Rettung von US-Konzernen Starinvestor Buffett verdient Milliarden mit Krisenhilfe

In der Finanzkrise gerieten US-Großkonzerne wie General Electric, Mars oder die Bank of America ins Schlingern. Starinvestor Warren Buffett lieh ihnen Geld - und machte ein exzellentes Geschäft.

Von Anupreeta Das, Wall Street Journal Deutschland

Starinvestor Buffett: Ordentlich von der Finanzkrise profitiert
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Starinvestor Buffett: Ordentlich von der Finanzkrise profitiert


"Sei furchtsam, wenn andere gierig sind. Und sei gierig, wenn andere sich fürchten." So lautet eine der Lieblingsmaximen des US-Investors Warren Buffett. Während der Finanzkrise hat sich der Milliardär selbst strikt an diese Devise gehalten. Und fünf Jahre später gibt ihm die reiche Beute recht, die er jetzt an Land zieht.

Als die globalen Verwerfungen der Finanzkrise eine Hand voll amerikanischer Großunternehmen zu stürzen drohten, war Warren Buffett ihnen rettend zur Seite gesprungen. Seine guten Taten haben sich mehr als ausgezahlt. Nachdem er in der vergangenen Woche eine weitere umfangreiche Rückzahlung kassierte, hat der Investor aus seinen Nothilfe-Interventionen bisher 10 Milliarden US-Dollar und mehr eingestrichen. Nach einer Analyse des "Wall Street Journal" hat Buffett damit aus seinen Investitionen in der Krisenzeit bis jetzt einen Gewinn vor Steuern von fast 40 Prozent erwirtschaftet.

Der jüngste warme Regen für den legendären amerikanischen Anleger und sein Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway Chart zeigen setzte ein, als der Süßwarenhersteller Mars seine Schulden zurückzahlte. Im Chaosjahr 2008 hatte die Mars-Tochter Wrigley 4,4 Milliarden Dollar von Buffett geliehen. Diese Rückzahlung allein dürfte einen Gewinn von mindestens 680 Millionen Dollar in die Kassen von Berkshire Hathaway spülen.

Buffetts Lieblinge gerieten unter Druck

"Was die simple Rentabilität angeht, so hätte jeder durchschnittliche Investor bei Investitionen am Aktienmarkt genau so gut abschneiden können, wenn er während der Panikzeit gekauft hätte", sagte Buffett am Wochenende in einem Interview. Er spielte damit auf die Monate lang währende Verunsicherung an, die im Herbst 2008 eingesetzt hatte. Damals waren die Titel einer ganzen Reihe von Buffetts Unternehmenslieblingen schwer unter Druck geraten. Die Aktien von Wells Fargo Chart zeigen oder American Express Chart zeigen etwa fielen auf historische Tiefststände. "Du landest deine besten Käufe, wenn die Mehrzahl der Leute Angst hat", lautete der Kommentar der Investmentlegende.

Dieser Artikel ist im Wall Street Journal Deutschland erschienen.

Doch derart virtuos wie der Meister selbst hat wohl kaum ein Investor Kapital aus der Krise geschlagen. Zum Vergleich: Die US-Regierung hatte damals über ihr Troubled Asset Relief Program rund 420 Milliarden Dollar investiert. Die Regierung bestand dabei auf vorteilhaften Konditionen und sammelte umfangreiche Dividendenzahlungen ein. Doch bisher sprangen bei dem Nothilfeprogramm nur rund 50 Milliarden Dollar oder zwölf Prozent Rendite heraus, wie aus Angaben auf der Website des US-Finanzministeriums hervorgeht.

Buffett hofft jetzt, das Geld bald für andere, große Investitionen einsetzen zu können, die ähnlich attraktive Renditen einbringen. Berkshire werde weiter Aktien kaufen, um das Portfolio der Firma im Wert von über 100 Milliarden Dollar auszubauen. Denn es "ist immer noch besser, Wertpapiere zu haben als Cash", meint Buffett.

Aber große Zukäufe, wie der Erwerb des Eisenbahnbetreibers BNSF Railway für 26 Milliarden Dollar im Jahr 2010, sind mittlerweile schwieriger zu bewerkstelligen. Da die Kurse sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung erhöht hätten, seien transformative Geschäfte dünn gesät, die es Berkshire erlauben würden, einen Teil seines Geldbergs wirksam einzusetzen, hat sich Buffett öffentlich beklagt.

Die Zeit als letzter Rettungsanker war für Buffett im April 2008 mit dem Kreditersuchen von Mars angebrochen. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise war es auf den Kreditmärkten schon spürbar enger geworden, und einige Unternehmen mit großen Namen warfen bereits Hilfe suchende Blicke in Richtung Buffett und der enormen Kriegskasse von Berkshire.

Kam die Investmentlegende ihrem Flehen nach, dann hatten die bedrängten Firmen gleich doppelt gewonnen. Sie erhielten nicht nur das dringend benötigte Kapital, sondern die nicht minder wertvolle Bestätigung ihrer langfristigen Aussichten, die Buffett ihnen mit seinem Engagement stillschweigend zuteilwerden ließ. Die Aktien der Unternehmen, denen diese Auszeichnung verliehen wurde, stiegen in der Regel, nachdem ein Einstieg von Berkshire bekannt geworden war.

Berkshire investierte 26 Milliarden Dollar

Insgesamt hatte Berkshire damals in sechs Großabschlüssen rund 26 Milliarden Dollar investiert. Der Riesengeldschatz von Berkshire versetzte Buffett dabei in die Lage, schnell vorzugehen und sich lukrative Bedingungen zu sichern, die einen steten Zahlungsfluss seitens der Darlehensnehmer gewährleisteten.

Die ersten Rettungsdeals schloss Buffett bereits ab, als die Krise gerade dabei war, ihren verheerenden Lauf zu nehmen. Und die letzten Transaktionen ging er ein, als wiederum die Erholung schon weit fortgeschritten war. Zuletzt gewährte der Nothelfer der Bank of America im Jahr 2011 einen Kredit über 5 Milliarden Dollar. Neben Mars und der Bank of America Chart zeigen zählten Goldman Sachs Chart zeigen, Swiss Re, Dow Chemical Chart zeigen und General Electric Chart zeigen zu den Auserwählten von Berkshire und Buffett.

Mehrere Abschlüsse werfen immer noch üppige Dividenden ab. Darüber hinaus ist Berkshire auch im Besitz von Beteiligungen oder von Bezugsscheinen zum Erwerb von Beteiligungen an den Firmen, wodurch sich die Anlagenrendite von Berkshire - zumindest auf dem Papier - zusätzlich um mehrere Milliarden Dollar erhöht.

Auch wenn die Bezugsscheine bei einigen dieser Geschäfte effektiv als kostenlose Beigabe mitgeliefert wurden, als Berkshire Vorzugsaktien kaufte, muss das Unternehmen gemäß den Bilanzierungsrichtlinien seine Kosten zwischen den erworbenen Aktien und Bezugsscheinen aufteilen. Dies bedeutet, dass Berkshire die Gewinne in den Büchern anders ausweist als in einer Aufstellung der Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse, die sich auf rund 10 Milliarden Dollar addiert.

Da sich die Wirtschaft erholt hat und Kredite wieder zu attraktiveren Raten zu haben sind, haben sich einige der Unternehmen dazu entschlossen, Wertpapiere im Besitz von Berkshire zurückzunehmen oder die Konditionen auf eine Art und Weise anzupassen, die Buffett entgegenkommt.

Großaktionär bei Goldman Sachs

Dow Chemical hatte sich 3 Milliarden Dollar bei Berkshire geliehen, um die Übernahme von Rohm & Haas im Jahr 2009 mitzufinanzieren. Die Vorzugsaktien zurückzukaufen, habe Priorität, hatte der Konzern mitgeteilt.

In der vergangenen Woche ist Berkshire auch zu einem der größten Aktionäre von Goldman Sachs aufgestiegen. Nachdem ein fünfjähriger Deal, bei dem Berkshire der US-Investmentbank 5 Milliarden Dollar hatte zukommen lassen, zum Abschluss gebracht worden ist, verfügt Buffett nun über einen 2,1 Milliarden schweren Anteil an der Bank.

Berkshire Chart zeigen hatte 50.000 Vorzugsaktien von Goldman gekauft, für die die Investmentbanker jährliche Dividenden über 500 Millionen Dollar zu zahlen hatten. Als Goldman die Aktien im März 2011 zurückkaufte, zahlte das Geldhaus noch einmal 500 Millionen Dollar zusätzlich als Aufschlag an Berkshire.

Ursprünglich hatte sich Berkshire bei dem Deal auch Bezugsscheine gesichert, um für weitere 5 Milliarden Dollar 43,5 Millionen Stammaktien kaufen zu können. Damit wäre das Konglomerat zum größten Goldman-Aktionär vorgerückt. Im März änderte die Bank jedoch die Konditionen. Sie räumen Buffets Unternehmen nun einen kleineren Anteil ein, ohne dass Berkshire zusätzliches Geld locker machen muss.

Die Firma Mars unterstützte Berkshire dabei, ihren Kauf von Wrigley über 23 Milliarden Dollar zu finanzieren. Seitdem habe der Süßwarenproduzent versucht, Teile seiner Verbindlichkeiten zu refinanzieren, um sich die niedrigeren Zinsen zunutze zu machen und von einer verbesserten Einschätzung der Kreditwürdigkeit zu profitieren, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Berkshire steuerte damals 6,5 Milliarden Dollar bei. Darin eingeschlossen waren 2,1 Milliarden Dollar für Vorzugsaktien von Wrigley, auf die eine Jahresdividende gezahlt wird. Später kaufte Berkshire zusätzlich Wrigley-Schuldtitel über eine Milliarde Dollar. Bisher wird davon ausgegangen, dass die Investition Berkshire fast 4 Milliarden Dollar einbringt. Mit berücksichtigt werden dabei die Jahresdividenden und eine Vorfälligkeitsentschädigung, denn die Anleihen hatten eine Laufzeit bis 2018.

Und Buffetts Engagement bei der Bank of America könnte sich noch auf Jahre hinaus rentieren. Berkshire hatte 2011 rund 5 Milliarden Dollar in das Geldhaus gesteckt, wodurch sich der jährliche Gewinn vor Steuern um weitere rund 300 Millionen Dollar ausweitet. Bankchef Brian Moynihan hat erst vor kurzem gesagt, er plane auf absehbare Zeit nicht, die Vorzugsaktien von Buffett zurückzukaufen. Bis 2021 hat Berkshire außerdem noch Zeit, um Bezugsscheine auszuüben, mit denen die Firma sich für zusätzlich 5 Milliarden Dollar 700 Millionen Stammaktien zu 7,14 Dollar je Aktie sichern kann. Ausgehend vom derzeitigen Kurs der Bank-of-America-Aktien von etwa 14 Dollar bringen die Bezugsscheine Buffet auf dem Papier einen Gewinn von fast 5 Milliarden Dollar ein.

Originalartikel auf Wall Street Journal Deutschland

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paoloDeG 07.10.2013
1. verdient Milliarden mit Krisenhilfe
Mit Krisenhilfe vom Obama Milliarden verdient, aber zuwenig Steuer bezahlt! Das hat Shutdown verursacht! Obama sollte die Superreichensteuern und Spekulationssteuer erhöhen! Anstatt das Land von den Spekulanten als Geisel nehmen zu lassen!
laxness 07.10.2013
2. es ist gut....
...dass es Superreiche gibt. Nur die haben die Kohle um vielversprechende Start-Ups gesellschaftsfähig zu machen. Desto mehr Geld auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist, desto besser
raber 07.10.2013
3. Risiko hat sich ausbezahlt
Statt tatlos zuzusehen hat Buffett in diese Unternehmen investiert und nun erhält er seinen Lohn. Buffett ist auch einer derjenigen die einverstanden sind die Supereichensteuer zu erhöhen, aber leider spielen die Regierungen nicht mit.
wohin 07.10.2013
4. ich lese....
.....immer - er hat 'verdient' . Nein, er hat 'bekommen' und zwar nicht durch Arbeit, sondern durch Hin- und Herschieben von irgendwelchen Papierchen von einer Seite auf die andere. Natürlich auch durch Verhandeln, klar. Jedenfalls nicht durch Arbeit. Keine "Arbeit" der Welt läßt einen mal schnell ein paar Milliönchen verdienen. Auch diese Leute haben nur 24 Std. am Tag zur Verfügung. Wenn das der dumme Michel bald nur mal begreifen würde!
FraSoer 07.10.2013
5. Jeder der Geld hat kann von Krisen profitieren
Wenn man genügend Geld hat kann man immer von der Marktsituation profitieren, egal ob es bergab geht oder bergauf. z.B. über Optionsscheine auf Basiswerte wie Gold, die steigen wenn die Menschen Angst vor Inflation haben. Oder auch direkt über Bear Futures auf den Wechselkurs EUR/USD. Allerdings sind solche Investments hoch riskant und wer nicht genügend Geld hat und sich leisten kann es zu verspielen sollte es lieber lassen.
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