FSC-Zertifikat Waldschützer schmeißen Holzkonzern raus

Das FSC-Logo ist eines der bekanntesten Siegel für nachhaltig erzeugtes Holz. Nach längerem Hin und Her muss die österreichische Schweighofer-Gruppe nun doch ihr Zertifikat abgeben. Der Konzern ist offenbar in den Kahlschlag von Rumäniens Wäldern verstrickt.

Wald
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Von Nils Klawitter


Im Dezember gab es noch eine Bewährungsfrist, nun war es offenbar doch zu viel: An diesem Freitag warf der Forest Stewardship Council (FSC) die österreichische Schweighofer-Gruppe aus seiner Organisation. Als Grund führen die Waldschützer des FSC "Informationen über mögliche Regelverstöße bei der Holzvermessung" an.

In den rumänischen Schweighofer-Sägewerken soll das Unternehmen zu seinem eigenen Vorteil Stämme falsch bemessen haben, was Schweighofer bestreitet. Ein weiteres Untersuchungsverfahren in dieser Sache sei unvereinbar mit der Bewährungsfrist des Unternehmens, so der FSC.

Schon die Bewährung im Dezember war auf breites Unverständnis bei Umweltschützern gestoßen. Immer wieder hatten Aktivisten in der Vergangenheit dokumentiert, wie das Unternehmen allem Anschein nach in den Handel mit illegalem Holz in Rumänien involviert war und davon profitierte. Im November 2015 legten die Umweltschützer vom WWF deshalb beim FSC offiziell Beschwerde gegen Schweighofer ein. Ein Jahr später kam eine Untersuchungskommission des FSC zu dem Ergebnis, der österreichische Konzern sei tief in den illegalen Kahlschlag von Rumäniens Wäldern verstrickt. Dennoch ließ man Milde mit dem zwielichtigen Mitglied walten und setzte ihm eine Bewährungsfrist.

Die Sache mit der Holzvermessung scheint für den FSC nun die Möglichkeit, die eigene Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Der Rauswurf eines europäischen Konzerns mit 650 Millionen Euro Umsatz ist ungewöhnlich in der Geschichte des FSC. Schweighofer akzeptierte die Entscheidung, strebt die Wiederaufnahmen an und ließ wissen, den "Kampf gegen unrechtmäßige Abholzungen in Rumänien" fortführen zu wollen.



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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
adamk 17.02.2017
1.
"Waldschützer schmeißen Holzkonzern raus" ... o m g. Was bitte für ein Deutsch ist das? Hat die Headline einer eurer Praktikanten von bento verfasst? Gossensprache :/
Circular 17.02.2017
2. Holzzertififizierer trennt sich von österreichischem Geschmeiß
Zitat von adamk"Waldschützer schmeißen Holzkonzern raus" ... o m g. Was bitte für ein Deutsch ist das? Hat die Headline einer eurer Praktikanten von bento verfasst? Gossensprache :/
wäre sicherlich die passendere Formulierung. Geht aber wohl wg. Rassismus-Gefahr nicht.
Knossos 17.02.2017
3. Zynismus
Was mir zu diesem Konzern als vandalierendem Holzfäller auch in Naturschutzgebieten, als Belegschaftsausbeuter sowie als Lieferanten an Ikea (, die evtl. wegen des imageschädigenden Hintergrunds ihr dortiges Werk an Schweighofer verkauften) in Erinnerung ist, macht die Behauptung vom "Kampf gegen unrechtmäßige Abholzungen in Rumänien" zu einer solch dreisten Verdehung, daß sie strafrechtlich geahndet werden sollte. Gezielte Desinformation ist kein Kavaliersdelikt. - Auch nicht, wenn man Spezis in Brüssel sitzen hat.
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