Kündigung von Netflix-Partnerschaft Disney bringt eigenen Streamingdienst auf den Markt

Disney hat seine Partnerschaft mit Netflix gekündigt. Der Medienkonzern wolle einen eigenen Streamingdienst auf den Weg bringen, hieß die Begründung. Die Börse reagierte prompt.

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Der US-Unterhaltungsriese Disney will mit einem eigenen Onlinevideoservice im Streamingmarkt mitmischen und beendet seine Partnerschaft mit Netflix Chart zeigen. Disney kündigte nach US-Börsenschluss an, ab 2019 keine Neuveröffentlichungen mehr an Netflix zu liefern.

Stattdessen sollen weitere Anteile am Streamingdienst BAMTech übernommen und Eigenproduktionen in Zukunft über ein Abomodell im Internet unter eigener Marke angeboten werden. Die Ankündigung ließ die Netflix-Aktie nachbörslich um fünf Prozent abrutschen.

Auch Disney geriet an der Börse unter Druck, Grund waren jedoch vor allem die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum fiel der Überschuss in den drei Monaten bis Anfang Juli um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,0 Mrd. Euro). Die Erlöse sanken leicht auf 14,2 Milliarden Dollar.

Höhere Programmkosten und Nutzerschwund machen weiter Probleme beim Sportsender ESPN. Die Filmsparte konnte nicht an die Kinoerfolge aus dem Vorjahr anknüpfen, nur das Geschäft mit Themenparks brummte.

kry/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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vish 09.08.2017
1. Schade
Allerdings gut möglich, dass sich Di$ney damit ins eigene Fleisch schneidet, zu breit ist das Angebot von Netflix und auch Amazon (das vermutlich sehr viele mit der Prime Mitgliedschaft mitnehmen), als das sich die Leute nur wegen Zeichentrick und den zwei, drei interessanten sonstigen Marken noch einen weiteren Dienst ans Bein binden. Ich jedenfalls nicht.
Nonvaio01 09.08.2017
2. macht sinn
wenn man einmal alle Disney filme oder Filme die auch aus den Disney Studios sind, man nicht aber unbedingt als "typische" Disney Filme betrachtet, hat man schon eine ganze menge an filmen zusammen.
Wunderhorn 09.08.2017
3. Strohdumm
Wer Kunden im Video-Streaming gewinnen will, muß sich zusammenschließen um ein umfassendes Angebot für den Endkunden zu erstellen. So treibt man die User nur regelrecht zu ungewollten Alternativen. Wer will schon 3, 4 oder 5 verschiedene Abos verwalten und bezahlen um ausgewählte Sendungen zu sehen? So ein Quatsch. Diese Zerstückelung des Angebots zeugt von reinster Dummheit.
naeggha 09.08.2017
4. schade
wenn jedes Studio seinen eigenen Dienst gründet, leidet die Qualität der etablierten Dienste sicher darunter. Und dem Kunden ist auch nicht geholfen, erinnert mich an Sky und DAZN....
5b- 09.08.2017
5. Beauty and the Beast
Star Wars ist das Beste, was Disney in den letzten Jahren geglückt ist. Pirates of the Caribbean mag zwar finanziell gut laufen, ist aber auch schon ziemlich abgefahren. Der letzte große Film, Beauty and the Beast, war dermaßen uninspiriert und daneben, dass man schon daran zweifeln mag ob es der Disney Konzern mit der Disney Marke in der Filmbranche noch lange machen wird. BatB lässt einen zweifeln, dass die Damen und Herren in der Führung wirklich etwas von der Kunst verstehen. Emma Watson in allen Ehren, ist man doch fassungslos, dass man in einem Disney Musical eine Person singen hört, die es nicht sehr gut kann. Das Auto-getune hört noch der letzte Laie. Damals hat man einfach andere singen lassen. In der deutschen Synchronfassung wird es natürlich nicht auffallen. Disney wird schwer investieren müssen um genug Eigenmaterial für einen Streamingdienst zusammenzubekommen. Dabei hat Disney das große Manko ein "familienfreundlicher" Konzern zu sein. Heutzutage zieht aber eine Art Hyperrealismus. Ned-Starking, das durchgehende Wegtöten tragender Rollen in einer Serie (nicht nur am Ende wie, z.B. bei Harry Potter), ist gerade in guten Produktionen absolut normal geworden (Breaking Bad, The Walking Dead). Gerade das hat Disney bei Star Wars: Rogue One versucht. Wobei es damit nicht gescheitert ist, hat es sich bei dem Abschlachten der Charaktere nicht wirklich um Ned-Starking gehandelt, in dem Sinne dass die Charaktere regelmäßig und damit erwartbar starben und es auch klar wurde dass das "Happy End" letztlich daraus besteht, dass die Mission glückt obwohl alle Protagonisten sterben. Da der Film aber auch eine eigenständige Aussage damit macht, ist es nicht als Versuch der Kopie eines Erfolgsmodells zu sehen. Dennoch ist das Hauptaugenmerk, dass diese Erzählweise eben nicht die Disney Marke trägt.
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