Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Wall Street: Bankchefs büßen mehr als 90 Prozent ihres Gehalts ein

2008 war der Goldman-Sachs-Chef noch der Star seiner Zunft: ein Jahresgehalt von 40 Millionen Dollar, Platz eins unter den Chefs der Wall-Street-Banken. Dann kam 2009 - und Lloyd Blankfein bekam nur noch 860.000 Dollar. Wie ihm ging es vielen seiner Kollegen, wie ein Ranking zeigt.

Goldman-Sachs-Chef Blankfein: Vom bestbezahlten Manager auf Platz 48 abgestürzt Zur Großansicht
AFP

Goldman-Sachs-Chef Blankfein: Vom bestbezahlten Manager auf Platz 48 abgestürzt

New York - Die Chefs der Wall-Street-Banken haben im vergangenen Jahr angesichts der Finanzkrise kräftige Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Das berichtet die Wirtschaftsagentur Bloomberg in ihrem jährlichen Ranking.

Demnach stürzte Goldman Sachs Chart zeigen-Chef Lloyd Blankfein - 2008 noch die Nummer 1 mit 40,95 Millionen Dollar - mit einem Verdienst von 862.657 Dollar auf Platz 48 ab. Citigroup Chart zeigen-Konzernchef Vikram Pandit erging es nicht besser: 2008 noch auf Platz 3, fand er sich nun mit 128.751 Dollar auf Platz 50. Und auch Jamie Dimon von JP Morgan Chase sah sich mit einem Einkommensverlust um 96 Prozent auf 1,32 Millionen Dollar konfrontiert.

Die Einbußen dürften allerdings leicht zu verschmerzen sein. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es 2010 wieder kräftig aufwärts geht. So hat Blankfein im Februar bereits neun Millionen Dollar in Aktienoptionen zugesprochen bekommen für seine Leistungen im Jahr 2009. Dimon erhielt 17 Millionen Dollar.

Wer aber steht 2009 an der Spitze von Bloombergs Rangliste? Nummer 1 ist John Stumpf, Konzernchef von Wells Fargo Chart zeigen, mit 21,3 Millionen Dollar. Jay Fisherman, Chef des Versicherers Travelers Cos, schaffte es mit 20,6 Millionen auf Rang 2. Der Boss eines weiteren Versicherers, John Finnegan von Chubb Corp, ist Nummer 3 mit 19,2 Millionen.

22 der 50 größten Finanzhäuser haben im Krisenjahr Staatsgelder erhalten und mussten sich im Gegenzug bei den Salären für ihre Manager zurückhalten. 14 der 22 Geldinstitute zahlten das Geld noch 2009 zurück, darunter auch Wells Fargo am 23. Dezember. Einen Tag später erhielt John Stumpf 10 Millionen Dollar in Unternehmensaktien und schaffte es damit prompt an die Spitze der am besten bezahlten Finanzkonzernchefs des Jahres.

lgr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. titel
Moewi 26.05.2010
Mir kommen die Tränen. Hoffentlich haben die Damen und Herren die grausame Durststrecke gut überstanden. Mensch - das hätte ja richtig eng werden können! Aber Gottseidank rollt der Rubel ja wieder....
2. Arme Banker
rwadel 26.05.2010
Zitat von sysop2009 war kein gutes Jahr für die Stars der US-Banken: Aufgrund der Finanzkrise mussten sie mit heftigen Einkommenskürzungen leben. So verdiente Goldman-Sachs-Chef Blankfein statt 40 Millionen nur noch 860.000 Dollar. Doch jetzt rollen die Dollars wieder. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,696953,00.html
Ich wollte schon eine Spendensammlung starten, aber es heißt ja: "Doch jetzt rollen die Dollars wieder". Nun kann ich wieder ruhig schlafen.
3. Mir kommen die Tränen
sozialer Bürger 26.05.2010
Zitat von sysop2009 war kein gutes Jahr für die Stars der US-Banken: Aufgrund der Finanzkrise mussten sie mit heftigen Einkommenskürzungen leben. So verdiente Goldman-Sachs-Chef Blankfein statt 40 Millionen nur noch 860.000 Dollar. Doch jetzt rollen die Dollars wieder. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,696953,00.html
Vielleicht sollten wir noch einen Rettungsfonds auflegen und dafür hier im Lande die Renten und H4-Bezüge kürzen oder am besten sofort ganz streichen.
4. Ja - den ersten Satz... - 171.39 EUR pro Stunde... Wofür ?
olaf m. 26.05.2010
Zitat von MoewiMir kommen die Tränen. Hoffentlich haben die Damen und Herren die grausame Durststrecke gut überstanden. Mensch - das hätte ja richtig eng werden können! Aber Gottseidank rollt der Rubel ja wieder....
Ja - den ersten Satz habe ich exakt in diesem Wortlaut auch eben gedacht. Über Jahre gestopft mit Bonusmillionen und nun nur noch 860.00.00 $ pro Jahr. Wie peinlich. Ein echtes Debakel im sozialfinanziellem ranking. Das sind nur 2.356.16 $ = 1.921,67 EUR am Tag mit Kurs vom 26.05.2010 [http://www.bankenverband.de/waehrungsrechner]). Oder 80.07 EUR pro Stunde. Durchgehend - unabhängig vom Tun oder Sein (Schlafen, Duschen, Frühstücken oder sonstwas, zum Beispiel Verantwortung tragen). Jede Stunde wird entlohnt mit 80.07 EUR. Und beispielsweise 20.000.000.00 angesammeltes Geld (ob Pixelgeld oder Realwert) vermehrt sich bei 4% Rendite p.a. um 800.00.00 EUR p. a. = 2.191.78 EUR pro Tag. Also: 1.921,67 EUR + 2.191.78 EUR = 4.113.45 EUR pro Tag = 171.39 EUR pro Stunde Dasein. Ob mit to do als Tagewerk oder ohne to do und mit only to be there. Where ever auch. 171.39 EUR pro Stunde... Wofür ?
5. ?
unente, 26.05.2010
Ackermann und Konsorten hierzulande haben doch ihre Millionengehälter immer damit gerechtfertigt, dass man den "internationalen Vergleich" beachten müsse...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Das milliardenschwere Rettungspaket
Das Herzstück des Hilfsplans ist der 700-Milliarden-Dollar-Fonds. Er soll angeschlagenen Finanzhäusern faule Hypotheken-Kredite und darauf basierende "giftige" Wertpapiere abkaufen. Das soll die Banken massiv entlasten.
null

Interaktive Grafik
Sie waren die Götter des Geldes, jetzt trifft die Goldman-Sachs-Banker der geballte Zorn. Interne Mails belegen das zynische Geschäftsgebaren der Finanzmanager. SPIEGEL ONLINE hat die krassesten Schreiben dokumentiert.

Von Asset Backed Securities bis Zertifikate - alle Fremdwörter der Finanzkrise einfach erklärt:

Alle Begriffe zur Finanzkrise...



SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: