Wachwechsel bei Daimler: Wolfgang Bernhard wird Mercedes-Vize

Von Michael Freitag

Mitten in der Krise lässt Dieter Zetsche einen seiner wichtigsten Männer gehen: Mercedes-Vize Rainer Schmückle verlässt nach Informationen des manager magazin Daimler. An seine Stelle rückt Wolfgang Bernhard, aktuell Chef der Mercedes-Transportersparte.

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Manager Bernhard: Rückkehr zu Daimler

Hamburg/Stuttgart - Wolfgang Bernhard hat bereits bei der früheren Daimler-Tochter Chrysler eng mit Dieter Zetsche zusammengearbeitet. Zetsche war damals Chrysler-Chef, Bernhard für das operative Geschäft zuständig. Vielleicht hat Zetsche an diese Zeit gute Erinnerungen - fest steht: Der Daimler-Chef hat Bernhard nach Informationen des manager magazin zum Mercedes-Vizechef gekürt. Er löst Rainer Schmückle ab, der das Unternehmen verlässt.

Bernhard hatte den Konzern 2004 im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp verlassen. 2005 ging er als Markenchef VW zum Volkswagen-Konzern. Er verließ das Unternehmen aber Anfang 2007, nachdem Martin Winterkorn zum Vorstandschef berufen worden war.

Zetsche führt Daimler und Mercedes in Personalunion. Er erläuterte Schmückles Abberufung bereits im Präsidium des Aufsichtsrats. Ob Bernhard auch in den Konzernvorstand aufrückt, ist offenbar noch nicht klar. Der Daimler-Aufsichtsrat tagt Mitte Februar vor der Präsentation der Jahresbilanz für 2009. Ein Konzernsprecher sagte, zu Personalspekulationen nehme das Unternehmen keine Stellung.

Schmückle stand intern schon länger in der Kritik. Er hatte zwar etliche erfolgreiche Sanierungsprojekte geleitet, unter anderem das Mercedes-Programm Core und die Rettung der US-Lkw-Tochter Freightliner. Aber er machte sich durch sein in der Regel nicht eben diplomatisches Auftreten auch zahlreiche Feinde. Zuletzt war er einige Male mit dem Betriebsrat aneinandergeraten. Ein Angebot, die Opel-Spitze zu übernehmen, hatte er jüngst abgelehnt.

Der Wechsel kommt für Daimler in einer schwierigen Phase. Den Absatzeinbruch des vergangenen Jahres überstand der Konzern nur deshalb einigermaßen heil, weil er die Kosten um mehrere Milliarden Euro drückte.

So verzichteten die Mitarbeiter auf Lohn, die Ausschüttung von Prämien wurde auf 2010 verschoben, teilweise setzte das Unternehmen Zehntausende Beschäftigte auf Kurzarbeit. Dennoch dürfte der Konzern das Jahr mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen haben.

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Forum - Verliert Mercedes seinen Nimbus?
insgesamt 2785 Beiträge
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1.
Volker Gretz 19.10.2009
Zitat von sysopVerliert Mercedes seinen Nimbus? Es wird eng für Mercedes. 2010 wird der Absatz des Mutterkonzerns Daimler hinter Audi zurückfallen. Im Premiummarkt wäre Mercedes dann nur noch die Nummer Drei - verliert die einstige Premiummarke allmählich ihren Nimbus?
Welchen Nimbus? "Premiummarke" (Aufgeld für Werbung) wäre vor 15 Jahren noch ein Schimpfwort für Mercedes gewesen. Jetzt müssen sich die früher nahezu unkaputtbaren und luxuriösen Autos mit der Beschimpfung "Premium" zufrieden geben. Hätte schlimmer kommen können - immerhin hat der aktuelle, zemporäre vor kurzem noch Crysler exekutiert. Immerhin bewegen sich die Chip-Schleudern mit dem Stern (manchmal) noch :-)
2.
ergoprox 19.10.2009
Ein paar größenwahnsinnige, dafür auch noch fürstlich entlohnte, Manager haben noch jeden Laden kleingekriegt.
3.
harrybr 19.10.2009
Zitat von sysopVerliert Mercedes seinen Nimbus? Es wird eng für Mercedes. 2010 wird der Absatz des Mutterkonzerns Daimler hinter Audi zurückfallen. Im Premiummarkt wäre Mercedes dann nur noch die Nummer Drei - verliert die einstige Premiummarke allmählich ihren Nimbus?
wäre doch schön
4.
Albedo4k8 19.10.2009
Das Daimler nach Opel ins Grass beisst war eigentlich schon immer recht offensichtlich. Die Dinosaurier sterben eben irgendwann. Opel, Daimler, BMW und zum Schluss VW das duerfte in etwa die Rangfolge vom dt. Automobilhersteller sterben sein.
5.
CMH 19.10.2009
Audi soll Premium sein? Ist das hier ein Satire-Forum?
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