Wahlchaos in Rom: Italien-Patt drückt Börsen weltweit ins Minus

Börse in Tokio: Herbe Verluste nach Italien-Wahl Zur Großansicht
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Börse in Tokio: Herbe Verluste nach Italien-Wahl

Italiens Wahl-Patt belastet die globalen Aktienmärkte: Europas Börsen rutschen zum Handelsbeginn ins Minus, der Euro verliert deutlich. Auch die Aktienmärkte in Amerika und Asien hatten herbe Verluste verbucht. Anleger fürchten einen Reformstau in dem kriselnden Euro-Staat.

Hamburg - Im Parlament hat Pier Luigi Bersani mit seinem Mitte-links-Bündnis die Mehrheit, im Senat jedoch können die Euro-Skeptiker Silvio Berlusconi und Beppe Grillo alles blockieren. Italien droht die Unregierbarkeit. Und das in einer Zeit, in der das Land Schulden von mehr als zwei Billionen Euro drücken und rasche Wirtschaftsreformen nötig sind. Anleger fürchten schon die Rückkehr der Euro-Krise - weltweit stürzen die Börsenkurse ab.

Der Dax Chart zeigen rutschte zum Handelsauftakt mehr als zwei Prozent ins Minus. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen, der wichtige europäische Werte abbildet, verlor binnen weniger Minuten bis zu drei Prozent an Wert. In Italien verlor der FTSE-Index zeitweise 4,5 Prozent, der Cac 40 in Paris sackte um 2,5 Prozent ab, und für den Londoner FTSE 100 ging es um 1,4 Prozent nach unten.

Der Euro Chart zeigen stand am Morgen bei rund 1,30 Dollar; am Wahltag hatte er fast drei Cent mehr gekostet.

Zuvor hatten schon die Börsen auf anderen Kontinenten Verluste verbucht. In Japan sackte der Nikkei Chart zeigen um 2,26 Prozent auf 11.398 Punkte ab. In Hongkong verlor der Hang Seng Chart zeigen 0,72 Prozent auf 22.655 Punkte. Der südkoreanische Kospi beendete den Handel mit einem Minus von 0,47 Prozent bei 2000 Punkten.

An der Wall Street schloss der Dow Jones Chart zeigen mit 1,5 Prozent im Minus auf einem Stand von 13.784 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,8 Prozent auf 1487 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen sank um 1,4 Prozent auf 3116 Stellen. Für die Wall Street war es der größte Tagesverlust seit dem 7. November 2012.

"Im Moment gibt es eine Diskussion unter den Händlern: Ist das Wahlergebnis in Italien eine Ursache oder eine Ausrede für etwas, was der Markt ohnehin tun wollte?", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets. "Schließlich waren die Kurse so stark gestiegen, dass eine Korrektur ohnehin anstand."

Wegen des drohenden politischen Stillstands in Italien verschlechterte sich auch die Lage an den Anleihemärkten. Die Risikoprämien zehnjähriger Anleihen stiegen in Spanien um 0,4 Punkte auf 5,5 Prozent. In Italien stieg die Zehnjahresrendite um 0,36 Punkte auf 4,8 Prozent. In Portugal erhöhte sich die Rendite zweijähriger Staatsanleihen um 0,8 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 59 Beiträge
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1. jetzt wirds bitter
ziegenzuechter 26.02.2013
nun kommt eine weltweite rezession, hyperinflation und massenarbeitslosigkeit. es ist nichtmehr abzuwenden. alles nur wegen den italienern. hoffentlich wählen sie beim nächsten mal so wie es die märkte wollen.
2.
osis1980 26.02.2013
Wahlchaos? Wieso, es war doch klar das es so in der Art kommt. Das ist ein klarer Protest gegen das EU-Casino.
3.
axel h. 26.02.2013
"Ist das Wahlergebnis in Italien eine Ursache oder eine Ausrede für etwas, was der Markt ohnehin tun wollte?", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da wurden per Fernsteuerung wahrscheinlich mal wieder enorme Kursveränderungen herbeigeführt mit entsprechenden Profiten - die Kausalität zwischen Ereignis und Börsenkurs existiert doch schon lange nicht mehr.
4.
pepe_sargnagel 26.02.2013
Der Euro verliert - die Exporte nehmen zu. Arbeitsplätze werden geschaffen und das scheint mir wahrlich die schlechteste Nachricht der letzten Tage zu sein! Mir grauts davor, wenn auch meine Nachbarn und die Uni-Absolventen einen Job finden würden. So kann ich mich nicht mehr erhaben fühlen. Ein wenig differenzierter könnte man über dieses Thema schon berichten.
5.
pepe_sargnagel 26.02.2013
Zitat von ziegenzuechternun kommt eine weltweite rezession, hyperinflation und massenarbeitslosigkeit. es ist nichtmehr abzuwenden. alles nur wegen den italienern. hoffentlich wählen sie beim nächsten mal so wie es die märkte wollen.
Überragend! Besser könnte das kein (Profi-)Satiriker zusammenfassen! Vielen Dank.
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