W-Lan-fähiger Stromstecker: Energiesparen mit dem klugen Klotz

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Den schlauen Stromnetzen gehört die Zukunft: Auf der Tech-Messe CES hat ein US-Unternehmen ein Bauteil präsentiert, das selbst uralte Waschmaschinen und Kühlschränke W-Lan-fähig macht. Verbraucher sollen damit ihren Energieverbrauch genau steuern können.

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DDP

Steckdose: Die Firma Tenrehte will mit einem Zwischenstecker den Verbrauch kontrollieren

Hamburg - Der Kasten, der Verbraucher von den Energiekonzernen emanzipieren soll, ist etwas klobig: ein großer, schwarzer Klotz, der eher an Akkus aus den neunziger Jahren erinnert als an die Energiezukunft des 21. Jahrhunderts. Und dennoch ist das Gerät, das die New Yorker Firma Tenrehte auf der Technologiemesse CES in Las Vegas präsentiert hat, eine solche Technikvision: Es ist W-Lan-Router, Stecker und Schalter in einem.

Picowatt nennt das Unternehmen seinen Prototypen, der nach Angaben des Tech-Portals "Cnet-News" im April zunächst in den USA auf den Markt kommen soll. Der Kasten wird zwischen Steckdose und dem elektronischen Gerät installiert. Selbst uralte Waschmaschinen und Kühlschränke werden so internetfähig - und der Nutzer kann über eine Überwachungs-Software oder per Facebook-Anwendung genau den Energieverbrauch einzelner Geräte überwachen. Über den eingebauten Schalter kann er die Hardware außerdem aus der Ferne an- und ausschalten.

"Smart Plugs" werden solche Zwischenstecker auch genannt. Neben Tenrehte bietet unter anderem das kanadische Start-up Zerofootprint eine ähnliche Lösung an; auch an der englischen University of Essex wird der Prototyp eines schlauen Steckers erforscht. Das Konzept ist bestechend: ausstatten oder aufwendig ein Nutzer müssen ihren Haushalt nicht mit einem intelligenten Stromzähler Heimmanagementsystem einbauen, um den eigenen Energieverbrauch in hoher Auflösung zu kontrollieren - sie müssen nur kurz einzelne Geräte an einen Smart Plug stöpseln.

Größeres Bewusstsein für Energieeffizienz

Im Haus soll die Plug-and-play-Lösung rasch Geld sparen. So kann das Picowatt den Standby-Betrieb von Unterhaltungselektronik oder über eine eingebaute Zeitschaltuhr Fernseher, DVD-Spieler und Set-Top-Box jede Nacht zwischen Mitternacht und sieben Uhr morgens automatisch abschalten. Hinzu kommt, dass die Nutzer den Energieverbrauch einzelner Geräte über eine Webschnittstelle genau überwachen können. Studien zufolge entwickeln Nutzer, die ihre eigenen "elektrischen Fußabdruck" kennen, ein größeres Bewusstsein für Energieeffizienz. Sie erkennen, durch welche Gewohnheiten sie besonders viel Strom verschwenden und erhalten die Chance, schon durch kleine Änderungen ihrer Lebensrhythmen Elektrizität und Geld zu sparen.

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Ob Endverbrauchern das letztlich als Anreiz reicht, um eine kleine Energierevolution im eigenen Haus zu starten, wird sich erst zeigen müssen. Im Falle von Picowatt ist durchaus Skepsis angebracht. Der schlaue Stecker soll zur Markteinführung 80 Dollar kosten. Wer sein Eigenheim wirklich energieeffizient machen will, muss sich wohl gleich mehrere schlaue Stecker kaufen - es dürfte recht lange dauern, bis man diese Investition durch Stromsparen wieder reingeholt hat. Apropos Stromsparen: Tenrehte macht keine genauen Angaben darüber, wie viel Energie ein Picowatt-Modul eigentlich selbst verbraucht.

Dennoch geht die Idee des Smart Plug in die richtige Richtung. Die schlauen Stecker könnten die Bemühungen, den Energieverbrauch in den Haushalten zu reduzieren, beschleunigen. Ab 1. Januar dieses Jahres sind Hausbesitzer und Vermieter in Deutschland gesetzlich verpflichtet, in Neubauten und bei grundlegenden Renovierungen intelligente Stromzähler einzubauen. Bis 2016 sollen alle analogen Zähler aus den Haushalten verschwunden sein. Lösungen wie Picowatt sind für diese Übergangsphase ein zusätzlicher Baustein, um Verbrauchern mehr Kontrolle über ihren Energiekonsum zu geben.

Mittelfristig dürften schlaue Stecker oder komplette Heim-Managementsysteme für Verbraucher ohnehin deutlich an Wert gewinnen. In vielen Ländern soll es bald flexible Abrechnungssysteme geben, Stromtarife, die je nach Angebot und Nachfrage stundenaktuell schwanken - und die Verbrauchern und Unternehmen damit zusätzlichen Anreiz zum Energiesparen geben. Sie könnten das Smart Plug an einer Waschmaschine dann so programmieren, dass es den Waschgang immer erst nachts startet, wenn der Strom billiger wird.

In Deutschland werden solche Lösungen bereits intensiv getestet - in einem gemeinsamen Projekt des Wirtschafts- und Umweltministeriums unter dem Label E-Energy.

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Forum - Verlieren die Energieriesen die Kontrolle?
insgesamt 458 Beiträge
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1. Die werden nicht weniger verdienen!!!
querdenker13 30.09.2009
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
2.
Rainer Daeschler, 30.09.2009
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- € im Jahr, gewogen halten. Erwartet man mehr von den Begünstigten, offeriert man Aufsichtsratssitze in Töchtern, das ist nicht so auffällig wie bei der Konzernmutter selber, oder auch berufliche Perspektiven.
3.
Hartmut Dresia, 01.10.2009
Zitat von querdenker13Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
4.
AndyH 01.10.2009
Zitat von Hartmut DresiaGrundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
Das hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
5.
Rainer Daeschler, 01.10.2009
Zitat von AndyHDas hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen. Frankreich mit 45,01% an der EnBW Schweden mit 100% an Vattenfall Das gibt einen internationalen Scherbenhaufen, wenn man versucht ihnen diese Pfründe wieder zu entreißen.
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