Angriff auf Amazon Walmart kauft Start-up für 3,3 Milliarden Dollar

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart stärkt sein Online-Geschäft und übernimmt für Milliarden die Firma Jet.com - ein Frontalangriff auf Amazon.

Walmart-Filiale in Miami
REUTERS

Walmart-Filiale in Miami


Der Supermarktriese Walmart hat den Internethändler Jet.com übernommen. Der Kaufpreis liege bei 3,3 Milliarden Dollar, teilte Walmart mit. Davon sollen drei Milliarden Dollar in bar und der Rest in Walmart-Aktien bezahlt werden.

In der Vergangenheit war Walmart gerade im Onlinegeschäft ins Hintertreffen geraten. Mit dem Zukauf will der Einzelhändler gegenüber Konkurrenten wie Amazon wieder aufholen. Die Übernahme soll in diesem Jahr abgeschlossen werden, muss aber noch von den US-Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Das Start-up Jet.com, das erst 2014 gegründet wurde, soll zunächst als eigenständige Marke bestehen bleiben. Walmart bekommt durch die Übernahme Zugriff auf die begehrte E-Commerce-Software des Unternehmens. Zudem soll dessen Mitgründer und Chef Marc Lore eine Schlüsselrolle spielen. US-Medien wie Bloomberg berichten unter Berufung auf Insider, dass Lore sich künftig auch um den Onlinehandel bei Walmart kümmern soll.

Mit dem Ankauf will Walmart vor allem Zugang zur Generation der 18- bis 35-Jährigen gewinnen, die einen Großteil ihrer Einkäufe über das Internet erledigt. Jet.com hat nach eigenen Angaben bereits 3,6 Millionen Kunden, jeden Monat kämen rund 400.000 hinzu.

asa/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
molesman 08.08.2016
1. Wenn Walmart
nun eine Plattform aufbaut auf der die Verkäufer nicht ausspioniert und ausgebootet werden, bei der die Margen fair sind und der Ton nicht rauh und wie auf der Galeere wird Walmart schnell Freunde finden die dort Ware anbieten... Amazon hat es sich in den letzten Jahren extrem versaut und viele Händler wie wir auch sind abgesprungen. Was hilft es wenn man massig Umsatz macht aber keinen Gewinn mehr weil die Plattform zu gierig ist. Ebay ist tot. Amazon versaut es sich aktuell mit den Händlern (die inzwischen lebenswichtig sind) also Walmart mach es besser und der Erfolg wird kommen...
malle_dalle 08.08.2016
2.
Für jeden Kunden 1000 US Dollar Ablöse und in ein wachsendes Geschäft investiert. Dazu eine Innovative Software und einen jungen Kundenstamm erschlossen. Zwar um 2,3 Milliarden zu teuer dennoch Ausbaufähig und keine tote Blase wie Twitter & Co.
zensiert&account gesperrt 08.08.2016
3.
Walmart ist auf dem deutschen Markt nur durch sein Scheitern bekannt geworden (Und durch die umstrittene Behandlung seiner Mitarbeiter). Welche Information im Artikel fehlt: Der sog. Marktwert von Amazon liegt nur ca. 15% über dem von Walmart. Zumindest auf dem US-amerikanischen Markt also eine interessante Entwicklung .....
gustavsche 08.08.2016
4.
Zitat von molesmannun eine Plattform aufbaut auf der die Verkäufer nicht ausspioniert und ausgebootet werden, bei der die Margen fair sind und der Ton nicht rauh und wie auf der Galeere wird Walmart schnell Freunde finden die dort Ware anbieten... Amazon hat es sich in den letzten Jahren extrem versaut und viele Händler wie wir auch sind abgesprungen. Was hilft es wenn man massig Umsatz macht aber keinen Gewinn mehr weil die Plattform zu gierig ist. Ebay ist tot. Amazon versaut es sich aktuell mit den Händlern (die inzwischen lebenswichtig sind) also Walmart mach es besser und der Erfolg wird kommen...
Was will denn die Plattform? Ich selber kaufe recht viele gebrauchte Bücher über den Amazon Marketplace. Wenn die Händler keine vernünftigen Preise reinsetzen, dann wird es tatsächlich nichts mit dem Gewinn. Nach Möglichkeit bestelle ich dann bei den Händlern direkt, sammle über Wochen und Monate, was ich so alles schauen, hören und lesen will und bestelle bei Medimops für mindestens 50 € anstatt Amazon jedesmal die 3 € Gebühren in den Hals zu werfen. Ob Amazon zu gierig ist oder nicht, kann ich schwer beurteilen. Aber immerhin schafft es doch Amazon, den Umsatz zu steigern. Und wenn ihr die Kunden auf den eigenen Webshop lenken könnt, umso besser. Medimops hat es ja bei mir auch geschafft. Weitere Vorteile, die der Vertrieb über Amazon hat: 1. Man braucht keinen eigenen Webshop mehr. 2. Mehr Rechtssicherheit. 3. Mehr Sicherheit gegenüber unbekannten Neukunden. Amazon kennt ja seine Pappenheimer und einen Zahlausfall wollen die auch nicht riskieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass kleine Händler oft in ihrer Nörgelei vergessen, dass sie vielleicht viel eher unter die Räder kämen, wenn sie nicht auf Amazon oder eBay als Plattform verzichteten.
hdudeck 08.08.2016
5. Eigentlich schade!
Nachdem der Gruender von Jet.com Lore seine vorherige Gruendung diapers.com an Amazon verkauft hatte, verkauft er nun seine letzte (Jet.com) an Walmart. Ich hatte mich gefreut, nicht bei einem der grossen Player und Marktbeherscher kaufen zum muessen, Nun ist das auch wieder vorbei. Gut dass mein Sohn auf dem Weg aus den Windeln ist, sodas ich dort nicht mehr kaufen muss. Den Rest kauf ich meist bei den Haendlern direkt oder im Einzelhandel, da muss man zwar meist mehr Bestellen um die freie Zustellung zu haben, aber die Preise sind zumeist die selben oder gar guenstiger, um dann mit der Zustellgebuehr Amazon's Preis zu matchen.
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