Umrüstung manipulierter Diesel VW erwartet von US-Behörden schnelle Genehmigung

Volkswagen rechnet mit einer schnellen Zustimmung der US-Behörden zur geplanten Umrüstung der manipulierten Diesel-Fahrzeuge. Der Konzern sei im "konstruktiven Dialog" mit den zuständigen Stellen, sagte VW-Markenchef Diess in Las Vegas.

VW-Markenchef Diess neben Budd-e-Prototyp: "Baldige Zustimmung" der Behörden
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VW-Markenchef Diess neben Budd-e-Prototyp: "Baldige Zustimmung" der Behörden


In der EU spielt Volkswagen auf Zeit, in den USA muss der Konzern auf die Entscheidung der zuständigen Behörden warten: Erst kurz vor Weihnachten hatte die kalifornische Umweltbehörde CARB die Frist für die Prüfung der von VW vorgelegten Umrüstpläne der manipulierten Diesel-Fahrzeuge bis zum 14. Januar verlängert. Trotzdem verbreitet das Unternehmen in den USA Optimismus.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir eine akzeptable Lösung finden werden", sagte der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, auf der Technologiemesse CES in Las Vegas. Der Autobauer befinde sich in einem "konstruktiven Dialog" mit den US-Behörden und rechne im Abgasskandal mit einer baldigen Zustimmung der zuständigen Stellen.

VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte mit einer Software geschönt zu haben. Weltweit sind fast elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen, in den USA knapp 600.000. Während in Deutschland die Umrüstung von rund 2,4 Millionen Autos Ende Januar beginnen soll, ziehen sich die Verhandlungen in den USA in die Länge.

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Auf der Messe in Las Vegas stellte Diess das Konzept eines elektrischen Kleinbusses vor. Das Budd-e genannte Fahrzeuge könne 2020 Realität werden. Der Nachfolger des legendären Bullis soll mit seinem Elektroantrieb über 500 Kilometer weit fahren können. Ob VW damit die Wünsche der US-Kunden befriedigt, ist dabei unklar: Auf dem US-Automarkt schwächelt das Unternehmen.

Während im Dezember die Konkurrenz ihren Absatz dank gesunkener Spritpreise deutlich steigern konnte, verkaufte der Wolfsburger Konzern nach eigenen Angaben neun Prozent weniger als vor einem Jahr. Bereits im November waren die Auslieferungen von VW um ein Viertel eingebrochen.

Der US-Marktführer General Motors dagegen verbuchte im Dezember ein Plus von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ford, die Nummer zwei in den USA, verkaufte acht Prozent mehr Autos. Noch mehr zugelegt haben der Weltmarktführer Toyota mit einem Plus von elf Prozent und Fiat-Chrysler mit plus 13 Prozent.

Wegen der günstigen Spritpreise interessierten sich die Käufer vor allem für SUVs und Trucks. Diese größeren Fahrzeuge werden auch beliebter, weil die Hersteller inzwischen auf einen geringeren Verbrauch achten. Die meisten Autobauer konnten zudem in den USA von günstigen Finanzierungsbedingungen für die Kunden und der robusten Konjunktur profitieren.

nck/Reuters/dpa



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insgesamt 19 Beiträge
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frummler 06.01.2016
1. wieso sollen die darauf eingehen?
wenn es so schnell und einfach ist diese fahrzeuge durch softwareupdates oder austausch einiger kleinteile umzurüsten wirft sich die frage auf was das ganze eigentlich sollte? für mich sieht das alles nach einer mogelpackung aus die genau untersucht werden muss und nicht einfach so genickt wie hier bei uns
power.piefke 06.01.2016
2. unsinnig
den usa ging es von Anfang an nicht um die Umwelt: es geht hier darum seine eigenen hersteller mit deren unter Weltmarktniveau produzierten Pappschachteln zu schützen.
Stefan_G 06.01.2016
3. zu #2
Zitat von power.piefkeden usa ging es von Anfang an nicht um die Umwelt: es geht hier darum seine eigenen hersteller mit deren unter Weltmarktniveau produzierten Pappschachteln zu schützen.
Schadstoffgrenzwerte gelten für die Fahrzeuge aller (auch US-)Hersteller, nicht nur für VW. Und selbst wenn man durch das Belangen von VW den US-Hersteller nützen will: Den größten Anteil an der Verwirklichung dieses Plans hätte dann VW.
spontanistin 06.01.2016
4. Hat VW überhaupt eine Strategie?
Wer das Ziel hat, auf dem US-Markt Gewinne zu erwirtschaften, sollte auch eine Strategie haben, wie er potentielle Kunden erreicht. Über den Preis dürfte VW das nie schaffen. Da sind die Koreaner und Japaner nicht zu unterbieten. Über Innovation wird es auch nicht gehen. Und ein so Modell , so freaky wie seinerzeit der Käfer, gibt es eh nicht mehr im Portfolio. Wer zu spät kommt, denn bestraft das Leben. Statt die im Rest der Welt erzielten Gewinne in USA zu verpulvern, sollte VW sich sinnvollere Investitionen überlegen.
mictann 06.01.2016
5. Existiert Deutschland noch ...
in den Plänen des arroganten VW-Klüngels? Wir Steuerzahler finanzieren einen Teil des Irrsinns, auf den Kosten der Umrüstung hierzulande wird der Kunde sitze bleiben und es passiert nur bei den Amis etwas, die mir ganz weit hinten vorbeigehen. Diese werden bauchgepinselt und diese Kosten zahlen dann auch wir. Spätestens mit dem nächsten VW. Selbst Rabatte hat VW nicht nötig. Das zeigt, dass der Kunde in D keinen Stellenwert hat.
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