Investorenlegende: Multimilliardär Buffett macht Krebserkrankung öffentlich
Der legendäre US-Milliardär Warren Buffett hat Prostatakrebs in einem frühen Stadium. In einem offenen Brief an die Aktionäre seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway schrieb der 81-Jährige aber, er fühle sich "großartig" und werde weiterarbeiten wie bisher.
Omaha - Nur ein paar Tage, nachdem er die Diagnose erhalten hat, gab sie der US-Milliardär Warren Buffett an seine Aktionäre weiter: Am 11. April hätten ihm die Ärzte mitgeteilt, dass er Prostatakrebs in einem frühen Stadium habe. "Die gute Nachricht ist, dass meine Ärzte mir gesagt haben, dass mein Zustand keineswegs lebensbedrohlich ist", schrieb der 81-Jährige an die Anteilseigner seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway.
Die Investorenlegende bemühte sich, Sorgen zu zerstreuen, dass ihn die Krankheit belaste: "Ich fühle mich großartig, als ob ich gesund wäre." Der Krebs sei bei einer Vorsorgeuntersuchung aufgefallen. Buffet wird Mitte Juli eine Strahlentherapie beginnen, die zwei Monate dauern soll. "Die Therapie wird mich bei Reisen einschränken, aber meinen sonstigen Tagesablauf in keiner Weise ändern", schrieb Buffett, der bei seinen Auftritten bis zuletzt immer topfit wirkte und keinerlei Anstalten machte, in Ruhestand zu gehen.
Buffett gilt mit einem vom Magazin "Forbes" geschätzten privaten Vermögen von 44 Milliarden Dollar als der drittreichste Mensch der Welt. Sein gutes Gespür für gewinnträchtige Anlagen hat ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" eingebracht. Seine zahlreichen Fans in aller Welt schätzen aber vor allem, dass der erfolgreiche Investor bodenständig geblieben ist. Sein Lebensstil gilt als bescheiden, seine einzigen Laster sind Cola und Steaks.
Nachfolge bereits geregelt
Warren Buffett steht seit einem halben Jahrhundert an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat aus dem unbedeutenden Textilhersteller eines der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. An der Börse ist die Holding rund 200 Milliarden Dollar schwer - mehr als doppelt so viel wie Deutschland teuerster börsennotierter Konzern Siemens. Die Berkshire Hathaway
-Aktie gab nach der Schockmeldung nachbörslich leicht nach.
Buffett hatte erst jüngst die Nachfolge in seinem Firmenimperium geregelt: Im Februar hatte er den Aktionären mitgeteilt, dass ein Nachfolger für ihn gefunden worden sei. Der Vorstand sei von dem ausgewählten Manager begeistert - allerdings soll nicht einmal der Kandidat selbst von seiner Wahl wissen. Zudem habe er noch zwei alternative Kandidaten für den Vorstandsvorsitz in der Hinterhand. Namen nannte er keine, betonte aber zugleich, dass er noch nicht die Absicht habe, abzutreten.
Zu Berkshire Hathaway gehören Aktienpakete an Großkonzernen wie Coca-Cola
oder IBM
und darüber hinaus rund 80 eigene Tochtergesellschaften von Versicherungen bis zu einer Fast-Food-Kette. Buffett und sein 88-jähriger Geschäftspartner Charlie Munger hatten bis zuletzt keinerlei Anstalten gemacht, das Ruder aus der Hand zu geben. Das rüstige Gespann wird nach derzeitigem Stand wie immer im Mai die Aktionäre auf der jährlichen Hauptversammlung in Omaha begrüßen.
nck/dapd/dpa
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