New Yorker Luxushotel Chinesischer Versicherer kauft Waldorf Astoria

Das Waldorf Astoria gilt als eines der Vorzeigehotels in New York. Nun verkauft die Hotelkette Hilton das Traditionshaus an einen chinesischen Versicherer. Der will erst einmal renovieren.

Polizisten vor dem Waldorf Astoria: Legendäres New Yorker Hotel
REUTERS

Polizisten vor dem Waldorf Astoria: Legendäres New Yorker Hotel


New York - Für die beiden Hotelerbinnen Paris und Nicky Hilton soll es während ihrer Kindheit wie ein Zuhause gewesen sein - das berühmte Waldorf Astoria in New York. Nun wechselt das Hotel den Besitzer. Die Hotelkette Hilton verkauft ihr Vorzeigeobjekt an der berühmten Park Avenue. Das traditionsreiche Haus soll für 1,95 Milliarden Dollar an den chinesischen Versicherer Anbang Insurance gehen, teilte Hilton mit.

Dennoch bleiben die Hotelkette und das Waldorf Astoria eng verbunden. Die Vereinbarung sieht nur einen Eigentümerwechsel vor, Hilton darf das Waldorf Astoria in den nächsten 100 Jahren weiterbetreiben.

Das Luxushotel, das sich über einen ganzen Cityblock in Manhattans Stadtteil Midtown erstreckt, soll nun in großem Stil renoviert werden. Hilton will das Geld aus dem Verkauf für Investitionen in Hotels in den USA nutzen.

Im März 1893 eröffnete William Waldorf Astor das 13-stöckige Waldorf Hotel. Vier Jahre später eröffnete das Astoria Hotel. Die beiden Häuser wurden später zusammengeführt. Das heutige Waldorf Astoria an der Park Avenue öffnete 1931 seine Pforten und galt damals als größtes Hotel der Welt.

1972 hatte das Hotelunternehmen Hilton das Waldorf Astoria gekauft. Unter diesem Markennamen wurden weltweit bisher 27 Hotels eröffnet. Die Präsidenten-Suite des Hotels in New York kostet rund 2000 Dollar pro Nacht.

1945 wurde das New Yorker Waldorf Astoria zum Schauplatz des "Weekend im Waldorf" mit Ginger Rogers. Es war der erste komplett außerhalb der Studios von Hollywood gedrehte amerikanische Film. In der Suite 2728 residierte Marilyn Monroe, wenn sie dem Trubel an der US-Westküste entfliehen wollte.

mmq/dpa/AP

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insgesamt 3 Beiträge
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movfaltin 06.10.2014
1. Gute Tradition
Mit Traditionen soll man nicht brechen, und der Name Astor bzw. Wal(l)dorf Astor bzw. Waldorf-Astoria ist seit jeher mit Fernosthandel verbunden. So hat etwa der Urvater der Astors, nämlich John Jacob bzw. Johann Jakob aus dem SAP-Städtchen Walldorf bei Mannheim schon den Handel mit China lebhaft betrieben - damals ging es um den Opiumimport. Da schickt es sich, dass nun auch Hoteliers aus China unter dem Namen Astoria importiert werden. An Stelle der chinesischen Investoren ist ein solcher Schritt alllerdings eher heikel. Der US-amerikanische Medianbürger ist zwar überaus großzügig und nachsichtig - aber eben nur, solange er sich selbst mächtig wähnt. In letzter Zeit sehe ich immer stärker nationalistische Strömungen aufkommen; und sollte die US-Wirtschaft schwächeln, könnte das leichthin zunehmen. Dass so etwas in den 100 Jahren Übereignungszeit der Betreiberschaft passieren wird, wäre keine allzu gewagte Prognose.
feurig 06.10.2014
2.
Lest "Der Untergang des Abendlandes" und dann werdet ihr Einiges verstehen. Die sich selbst zerfleischende und fremndenanbeterische westliche Welt ohne Selbstbewusstsein und Selbstschutzinstinkte wird von der rücksichtslosen Macht des Ostens überrollt werden... und so wie es scheint, wird sich kaum jemand dagegen wehren.
karl-der-gaul 07.10.2014
3. Keine sorgen
Die Chinesen werden kaum das Gebäude Abreißen und nach Peking schicken. Japaner hatten auch das Rockefeller Zentrum in NY gekauft und dann wieder verkauft. Es sind einfache Investments.
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