Albert Cramer: Seniorchef der Brauerei Warsteiner ist tot

Seine Brauerei wurde mit dem Slogan "Eine Königin unter den Bieren" berühmt: Nun ist der Seniorchef von Warsteiner, Albert Cramer, im Alter von 69 Jahren gestorben. Seine Nachfolge hatte er bereits vor Jahren geregelt.

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dapd/Warsteiner

Albert Cramer: Der Senior-Chef der Brauerei Warsteiner ist gestorben

Warstein - Albert Cramer, der Alleininhaber der Brauerei-Gruppe Warsteiner, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Ein Unternehmenssprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Cramer litt demnach an einer Krebserkrankung.

Die Brauerei mit Sitz im Sauerland in Nordrhein-Westfalen wurde 1753 gegründet und ist seitdem im Familienbesitz der Cramer-Dynastie. Neben "Warsteiner" gehören auch die Marken "Paderborner", "Isenbeck", "Herforder" und "König Ludwig" zu der Gruppe. Ebenso die Düsseldorfer Frankenheim Privatbrauerei. Warsteiner beschäftigt etwa 2200 Mitarbeiter.

Albert Cramer entstammte einer Bierbrauer-Dynastie und war im Alter von 25 Jahren in die damals von seinem Vater und seinem Neffen geführte Brauerei eingetreten. Ab 1985 stand er als Alleininhaber an der Spitze des Unternehmens. Er wehrte sich stets gegen Übernahmen und baute die Gruppe ständig aus. Cramer machte die Marke "Warsteiner" durch aufwendige Werbespots und den Slogan "Das einzig Wahre" bekannt. Der Reklamesatz "Eine Königin unter den Bieren" ziert das Emblem der Kernmarke bis heute.

Ab 2006 führte Cramer die Brauerei-Gruppe gemeinsam mit seiner Tochter Catharina Cramer. Damit steht das Unternehmen mittlerweile in der neunten Generation unter Leitung der Familie. Die 34-jährige Catharina Cramer werde die Gruppe nun weiterführen, hieß es.

Warsteiner hat zwei turbulente Jahrzehnte hinter sich. 1994 dominierte die Gruppe mit einem Absatz von mehr als sechs Millionen Hektolitern Bier als größte deutsche Privatbrauerei den Markt. Just zu diesem Zeitpunkt kamen Gerüchte über angebliche Scientology-Verbindungen auf. Albert Cramer wehrte sich unter anderem mit großformatigen Zeitungsanzeigen, in denen "Wanted: Rufmörder gesucht" stand.

Die Gerüchte konnten dem Unternehmen keinen existentiellen Schaden zufügen. Zwar ging der Bierausstoß der Brauerei in den vergangenen beiden Jahrzehnten spürbar zurück - das ist allerdings ein Phänomen in der gesamten Branche. Internationale Braukonzerne machen Familienunternehmen das Leben schwer. 2010 konnte der Abwärtstrend bei Warsteiner vorerst gestoppt werden. Laut "Handelsblatt" liegt Warsteiner auf Platz vier der deutschen Biermarken.

mmq/dapd/dpa

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