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Winterkorn bei VW-Hauptversammlung: Der Leitgolf

Von manager-magazin.de-Autor Wilfried Eckl-Dorna

Nach dem erbitterten Machtkampf und dem Rücktritt von Konzernpatriarch Piëch will Volkswagen in den Alltag zurück. Auf der Hauptversammlung verknüpft VW-Chef Winterkorn die Zukunft von Europas größtem Autokonzern mit sich selbst.

Am Ende bittet ihn ein Aktionär auf der Bühne um einen persönlichen Handschlag - und Winterkorn geht freundlich lächelnd darauf ein. Hand drauf, auf die Zukunft von VW. Mit seinem Händedruck schafft es Winterkorn, ein ideales Bild auf dieser Hauptversammlung zu vermitteln - als machtvoller, zupackender, aber zugleich zugänglicher Konzernlenker.

Die schiere Größe spielte während dieser Hauptversammlung eine Hauptrolle in der Strategie des VW-Konzernchefs. Winterkorn gelang es erstaunlich gut, die jüngste Führungskrise bei VW mit großen Zahlen, großen Worten und einer Flut von Erfolgs-Kennziffern wegzudrücken. Hier will jemand Stärke zeigen, die jüngste Führungskrise abhaken und weitermachen.

  • Schwächen beim Wachstumskurs? Doch nicht bei Volkswagen Chart zeigen , dem Rekord-Konzern mit zehn Millionen verkauften Fahrzeugen. Dem Forschungsausgaben-Weltmeister, dem Riesen, der in den nächsten fünf Jahren 107 Milliarden Euro in neue Autos, Werke und in China investiert.

  • Eine verunsicherte Mannschaft? Aber nicht doch, die Mitarbeiter sind laut Winterkorn ebenso wie die Fahrzeuge das "Herz des Konzerns". Aktionäre sollen sich nicht verunsichern lassen - denn vorne steht ja Winterkorn, und der ist stärker als je zuvor. Und Volkswagen? Laut VW-Chef ein "kerngesundes, gut aufgestelltes Unternehmen".

  • Renditeprobleme bei VW, Absatzsorgen in den USA? Alles kein Grund zur Beunruhigung. Das Sparprogramm beginne schon zu greifen, und in den USA soll die "größte SUV-Offensive in der Geschichte unserer Marke" bald für bessere Zeiten sorgen.

  • Baustellen im VW-Reich? Eine solche Formulierung lässt Winterkorn selbstverständlich nicht gelten. Er spricht von "vermeintlichen Baustellen", die im Übrigen gar keine Baustellen mehr seien, weil man diese, "frühzeitig und entschlossen" angepackt habe.

Winterkorn trifft bei Piëch den richtigen Ton

Winterkorn hat eine klare Agenda: Den Aktionären in der Halle demonstrieren, dass sie den besten, den fähigsten Feldherrn da vorne an der Konzernspitze haben.

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VW-Hauptversammlung: Piëch kurz vor der Heiligsprechung
Als er auf das Thema Ferdinand Piëch zu sprechen kommt, trifft er mit wenigen Sätzen exakt den richtigen Ton: "Ferdinand Piëch hat die Automobilindustrie in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein zweiter. Als Unternehmer, als Ingenieur und als mutiger Visionär. Ich habe ihm viel zu verdanken", sagt Winterkorn. So setzt Winterkorn seinem Widersacher Ferdinand Piëch ein Denkmal - und steht zugleich als großmütiger, weitblickender Stratege vor seinen Aktionären.

Nun, für die Zeit nach Ferdinand Piëch, gibt Winterkorn eine klare Marschrichtung aus: Weiterarbeiten. Sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Die Nummer 1 werden.

Dabei setzt Winterkorn vor allem auf seine eigene Person. Selten zuvor brachte der VW-Chef sich so persönlich ein wie dieses Mal. In den USA etwa soll die Marke Volkswagen wieder in die Offensive gehen. "Dafür stehe ich", erklärte Winterkorn mit seiner tiefen, vertrauenserweckenden Stimme.

Mit seinem Effizienzprogramm (das Wort "Sparprogramm" passt nicht zum Erfolgskurs) soll die Kernmarke VW noch in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro einsparen. "Hier lassen wir - hier lasse ich nicht nach", betont Winterkorn. Bei VW bauen Menschen Autos für Menschen, wirbt der Konzernchef. "Und ich verspreche ihnen: Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern".

Es sind eine Menge ziemlich gewichtiger Versprechen, die Martin Winterkorn vor seinen Anteilseignern und der Öffentlichkeit abgegeben hat. Die nächsten Hauptversammlungen werden zeigen, ob er sie halten kann.

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insgesamt 16 Beiträge
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1.
Reiner_Habitus 05.05.2015
Hat die Redaktion heute Nacht in der Witzebox geschlafen? Ist heute schon die 2. Überschrift die postilionwürdig ist....
2. hahahahahah
campdavid 05.05.2015
Golf statt Wolf....schon wieder....und noch lustiger diesmal!!11
3. ...
tpb.83 05.05.2015
Der "Leitgolf"???? Ist das echt euer Ernst. Bin ich bei der Bild gelandet, oder was???
4. Die Probleme
ingenör79 05.05.2015
in den USA, die niedrige Rendite bei VW, die hohen Kosten in Wolfsburg und die Zusammenführung von MAN und Scania sind noch zu lösen. Da bleibt noch viel zu tun.
5. Leitgolf
michibln 05.05.2015
Wer macht eigentlich solche albernen Überschriften?
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