Wachwechsel an der Börse IBM überholt Microsoft

Das gab's seit 1996 nicht mehr: Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ist IBM an der Börse erstmals wieder mehr wert als sein Erzrivale Microsoft. Der Softwarekonzern fällt im Wettrennen der Techgiganten zurück.

IBM-Logo: Software schlägt Hardware
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IBM-Logo: Software schlägt Hardware


New York - Die Schmach muss tief sitzen: Nach mehr als 15 Jahren ist IBM an der Börse wieder mehr wert als Microsoft. Nach Reuters-Daten beträgt die Marktkapitalisierung von IBM derzeit 203,5 Milliarden Dollar. Microsoft kommt nur noch auf 201,3 Milliarden Dollar.

Der Softwarekonzern von Steve Ballmer ist damit nur noch das drittwertvollste Unternehmen der IT-Industrie. Seinen Spitzenplatz musste Microsoft bereits vor gut einem Jahr an Apple Chart zeigen abgeben.

Sowohl zu Apple als auch zu IBM hat Microsoft eine besondere Beziehung. Apple hatte an der Börse zuletzt am 19. Dezember 1989 vor Microsoft gestanden. Noch vor rund zehn Jahren galt Apple als so gut wie abgeschrieben. Doch die Rückkehr von Gründer Steve Jobs und eine ganze Reihe innovativer Produkte, die bei den Konsumenten großen Anklang fanden, sorgten für ein beispielloses Comeback.

Der US-Technologiekonzern IBM notierte zuletzt im April 1996 vor Microsoft. Dann wurde er regelrecht abgehängt. Der Aufstieg Microsofts begann indes schon 1981 - mit einem cleveren Vertragsabschluss. IBM suchte ein Betriebssystem für seine ersten PCs. Microsoft bot sein System MS-Dos an (obwohl es seinerzeit noch gar nicht fertig war). Doch statt MS-Dos einfach an IBM zu verkaufen, ließ der damalige Formenchef Bill Gates es lizenzieren. Als der PC-Markt - nicht zuletzt durch IBMs Vorstoß - rasant größer wurde, lizenzierte Microsoft sein Programm auch an andere Computerhersteller.

Top 5 der IT-Riesen

Rang Unternehmen Börsenwert in Milliarden Dollar
1 Apple 308,83
2 IBM 207,52
3 Microsoft 206,52
4 Oracle 173,42
5 Google 168,87

Quelle: Google Finance; Stand: 24. Mai 2011

Nach und nach litten die PC-Hersteller unter einem immer größeren Konkurrenzkampf. Microsoft aber verdiente sich eine goldene Nase. Das Betriebssystem Windows generiert noch eine einen erheblichen Teil der Konzerngewinne.

IBM indes hat sich weiterentwickelt. Der Konzern konzentrierte sich weniger auf Computer, dafür mehr auf Firmentechnologie, Software und Beratung. Der Marsch in höherwertige Produkte, mit denen sich mehr Geld verdienen ließ, bescherte zunehmend Erfolg. Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen mit Software 44 Prozent seiner Gewinne. Danach kamen Dienstleistungen, erst dann Hardware. Die Gewinne in der Softwaresparte wurden seit dem Jahr 2000 verdreifacht. In den kommenden fünf Jahren sollen sie laut einer internen Präsentation noch einmal fast verdoppelt werden.

ssu

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Gani, 24.05.2011
1. Gähn
Null-Meldung für Laien die auf grosse Zahlen stehen...
fenceking 24.05.2011
2. Schlecht recherchiert
Zitat von sysopDas gab's seit 1996 nicht mehr: Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ist IBM an der Börse erstmals wieder mehr wert als sein Erzrivale*Microsoft. Der Softwarekonzern fällt im Wettrennen der Techgiganten zurück. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,764465,00.html
Die ersten PCs mit MS-DOS kamen nach April 1996? Uiuiui, schelcht recherchiert. Der Deal zwischen IBM und MS war bereits 1981.
nicolai-bruno 24.05.2011
3. MS-DOS? 1996 ging das Internet schon ab wie Luzi...
Zitat von fencekingDie ersten PCs mit MS-DOS kamen nach April 1996? Uiuiui, schelcht recherchiert. Der Deal zwischen IBM und MS war bereits 1981.
Gut aufgepasst, darüber bin ich auch sofort gestolpert. Einem halbwegs fachkundigen Autor sollte das nicht passieren. Das untergräbt nachhaltig das Ansehen von SPON.
senf, 24.05.2011
4. Respekt
"Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ist IBM an der Börse erstmals wieder mehr wert als sein Erzrivale Microsoft." Ab heute ist Reuters für mich das Inbild für investigativen, aufwendigen Journalismus: Anzahl Aktien * Nennwert = News Meldung
freund-der-worte 24.05.2011
5. Nicht unbedingt...
Zitat von GaniNull-Meldung für Laien die auf grosse Zahlen stehen...
Nicht unbedingt nur eine "Null-Meldung". 90% des Business ist Psychologie und psychologisch ist das eine Schwelle gewesen, die auf beiden Seiten Bedeutung hat. Und wenn es für Konzerne Bedeutung hat, die international mit ihren Produkten den Alltag von hunderten von Millionen Menschen bestimmen, so hat es irgendwann auch Einfluss auf diese. Microsoft hat mit Windows und Office einen enormen Einfluss auf eine Menge Menschen und die Art, wie sie mit IT umgehen, alleine weil fast jeder in der westlichen Welt das hat und nutzt (ob es ihm oder ihr gefällt oder nicht...). Apple wiederum prägt derzeit einen gewissen Lifestyle, der ebenso ziemlichen Einfluss hat. Was bei diesen Unternehmen passiert, kann ziemliche Kreise ziehen. Wie gesagt, ob es einem gefällt oder nicht. Ich heiße das weder gut noch schlecht, gehe aber davon aus, dass es eben Einfluss hat. Welchen, wird man wohl erst im Abstand einiger Jahre sehen.
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