Aufholjagd auf dem Automarkt VW investiert eine Milliarde in Indien

"Schwergetan, die Wachstumsziele zu erreichen": VW hängt auf dem zukunftsträchtigen Automarkt in Indien seinen Konkurrenten hinterher. Eine Milliarde Euro soll das nun ändern.

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Volkswagen Chart zeigen will eine Milliarde Euro in eine Offensive auf dem indischen Automarkt stecken. Ziel sei ein Marktanteil von fünf Prozent bis 2025, teilte die tschechische Billigtochter Skoda mit. Der Wolfsburger Autobauer hatte Skoda die Zuständigkeit für den indischen Markt gegeben.

Während Skoda die Verkaufszahlen dort dank des Skoda Rapid und des Kodiaq um 30 Prozent steigerte, hinkte VW insgesamt Rivalen wie Ford Chart zeigen und Toyota Chart zeigen hinterher. "Volkswagen hat sich in den vergangenen Jahren schwergetan, seine Wachstumsziele in Indien zu erreichen", räumte Skoda-Chef Bernhard Maier in Neu-Delhi ein.

Sportlicher Geländewagen geplant

Beginnen soll die Modelloffensive 2020 mit einem mittelgroßen sportlichen Geländewagen. Die Investitionen des Wolfsburger Autobauers sollen größtenteils bis 2021 fließen. Die Skoda-Modelle für Indien sollen eine Variante des modularen Querbaukastens nutzen, auf dem etwa auch der VW Polo basiert.

Das VW-Werk in Aurangabad im Westen des Landes werde erweitert. Die Skoda-Modelle für Indien sollten zu 90 Prozent dort gebaut werden, sagte Maier. Später sei auch ein Export von Indien in andere Länder denkbar.

Aus der geplanten Partnerschaft von Skoda mit der indischen Tata Motors war im vergangenen Jahr nichts geworden. Die VW-Marke aus Tschechien sei weiterhin offen für andere Bündnisse, sagte Maier. Gespräche darüber gebe es aber derzeit nicht.

ans/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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Fait Accompli 02.07.2018
1. Wenn die da fast ganz bei Null anfangen
dann könnten sie gleich ohne Altlasten mit Elektroautos einsteigen. Zumal Indien beschlossen hat, ab 2030 nur noch eAutos neu zuzulassen. Ich befürchte aber,sie werden die Verbrenner bis zur letztmöglichen Sekunde ausreizen... um dann beim Wechsel auf Elektro feststellen zu müssen, dass dieses Gebiet schon von anderen bedient wird.
naklar261 02.07.2018
2. @1 so oder so ähnlich
Ich denke mal nicht dass Sie die Gesamtstrategie von VW in Asien kennen, aber ich denke es wird genauso laufen wie sie das hier so vorzüglich beschreiben.
gerd0210 03.07.2018
3.
Zitat von Fait Accomplidann könnten sie gleich ohne Altlasten mit Elektroautos einsteigen. Zumal Indien beschlossen hat, ab 2030 nur noch eAutos neu zuzulassen. Ich befürchte aber,sie werden die Verbrenner bis zur letztmöglichen Sekunde ausreizen... um dann beim Wechsel auf Elektro feststellen zu müssen, dass dieses Gebiet schon von anderen bedient wird.
VW wird in Indien die Autos bauen, die die Kunden haben wollen. Mit einer Mrd. Menschen ist der Markt dreimal so groß wie in den USA. Höchst wahrscheinlich werden es keine teuren eAutos sein, die könnten sich die meisten Inder nicht leisten.
Meckerameise 03.07.2018
4.
Anstatt einen neuen Markt als Testballon zu betrachten geht das Verscherbeln von Dinotechnologie eben in Indien weiter. Und klar: auch dort sollen die "Hausfrauenpanzer" unters Volk gebracht werden. Irgendwie traurig, dass VW den Firmen Ford und Toyota nur hinterherhechelt. Doch irgendwie nur ein Schäflein.
Plasmabruzzler 03.07.2018
5.
Eine Milliarde Euro klingt für Otto-Normal-Verbraucher erst einmal nach sehr viel Geld. Wenn man bedenkt, dass damit Gebäude errichtet, Maschinen gekauft, Personal angeheuert wird usw. und ggf. sogar noch Grundstücke gekauft und erschlossen werden müssen, klingt das nicht mehr nach so viel Geld. Ich glaube, man will dort einen Fuß in die Tür bekommen (industriell gesehen), warten, wie sich der Markt entwickelt und beizeiten richtig investieren. Auf Dauer wird sich VW solch einen riesigen Markt wohl nicht entgehen lassen.
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