RTL-Sendung Burger King reagiert auf Wallraff-Enthüllung

Die Recherchen von Günter Wallraff über die Zustände bei einem Burger-King-Lizenznehmer sind eine Katastrophe für die Fast-Food-Kette. Der Konzern will die Missstände jetzt beseitigen.

Burger-King-Schild: "Aktionsplan" soll Vertrauen wiederherstellen
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Burger-King-Schild: "Aktionsplan" soll Vertrauen wiederherstellen


Köln - An den Recherchen hinter den Kulissen der Burger-King-Filialen der Yi-ko-Holding GmbH werden auch die Verantwortlichen der Fast-Food-Kette selbst noch eine Weile zu schlucken haben. Der Imageschaden könnte größer kaum sein. Die Sendung "Team Wallraff - Reporter Undercover" war am Montagabend ausgestrahlt worden und illustrierte eindrücklich, wie fahrlässig die Burgerbräter mit Lebensmitteln umgehen.

Am Dienstag ging Burger King schließlich in die Offensive. Man habe die Sendung "intensiv verfolgt", sagte ein Unternehmenssprecher meedia.de. Die Vorwürfe aus dem Beitrag seien "sehr beunruhigend".

Die aufgedeckten Missstände widersprächen in jeder Hinsicht den Verpflichtungen, "denen wir uns in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Produktqualität in unseren Restaurants verschrieben haben", hieß es weiter. Die aufgedeckten Missstände seien inakzeptabel und nicht zu tolerieren.

Dass der offen geäußerte Unmut nicht ausreichen dürfte, um das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen, darüber sind sich die Verantwortlichen offensichtlich im Klaren. Der Konzern wolle mit dem kritisierten Franchise-Nehmer und ihrem Geschäftsführer Ergün Yildiz einen "Aktionsplan" erarbeiten, versicherte der Sprecher meedia.de. Dieser Plan sehe einer Wiederholung der Lehrgänge für Mitarbeiter und Management vor, "um sicherzustellen, dass alle relevanten Vorgaben und Prozesse eingehalten werden".

Die Holding von Yildiz hatte die im vergangenen Jahr mehr als 90 Burger-King-Filialen übernommen und großspurig Neuerungen angekündigt. "Wir sind begeistert von der Möglichkeit, der größte Burger-King-Partner in Deutschland zu werden und einen entscheidenden Beitrag für das Wachstum der Marke in diesem wichtigen Markt zu leisten. Wir werden massiv in das Remodeling des existierenden Restaurantportfolios investieren und das Restaurantnetzwerk in den kommenden Jahren signifikant ausbauen".

Stattdessen fiel das Unternehmen wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht auf. In den sozialen Netzwerken verleihen zahlreiche Nutzer ihrer Empörung über die Zustände in den Restaurants Ausdruck.

mik

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insgesamt 164 Beiträge
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Seite 1
Kajaal 29.04.2014
1. So
wie Burgerking gehen fast alle Firmen mit ihren Aushilfskräften um: keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein bezahlter Urlaub, keine Überstundenbezahlung bzw. Freizeitausgleich....oft gibts noch nicht mal einen Arbeitsvertrag Warum werden diese Verstöße gegen geltendes Recht nicht sanktioniert?
see_it with_your_own_eyes 29.04.2014
2. Wow
Da reagiert Burger King aber fix oder?!? Leider aber falsch: Profitgier und Menschenverachtung wie sie Yildiz aber leider auch die Angestellten dort an den Tag legen kann man mit ein paar Nachschulungen nicht korrigieren. Und Vertrauen der Kunden gewinnt man so nicht (zurück). Wenn es keine empfindlichen Strafen, sowohl durch Burger King (wozu gibts eigentlich das Instrument Konventionalstrafe?!?) als auch durch die Behörden hagelt, ist die Aufforderung an Yildiz klar formuliert: Naja warst böse, macht aber nix wirklich jetzt ... beim nächsten Mal passte halt auf (*flüster: damit Du nicht so leicht erwischt wirst).
nilaterne 29.04.2014
3. Nein das kann ich nicht bestätigen
Zitat von Kajaalwie Burgerking gehen fast alle Firmen mit ihren Aushilfskräften um: keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein bezahlter Urlaub, keine Überstundenbezahlung bzw. Freizeitausgleich....oft gibts noch nicht mal einen Arbeitsvertrag Warum werden diese Verstöße gegen geltendes Recht nicht sanktioniert?
Ich habe mehrere Berufe und war in verschiedensten Unternehmen angestellt tätig und habe das NIE erlebt. Zwar gab es manchmal Chefs die ich lieber nicht gehabt hätte... Auch bei Mc Donald kenne ich das nicht, immerhin kenne ich dort Beschäftigte aus unterschiedlichen Filialen. eigentlich ist es schade, wie bei Burger King mit Essen umgegangen wird und wie abwertend die Mitarbeiter behandelt werden. Ich fand deren Burger zwar leckerer als die von Mc,, werde aber Burger King nicht mehr aufsuchen.
franz8 29.04.2014
4. Typisches Statement vom Würger King Konzern.
Zitat: "Dieser Plan sehe einer Wiederholung der Lehrgänge für Mitarbeiter und Management vor, "um sicherzustellen, dass alle relevanten Vorgaben und Prozesse eingehalten werden"." Dem Konzern ist wohl nicht ganz klar, dass Yildiz und sein krasser Anwalt Schuld an der ganzen Misere sind. Der Konzern scheint die Reportage wohl nicht "intensiv" genug geguckt zu haben. Ich schon. Wer sie verpasst hat kann sie auf RTL Now im Internet gucken. Mein Vertrauen in Burger King ist auf jeden Fall zerstört.
rudolf_mendt 29.04.2014
5. Fly By Night
Aha, mit Nachschulungen will man den Missständen jetzt zu Leibe rücken. Bei Arbeitsrechtlern ist Yildiz schon seit längerem kein Unbekannter. Üblicherweise hat eine Konzernleitung Kenntnis vom Geschäftsgebaren des Franchisenehmers, bevor er der größte Partner wird. Das kann aber wiederum nur bedeuten, dass BK mit dem Eingehen dieser Partnerschaft implizite Ziele verfolgt. Möglicherweise soll in den Nachschulungen ja auch gelehrt werden, wie am besten keine Informationen mehr das Unternehmen verlassen.
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