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VW-Abgasaffäre: Winterkorn wird offenbar von allen Ämtern zurücktreten

Den Chefsessel hat er bereits geräumt, nun wird Martin Winterkorn einem Zeitungsbericht zufolge offenbar auch sämtliche andere VW-Ämter aufgeben. Das sollen die Gewerkschaft IG Metall sowie das Land Niedersachsen als Großaktionär verlangt haben.

Die Abgasaffäre kann Martin Winterkorn jede Menge Geld kosten, nun droht ihm auch noch der Verlust sämtlicher Posten: Der zurückgetretene VW-Vorstandschef wird offenbar bedrängt, alle Ämter im Konzern aufzugeben. Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR sei mit diesem Schritt in den kommenden Tagen zu rechnen. Es handle sich um folgende Ämter: Chef der Porsche SE Holding, Aufsichtsratschef bei Audi, Aufsichtsratschef bei der Lkw-Tochter von VW sowie Aufsichtsrat bei Porsche. Der Rückzug sei nur noch Formsache, hieß es.

Dem Bericht zufolge hatte das Land Niedersachsen, zweitgrößter Aktionär von Volkswagen Chart zeigen, von Winterkorn verlangt, alle Ämter aufzugeben. Auch Vertreter der IG Metall hätten den "kompletten Rückzug" des früheren Top-Managers gefordert.

Mitte September war bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen in den USA geschönt hat. Mittlerweile hat der Konzern bereits Manipulationen an rund elf Millionen Fahrzeugen weltweit eingeräumt, davon rund 2,8 Millionen in Deutschland. Winterkorn trat infolge des Skandals als Vorstandschef zurück.

Insbesondere der offenbar anstehende Rückzug aus der Finanzgesellschaft Porsche SE Holding dürfte Winterkorn schmerzen: Ohne die von den Aktionärsfamilien Porsche und Piëch dominierte Gesellschaft verlöre er sämtlichen Einfluss im Unternehmen - und auch auf seinen Nachfolger Matthias Müller.

Winterkorn hat laut "SZ" seine Lage analysiert - und werde sich vollständig zurückziehen. Sein Aufsichtsratsmandat beim Fußballklub Bayern München wolle er auf Wunsch von Klubchef Karl-Heinz Rummenigge allerdings behalten. Das Mandat ist nicht an VW gekoppelt.

Dem Bericht zufolge prüft auch die Europäische Investitionsbank Konsequenzen in der Abgasaffäre. Die Förderbank habe dem Konzern seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro günstiger Kredite gewährt - auch für die Entwicklung sauberer Motoren.

apr

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Club der toten Korrumpeure
bjbehr 12.10.2015
Ja klar, der FC Bayern München nimmt noch jeden korrupten Verbrecher und Schmiergeldempfänger, da ist noch Platz im Verein. Nur ob das auf Dauer diesem Club der toten Korrumpeure gut bekommt, wird sich zeigen. Dieses bayerische Kasperletheaterfass namens FCB halte ich persönlich für voll. Ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es überläuft.
2. Das passt doch ...
womo88 12.10.2015
Der FCB als REHA-Station für gefallene Geschöpfe ... Rummenigge, Hoeness und jetzt auch noch Winterkorn. Die ersten beiden sind laut Medienberichten ja schon vorbestraft. Man fragt sich, was das für ein Verein ist: Der Vorstandsvorsitzende vorbestraft, der (inzwischen) Ex-Präsi vorbestraft und wer weiß, was bei Aufsichtsrat Winterkorn noch passiert ... Nachtigall, ick hör` dir trapsen. ;-)
3. Damit ist er an einer Lösung des Problems
tommit 12.10.2015
nicht mehr beteiligt. Wie nett von der Gewerkschaft und den Grossaktionären! Man kann sich doch noch sicher sein, dass man im Notdall aus der Schusslinie genommen wird... Er hätte ja auch mit einem ganz normalen Durchschnittsgehalt von 2500 Euro weiterarbeiten können nur ohne ENtscheidungskompetenzen und der Lohn würde Schulden abztragen... Die 'Rentenansprüche' wird man ohnehin nicht angreifen können, das wissen alle 'Wissenden' die 2 min BWL studiert haben.. Solch einen erstfall will keiner der Funktionäre... Kleinfeld, Zumwinkel usw usw... alle Manager dürften spätestens durch das traurige Ende des Enron Chefs aufgeschreckt gewesen sein...
4. Rolex-Rummenigge und VW-Gate-Winterkorn
raber 12.10.2015
Da befinden sich beide in guter Gesellschaft. Und Rummenigge wünscht, dass er beim FC Bayern bleibt. Millionenfach betrogen und seinen Laden nicht im Griff und trotzdem FC Bayern würdig. Ist wie Hoeness und Beckenbauer. Wer so einen Riesenbetrug in seiner Firma hat, kann einfach nicht besser in einem anderen Aufsichtsrat sein.
5. Ich habe da einen vagen Verdacht.
willibaldus 12.10.2015
Kann es sein, dass der Vorstand auf preisliche Vorgaben bestand, die die Technische Abteilung nicht erfüllen konnte? Dass Arbeitsplatz oder Karriere an einer Erfüllung der Vorgaben hing und der einzige Ausweg der Sprung vom tricksen zum Betrug schien? Das wäre dann eine Kritik an Unternehmenskultur. Bzw Umgang untereinander und zwischen den Hierarchien.
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