Dieselaffäre VW-Chef Herbert Diess sagte vor US-Behörden aus

US-Ermittler haben offenbar VW-Chef Herbert Diess wegen des Dieselskandals befragt. Einen direkten Zusammenhang mit der US-Anklage Martin Winterkorns gibt es laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht.

VW-Chef Herbert Diess
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VW-Chef Herbert Diess


Der neue Volkswagen-Chef Herbert Diess hat nach Angaben aus Konzernkreisen vor den US-Ermittlungsbehörden wegen des Dieselskandals ausgesagt. Es habe Gespräche mit Behörden gegeben, sagte ein hochrangiger Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Diese lägen aber mehrere Monate zurück. Worum es bei den Gesprächen genau ging, ist bislang noch unklar.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, Diess habe gegenüber US-Ermittlern des FBI Aussagen gemacht, die diese offenbar als belastend für Winterkorn bewerteten. Diesen Zusammenhang wies der Insider zurück. Volkswagen äußerte sich zu den Berichten zunächst nicht.

In der vergangenen Woche hatte die US-Justiz bekannt gemacht, schon im März Anklage gegen den früheren VW-Chef Winterkorn wegen der Verschwörung zum Betrug erhoben zu haben.

2015 war aufgeflogen, dass VW über Jahre hinweg in großem Stil die Schadstoffsoftware in ihren Autos manipuliert hat. In der Folge musste der damalige VW-Chef Martin Winterkorn gehen.

US-Staatsanwälte sichern Diess freies Geleit zu

Herbert Diess war zu VW gewechselt, kurz bevor der Dieselskandal an die Öffentlichkeit kam. Bislang wird ihm im Zusammenhang mit der Affäre kein Fehlverhalten zur Last gelegt. Er kann derzeit in die USA reisen, ohne Angst vor einer Verhaftung haben zu müssen.

Diess hat mehr als zwei Jahrzehnte in der deutschen Autobranche verbracht, unter anderem bei Robert Bosch und BMW. Als neuer Mitarbeiter bei VW nahm Diess am 27. Juli 2015 in Wolfsburg an dem sogenannten "Schadenstisch" teil. VW hatte bereits im Jahr 2016 eingeräumt, dass dabei dem höheren Management die Probleme mit den überhöhten Emissionen in den USA erklärt wurden.

Diese Sitzung sei das Schlüsselmoment einer Verschwörung gewesen - eine, in der Martin Winterkorn "die fortgesetzte Verheimlichung der Betrugssoftware vor den US-Aufsichtsbehörden genehmigte", schreiben die US-Staatsanwälte in der Anklage gegen den ehemaligen Konzernchef. Da Diess an diesem Treffen teilgenommen habe, wisse er, was Winterkorn und andere auf der Sitzung damals sagten.

Endlich verständlich: Überblick der wichtigsten Daten und Fakten zum VW-Skandal

hej/Reuters



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