Essen - Karstadt-Einkaufsmanager haben derzeit einen denkbar undankbaren Job. Sie müssen in diesen Wochen die Frühjahrs- und Sommerkollektion für das kommende Jahr bestellen - doch bislang ist unklar, ob die Textilfabriken in Asien überhaupt liefern. Angesichts der ungeklärten Eigentumsverhältnisse befürchten die Lieferanten, dass Karstadt sie nicht bezahlen könnte, berichtet die "Welt".
"Die Asiaten beobachten sehr genau, was bei uns vorgeht", sagte ein Einkaufsmanager in Essen der Zeitung. "Viele der Lieferanten haben schon bei der Quelle-Insolvenz und der anschließenden Abwicklung viel Geld verloren." Bei Quelles Schwesterunternehmen soll ihnen das nicht noch einmal passieren: Deshalb halten sich die Hersteller mit Lieferzusagen extrem zurück. Dass der Verkaufsprozess des großen Textilabnehmers aus Deutschland seit Monaten stockt, habe sich bis nach Bangladesch herumgesprochen.
Erst am 3. September will das Amtsgericht Essen entscheiden, ob der Kaufinteressent Nicolas Berggruen das Unternehmen übernehmen darf oder nicht. Sollte es wie schon so oft eine Verzögerung geben, sei die Warenversorgung für das kommende Frühjahr ernsthaft in Gefahr, hieß es weiter. Denn bis Mitte September müssten die Bestellungen abgeschlossen sein.
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