Onlinehandel Wal-Mart-Angestellte sollen auf dem Nachhauseweg ausliefern

Nach Feierabend noch schnell ein paar Bestellungen abliefern: Die US-Supermarktkette Wal-Mart spannt jetzt Angestellte ein, um ihren Kunden Lebensmittel vor die Tür zu bringen.

Wal-Mart-Einkaufswagen
REUTERS

Wal-Mart-Einkaufswagen


Der US-Supermarktkonzern Wal-Mart zeigt sich im Kampf gegen den Onlinehändler Amazon kreativ. Künftig sollen die eigenen Mitarbeiter Lebensmittel ausliefern - auf dem Nachhauseweg.

Die Angestellten sollten nach Feierabend die online bestellten Produkte zu den Kunden bringen, teilte Wal-Mart am Donnerstag mit. Für die Beschäftigten sei die Teilnahme an diesem Programm freiwillig. Sie würden extra für die Lieferungen bezahlt.

Wal-Mart testet die Lieferung durch eigene Mitarbeiter zunächst in drei Filialen in den USA - zwei im Ostküsten-Bundesstaat New Jersey und einer in Arkansas im Süden des Landes. Insgesamt hat der Supermarktkonzern 4700 Filialen in den USA. 90 Prozent der Bevölkerung haben einen Wal-Mart im Umkreis von 16 Kilometern.

Später Einstieg in den Online-Handel

Wal-Mart versucht derzeit mit einiger Verspätung, seinen Anteil am boomenden Onlinehandel auszubauen. Der Supermarktkonzern kaufte bereits den Online-Discounter Jet.com für 3,3 Milliarden Dollar, die Start-ups Shoebuy.com für 70 Millionen Dollar und ModCloth für 45 Millionen Dollar sowie den Outdoor-Spezialisten Moosejaw für 51 Millionen Dollar. Das Unternehmen arbeitet zudem in drei Städten mit den Fahrdiensten Uber und Lyft bei der Lieferung von Einkäufen zusammen.

Die Angestellten, die sich freiwillig als Boten melden, dürften selbst entscheiden, wie viele Pakete sie ausliefern wollten, und Größe und Gewicht angeben, die sie bewältigen könnten, sagte der für den Onlinehandel bei Wal-Mart zuständige Manager Marc Lore. "Sie können ihre Wahl jederzeit ändern."

Lore machte keine Angaben dazu, wie hoch der Zusatzverdienst für die Angestellten ist. Er teilte auch nicht mit, wonach dieser bemessen wird - nach Entfernung, Zeitaufwand oder Lieferumfang.

Bei Wal-Mart arbeiten 1,4 Millionen Menschen. Die Supermarktkette zahlt seit Februar 2016 einen Mindestlohn von zehn Dollar pro Stunde.

brt/AFP



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Rechtschreibkorrektur 02.06.2017
1. 2,3 Mio. Mitarbeiter
Bei Wal-Mart arbeiten 2,3 MIo. MItarbeiter. Siehe Geschäftsbericht 2015: http://d1lge852tjjqow.cloudfront.net/CIK-0000104169/46c5c2e3-666c-4865-b437-eb351ae5dbfe.pdf?noexit=true
INGXXL 02.06.2017
2. Na warum den nicht
Wenn der lieferort auf dem Weg liegt. Aber ob das gegen Amazon hilft wage ich zu bezweifeln
Freidenker10 02.06.2017
3.
Naja irgendwoher muss das Taschengeld der Familie Walton ja herkommen. Und wer so "anständige " Löhne wie Walmart zahlt, der darf auch extras von seinen Mitarbeitern verlangen dürfen. Man darf gespannt sein, wann unsere Billigheimer nachziehen...
mwroer 02.06.2017
4.
Zitat von INGXXLWenn der lieferort auf dem Weg liegt. Aber ob das gegen Amazon hilft wage ich zu bezweifeln
Bestellen Sie mal in Wichita am späten Nachmittag irgendwas - speziell Lebensmittel. Die meisten Menschen wollen jeden Tag Essen :) Amazon ist ein nützlicher Anbieter und in Deutschland im Moment ganz hip. Waren sie in den USA auch, regelt sich alles am Markt und 'buy local' ist auch beliebt. Wie so oft ist es erstaunlich wie viele Anbieter sich einen Markt teilen und wunderbar leben :)
Aberlour A ' Bunadh 02.06.2017
5. Kostenverlagerung Wal-Mart-Style
Erbärmlich. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Nach der vollständigen Wal-Martisierung der USA versuchen sie aus den schlecht bezahlten Mitarbeitern noch das Letzte herauszuquetschen. Und die angebliche "Freiwilligkeit" ist natürlich diabolisch in Szene gesetzt. Denn natürlich kann man damit die Mitarbeiter noch gegeneinander ausspielen. Warum nicht auch auf den Weg zur Arbeit nebenbei Pakete ausliefern? Einfach eine Stunde früher aufstehen. Wenn man schon die miesesten Arbeitsbedingungen über sich ergehen lassen muss, setzt eine "Optimierung der Arbeitszeit" Wal-Mart-Style dem Ganzen die Krone auf. Unfassbar..
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