Urteil im Währungswetten-Prozess Bundesgerichtshof urteilt zugunsten der Banken

Rückendeckung für die Banken: Der Bundesgerichtshof hat in einem Prozess deutlich gemacht, dass Finanzinstitute eine geringere Beratungspflicht haben, wenn sie nicht am vermittelten Produkt beteiligt sind.

Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Geringere Beratungspflichten für Banken
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Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Geringere Beratungspflichten für Banken


Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Prozess über riskante Währungswetten die Position der Banken gestärkt. Wenn ein Institut ein Finanzprodukt eines anderen Anbieters vermittelt, habe es geringere Beratungspflichten, als wenn es an der Wette selbst beteiligt ist, urteilte der BGH.

Im konkreten Fall hatte ein vermögender Geschäftsmann die Sparkasse Nürnberg wegen angeblicher Falschberatung beim Abschluss eines Währungswetten-Vertrages mit der Landesbank Baden-Württemberg auf rund 180.000 Euro Schadenersatz verklagt. Die sogenannten "Cross-Currency-Swaps" sind Wetten mit der Bank auf Wechselkursunterschiede von zwei vorher festgelegten Währungen.

Der Geschäftsmann, der bereits Erfahrung mit Swap-Geschäften hatte und sich selbst als "spekulativ" beschrieb, setzte auf einen Anstieg der türkischen Lira gegenüber dem Schweizer Franken. Während der Vertragslaufzeit wertete die Lira jedoch gegenüber dem Franken ab - und der Kläger verlor Geld. Das forderte er vor Gericht zurück, scheiterte dabei nun aber auch in dritter Instanz.

Die Bank habe den Anleger nicht falsch beraten, urteilte der BGH. Sie habe davon ausgehen können, dass ihm aufgrund seiner Erfahrung das Risiko bewusst gewesen sei. Wenn eine Bank nur berate, habe sie keinen "schwerwiegenden Interessenskonflikt", begründete der Bundesgerichtshof seine Entscheidung.

bka/Reuters

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