Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Hedgefonds verklagt Piëch und Porsche auf Schadensersatz in Milliardenhöhe

Das kann teuer werden: Ein Hedgefonds hat nach SPIEGEL-Informationen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche auf 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Die beiden sollen bei der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Aktionäre getäuscht haben.

Ferdinand Piëch (l.) und Wolfgang Porsche (Archivbild): "Kriminelle Methoden"
DPA

Ferdinand Piëch (l.) und Wolfgang Porsche (Archivbild): "Kriminelle Methoden"


Hamburg - Der Hedgefonds Elliott Associates LP des US-Investors Paul E. Singer hat nach SPIEGEL-Informationen beim Landgericht Frankfurt eine Schadensersatzklage gegen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche eingereicht. Die beiden hätten die Übernahme von VW heimlich vorbereitet und die übrigen Aktionäre dabei getäuscht. Dies sei ein Verstoß gegen Paragraf 826 BGB, heißt es in der Klage, in der von Piëch und Porsche persönlich Schadensersatz in Höhe von 1,8 Milliarden Euro gefordert wird.

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Heft 6/2014
Plädoyer für ein Sterben in Würde

Während der Übernahmeschlacht hatten viele Hedgefonds auf fallende VW-Kurse gewettet und viel Geld verloren, nachdem Porsche am 26. Oktober 2008 bekanntgegeben hatte, dass die Sportwagenfirma 75 Prozent der VW-Stammaktien erwerben wollte und der VW-Kurs in die Höhe schoss. Bislang haben Privatanleger und Hedgefonds Porsche und VW auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 5,7 Milliarden Euro verklagt.

Die Klage gegen die Privatpersonen Piëch und Porsche stellt eine neue Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung dar. In der Klage wirft der Hedgefonds Piëch und Porsche vor, sie hätten bei der Übernahme Methoden verwendet, "wie man sie sonst nur aus dem Bereich der Geheimdienste und der Organisierten Kriminalität kennt". Entwicklung und Ausführung des Plans seien über ein "geheimes Logistikzentrum in Österreich erfolgt". Man habe "nicht registrierte Mobiltelefone" verwendet und eine "sonst nur Regierungen zugängliche Verschlüsselungstechnologie".

Ein Porsche-Sprecher weist die Vorwürfe als völlig haltlos zurück. Die Mutmaßungen der Kläger seien durchweg unzutreffend.

Paul E. Singer, dem Anleger 21 Milliarden Dollar anvertrauten, gilt als einer der härtesten Vertreter in der Branche der Hedgefonds. Er ließ 2012 ein Schiff der argentinischen Marine pfänden, nachdem das Land Schuldverschreibungen, die er erworben hatte, nicht vollständig begleichen wollte.



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insgesamt 196 Beiträge
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spon-1189707586709 02.02.2014
1. prima
Eine Heuschrecke verzockt sich und nun muss die Kohle wieder rein. Wer auf Kurse znd Leerverkäufe wettet verliert halt manchmal. Richtung so.
rolfseul 02.02.2014
2. Ein weiteres Beispiel,...
wofür das "hart" erarbeitete Geld ausgegeben wird. Ich kann nur hoffen, das die Gerichte die Klage erst gar nicht annehmen! Leute die solchen Finanzmanagern ihr Geld geben, kann gar nicht "hart" erarbeitet sein, weil es ihnen egal ist wie sie mehr davon bekommen!!!
Lok Leipzig 02.02.2014
3. Ausgerechnet
Ein so gnadenloser Zocker wie Paul Singer, der ohne Skrupel andere über den Tisch zieht, auf den Münteferings Vokabel "Heuschrecke" passt, wie auf wenige andere, der will sich jetzt schadlos halten, weil er sich verspekuliert hat? Geht es noch dreister? Auch Heuschrecken können irren, nur sollten Sie dann auch die Verluste selbst tragen und nicht versuchen, sie im Nachhinein anderen aufzubürden.
jonas4711 02.02.2014
4. Ich lach mich krank
Zitat von sysopDPADas kann teuer werden: Ein Hedgefonds hat nach SPIEGEL-Informationen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche auf 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Die beiden sollen bei der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Aktionäre getäuscht haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vw-porsche-piech-und-porsche-auf-schadensersatz-verklagt-a-950605.html
ein Raffke verklagt einen anderen Raffke weil er nicht genug erraffen konnte....
nibal 02.02.2014
5. NSA Fehlinformation aufgesessen?
Wegwerfhandys und Geheimniskrämerei? Wie kommt man auf die Idee soetwas zu unterstellen, außer man hat geheimdienstliche Informationen? Ich meine für wen ist das Relevant, außer jemanden der die beiden illegal überwacht hat? Und hat Paul E. Singer sich vielleicht deshalb verzockt, weil sein NSA Kontakt ihm zuerst grünes Licht gab, da er dies ursprünglich nicht bemerkt hat? Sollte Singer dann nciht lieber seinen NSA Informanten verklagen?
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