"Wal von London"-Skandal: Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Ex-JP-Morgan-Banker

Der "Wal von London"-Skandal der US-Investmentbank JP Morgan erschütterte 2012 die Finanzbranche. Nun klagt die New Yorker Staatsanwaltschaft zwei Ex-Mitarbeiter der Bank an. Sie sollen Dokumente gefälscht haben, um die Milliardenverluste eines Händlers zu vertuschen.

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JPMorgan-Zentrale: Staatsanwaltschaft wirft Ex-Mitarbeitern Betrug vor

New York - Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei ehemalige Mitarbeiter der US-Investmentbank JP Morgan Chase Chart zeigenerhoben. Javier Martin-Artajo und Julien Grout wird vorgeworfen, 2012 Überweisungen und andere Dokumente gefälscht zu haben, um die milliardenhohen Spekulationsverluste des als "Wal von London" bekannt gewordenen Händlers Bruno Iksil zu verheimlichen.

Martin-Artajo hatte die Handelsaktivitäten von JP Morgan in London überwacht, Grout war für die Dokumentation der Geschäfte zuständig. Anstatt die Verluste Iskils zu melden, sollen die beiden versucht haben, diese zu vertuschen. Beiden drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Gefängnis und zudem hohe Geldstrafen. Ihre Anwälte hatten zuletzt bereits betont, die beiden Mandanten hätten nichts falsch gemacht. Die Vorwürfe gegen Iksil selbst hatte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche fallen lassen.

JPMorgan wollte sich zu der Anklage nicht äußern. Der Handelsskandal hat mehrere behördliche Untersuchungen und Kongressanhörungen ausgelöst und das Image des Geldhauses stark beschädigt. Nach früheren Informationen von Insidern will sich die Bank mit den Ermittlern einigen, indem sie eine Strafe zahlt und Fehler einräumt. Bis zum Jahresende werde es wohl einen Abschluss geben. Die Bank hat sich mehrfach entschuldigt.

Iksil hatte mit Wetten auf Derivate im Frühjahr 2012 einen Verlust von mehr als sechs Milliarden Dollar eingebrockt. Dann soll er aber versucht haben, seine Chefs zu warnen. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Martin-Artajo und Grout diese Warnungen in den Wind schlugen, um ihren eigenen Ruf zu retten.

ade/Reuters/AP

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Lol
Malshandir 14.08.2013
Also die USA woollen einen Spanier in London verurteilen? Als wenn es irgendjemanden in Europa interessiert, was ein amerikanisches Gericht tut. Ein Sturm im Wasserglas.
2. Na , da werden sie sich aber
psteuer2005 14.08.2013
Zitat von MalshandirAlso die USA woollen einen Spanier in London verurteilen? Als wenn es irgendjemanden in Europa interessiert, was ein amerikanisches Gericht tut. Ein Sturm im Wasserglas.
sehr wundern. Nur weil Amerikaner in Europa mit Mord , Lug und Betrug wegkommen bedeutet das umgekehrt nicht das GLEICHE. Oder haben sie schon gehört , das amerikanische Entführer , Mörder , Kriegsverbrecher hier in Europa belangt wurden . Ich glaube sie haben --verzeihen sie bitte-- ein kindliches Gemüt . Ich würde mich freuen wenn sie recht hätten , aber so ist es leider nicht. Amerikanische Gerichte regieren ganz stark in EUROPA mit , nur will das niemand laut sagen. Denken sie mal nach ,dann fallen ihnen bestimmt Beispiele ein. ( Siemens , VW ,Deutsche Bank etc)
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