Währungskrise Wem der Euro-Verfall nutzt - und wem er schadet

Der Euro verliert rapide an Wert - das schürt Ängste und Hoffnungen zugleich. Anleger bangen um ihr Erspartes, Unternehmer dagegen hoffen auf einen Exportboom. SPIEGEL ONLINE analysiert, wer von der Währungsschwäche profitiert und wer sie fürchten muss.

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Europäische Zentralbank: Bedenklicher Abwärtsstrudel
DDP

Europäische Zentralbank: Bedenklicher Abwärtsstrudel


Frankfurt am Main - Der Euro-Kurs kennt zurzeit nur eine Richtung: bergab. Ende 2009 stand die Gemeinschaftswährung noch bei stolzen 1,50 Dollar, doch dann plagten den Kontinent immer heftigere Schuldensorgen, und jede Schockmeldung drückte den Euro stärker in die Tiefe.

Erst meldeten Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien horrende Haushaltsdefizite, dann musste die EU die Regierung in Athen mit Milliarden vor der Pleite retten. Inzwischen hat der Staatenbund ein 750 Milliarden Euro schweres Anti-Spekulanten-Paket geschnürt, und die Europäische Zentralbank kauft sogar Anleihen von Krisenstaaten.

Der Gemeinschaftswährung schaden diese Entwicklungen: Am Montag ist der Euro zwischenzeitlich auf unter 1,23 Dollar gesunken - der niedrigste Stand seit rund vier Jahren. Im Laufe des Tages erholte sich der Kurs wieder etwas.

Doch nach Einschätzung von Währungsexperten könnte die Gemeinschaftswährung noch viel tiefer fallen. "Der Euro befindet sich in einem starken Abwärtstrend", sagt Rainer Sartorius von HSBC Trinkaus. Die niederländische Bank ING erwartet, dass der Euro bis Jahresende auf 1,15 Dollar fällt. Neil Mellor von der Bank of New York Mellon hält sogar eine Euro-Dollar-Parität für möglich. Ende 2010 könnte ein Euro nur noch einen Dollar wert sein, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ganz gleich, wie tief der Euro fällt: Einig sind sich die Experten darüber, dass die Gemeinschaftswährung angesichts der großen Unsicherheiten in Europa auf absehbare Zeit schwach bleiben dürfte - und dass eine längere Euro-Krise globale handelspolitische Folgen hat.

Fragt sich also: Wem nützt die Euro-Schwäche? Und wem schadet sie? SPIEGEL ONLINE zeigt Gewinner und Verlierer.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
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Sukram71 18.05.2010
1. übertrieben ... es sind 7-17 Prozent
Zitat von sysopDer Euro verliert rapide an Wert - das schürt Ängste und Hoffnungen zugleich. Anleger bangen um ihr Erspartes, Unternehmer dagegen hoffen auf einen Exportboom. SPIEGEL ONLINE analysiert, wer von der Währungsschwäche profitiert und wer sie fürchten muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,695137,00.html
"verliert Rapide an Wert" finde ich etwas übertrieben. Der kurzzeitige Maximalwert im Nov. 2009 war 1,50 US-Dollar. Jetzt sind wir bei 1,25 USD. Das ist ein Verlust von 17 Prozent. Der Mittelwert der letzten Jahre lag in etwa bei 1,35 USD. Der Verlust von 0,10 entspricht in etwa 7 Prozent.
Hilfskraft 18.05.2010
2. Euro-Verfall nutzt - und wem er schadet
bei dem momentanen Stand des Euros gegenüber des Dollars würde ich nicht gerade von "Verfall" sprechen. Verfall ist was anderes. Da braucht man sich nur die Bilder unserer Möchtegern-Herrscher in Berlin anschauen. Morbide, zerbröselnd. Wer Dollar bezahlen muß, zahlt mehr - wer Dollar bekommt, bekommt mehr. Vorher zahlte man weniger Dollars, bekam auch weniger. Vorher schadete der Kurs der Dollar-Welt, jetzt nutzt er der Dollar-Welt. Ein Auf und Ab. So muß es sein. Geld muß leben. Daß Frau Merkel einen gesetzlich festgeschriebenen Wechselkurs bevorzugt, liegt an ihrer Ossi-Vergangenheit.
Sukram71 18.05.2010
3. vielleicht
Wenn man sich die Kurscharts der letzten Jahre ansieht, dann begann der Höhenflug des Euro so etwa 2007/2008. - Also dann, als in Amerika die Immobilienblase platze bzw. sich dies ankündigte und die Banken Pleite gingen. Es kann halt sein, dass der Euro jetzt wieder auf ein Normalmaß zurück fällt. Warum sollte der Euro auch so viel mehr Wert sein, als wie der US-Dollar?
Sukram71 18.05.2010
4. ...
Zitat von Hilfskraftbei dem momentanen Stand des Euros gegenüber des Dollars würde ich nicht gerade von "Verfall" sprechen. Verfall ist was anderes. Da braucht man sich nur die Bilder unserer Möchtegern-Herrscher in Berlin anschauen. Morbide, zerbröselnd. Wer Dollar bezahlen muß, zahlt mehr - wer Dollar bekommt, bekommt mehr. Vorher zahlte man weniger Dollars, bekam auch weniger. Vorher schadete der Kurs der Dollar-Welt, jetzt nutzt er der Dollar-Welt. Ein Auf und Ab. So muß es sein. Geld muß leben. Daß Frau Merkel einen gesetzlich festgeschriebenen Wechselkurs bevorzugt, liegt an ihrer Ossi-Vergangenheit.
Nun also von Vorteil sind solche relativ starken Schwankungen im Wechselkurs nun aber auch nicht gerade ... ;-)
sitiwati 18.05.2010
5. natürlich ist man
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