Enttäuschende Unternehmenszahlen Wall Street drückt Dax ins Minus

Zunächst sah es nach einer Erholung aus, am Nachmittag ist der Dax dann den schwächeren US-Börsen ins Minus gefolgt. Der Ölpreis legte zu.

Händler an der Wall Street
AFP

Händler an der Wall Street


Der deutsche Aktienmarkt ist erneut ins Minus gerutscht. Im späten Handel folgte der deutsche Leitindex Dax den schwachen Vorgaben der Wall Street und zehrte den Nachmittagsgewinn von bis zu 0,8 Prozent komplett auf. Der Index schloss 0,7 Prozent tiefer bei 11.191 Punkten.

Mit 11.166 Zählern war der Dax kurz zuvor auf das tiefste Niveau seit Dezember 2016 gefallen. Der MDax, der die mittelgroßen Werte repräsentiert, endete mit einem Rückgang um 0,6 Prozent bei 23.278 Punkten. Grund für die Verluste waren neben schwachen Konjunkturdaten auch teilweise enttäuschende Unternehmenszahlen.

In den USA konnten die Indizes bis zum Mittag Ortszeit ihre anfänglichen Verluste leicht eindämmen. Hoffnungen, dass der US-Aktienmarkt nach der deutlichen Korrektur der zunächst heftigen Kursabschläge am Dienstag nun die Trendwende schaffen könnte, erwiesen sich damit erst einmal als verfrüht.

Enttäuschende Bilanzzahlen

Am besten hielt sich zur Wochenmitte noch der US-Leitindex Dow Jones Industrial, der mit einem Minus von 0,9 Prozent jedoch zwischenzeitlich unter die Marke von 25.000 Punkten rutschte. Später erholte sich der Dow leicht und notierte im Mittagshandel 0,5 Prozent tiefer bei 25.073 Zählern.

Für die übrigen US-Aktienindizes ging es noch stärker bergab: Der marktbreite S&P 500 verlor rund ein Prozent auf 2714 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 1,5 Prozent auf 7322 Zähler.

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Hintergrund der schlechten Stimmung sind enttäuschende Bilanzen von US-Unternehmen wie Texas Instruments oder AT&T. Wie Caterpillar und 3MM am Dienstag erfüllten der Chiphersteller und der Telekomkonzern die Erwartungen der Analysten nur teilweise. Die Papiere beider Konzerne fielen in New York zeitweise um mehr als sieben Prozent.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise haben dagegen wieder zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 76,86 Dollar. Das waren 42 Cent mehr als am Dienstag.

Die Rohölbestände in den USA waren in der vergangenen Woche unerwartet stark gestiegen. Sie hatten laut Energieministerium um 6,4 Millionen auf 422,8 Millionen Barrel zugelegt. Analysten hatten lediglich einen Zuwachs um 3,7 Millionen Barrel erwartet. Die Ölpreise legten trotzdem zu. Händler verwiesen auf die gefallenen Benzin- und Destillatebestände.

Zuvor war der Brentpreis zeitweise bis auf 75,11 Dollar gefallen. Dies war der tiefste Stand seit etwa zwei Monaten. Am Ölmarkt wurde der vorübergehende Preisrückgang bei Brent weiter mit Aussagen des Ölministers von Saudi-Arabien vom Vortag begründet. Khalid Al-Falih hatte auf einer Investorenkonferenz in Riad deutlich gemacht, dass sein Land jeden Angebotsausfall ausgleichen werde, der sich aus US-Wirtschaftssanktionen gegen Iran ergebe.

Der Kurs des Euro fiel erstmals seit August wieder unter die Marke von 1,14 Dollar. Belastet von enttäuschenden Stimmungsdaten aus der Wirtschaft der Eurozone wurden zuletzt nur noch 1,1391 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt.

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brt/Reuters/dpa

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