Beihilfe und Anstiftung zur Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden und saß davon 22 Monate ab. Der Prozess gegen Barros gilt als letztes Kapitel der Affäre.

mmq/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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stefanbodensee 12.02.2013
1. Arme Frau ...
250.000 Euro für Liebesdienste kassiert - und dann kein Geld haben, um vor Gericht zu erscheinen - nicht schlecht. Einen Lebenswandel hat die ....
pasquale_paoli 12.02.2013
2. @1 stefanbodensee
den Lebenswandel der Lady kann ich nicht beurteilen, aber das Beenden einer Beziehung per email: allein dafür hätte ich noch ein Jahr draufgepackt.
BettyB. 12.02.2013
3. Ohne Gegenleistung?
Irgendwann war die bestimmt irgendwo anwesend. Und wenn man Winterjornsche Maßstäbe ansetzt, mußte das nicht einmal lange angedauert haben. Also was soll der Unsinn. Zu bestrafen wären nur jene, die das Geld bezahlen liessen...
Pat-Riot 12.02.2013
4. Prophet kommt nicht, Berg muss warten
Wenn irgendein brasilianisches Provinzgericht mich zur Verhandlung einlädt, fahre ich dann auf eigene Kosten dorthin? Die könnten mich mal. Sollen sie doch zu mir kommen, wenn sie was wollen.
ratschbumm 12.02.2013
5. SPON will mir den Kerl als Geliebte von Volkert unterjubeln ?
Zitat von sysopDPAGleich am ersten Tag des Berufungsprozesses gegen die frühere Geliebte von Ex-VW-Betriebsratschef Volkert ist das Verfahren unterbrochen worden. Der Grund: Die angeklagte Adriana Barros war nicht erschienen. Der Richter will aber nicht ohne sie verhandeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vw-affaere-prozess-gegen-volkerts-ex-geliebte-vorerst-geplatzt-a-882915.html
Nie und nimmer eine Frau.
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