Kauf von Starbucks-Rivalen Costa Coffee Warum Coca-Cola jetzt auf Kaffee setzt

Coca-Cola will die britische Kaffeehauskette Costa für 5,1 Milliarden Dollar kaufen. Mit dem Deal möchte sich der Cola-Hersteller breiter aufstellen. Doch das Kaffeegeschäft ist hart umkämpft.

Logo von Costa Coffee in London
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Logo von Costa Coffee in London


Es ist einer der größten Übernahmedeals in der traditionsreichen Firmengeschichte von Coca-Cola: Der US-Getränkegigant hat angekündigt, die britische Coffeeshop-Kette Costa für 5,1 Milliarden Dollar kaufen zu wollen.

Costa wurde 1971 in London gegründet, betreibt weltweit fast 4000 Cafés und ist nach eigenen Angaben Marktführer in Großbritannien. Verglichen mit den rund 28.000 Starbucks-Filialen ist die Kette aber weit abgeschlagen.

Doch Coca-Cola hat gute Gründe, sich den Übernahmedeal einiges kosten zu lassen. Denn für den US-Riesen ist die Übernahme ein strategisches Investment, um sein zuckersüßes Sortiment zu ergänzen - und um sich im Wettbewerb mit seinen Rivalen zu wappnen.

Tatsächlich stehen Getränkekonzerne wie Coca-Cola seit Längerem unter Druck. Zwar sind die Getränke der Weltmarke bis heute erfolgreich, aber zuletzt kam der Aktienkurs der Firma an den Börsen nicht recht vom Fleck: Viele Investoren malen der Firma keine große Zukunft aus, weil Verbraucher zunehmend gesündere Alternativen verlangen.

Statt gezuckerter Softdrinks bietet Coca-Cola deshalb gesundheitsbewussteren Kunden vermehrt Smoothies, Säfte, Tees und andere kalorienärmere Getränke. Im US-Heimatmarkt feierte der Konzern zuletzt bereits Erfolge mit der Kaffeemarke Georgia Coffee, die jedoch vor allem als Eiskaffee in Dosen verkauft wird.

Mit diesem Strategieschwenk ist Coca-Cola nicht allein: Erst vor wenigen Wochen hat Pepsi den Kauf von Sodastream angekündigt, eine israelische Wassersprudlerfirma, die auch in Deutschland sehr populär ist. Der Coca-Cola-Rivale will sich damit auch ein gesünderes Image geben.

"Mit diesem Deal setzen wir auf das stark wachsende Kaffeegeschäft", sagte Coca-Cola-Chef James Quincey dem "Wall Street Journal". Seinem Unternehmen gehe es vor allem darum, das Kaffeegeschäft auszubauen, und nicht nur, zu einem Betreiber von Kaffeelokalen zu werden. Die Briten liefern ihren Kaffee auch an den Einzelhandel, was Coca-Cola eine weitere Einnahmequelle eröffnet.

"Heißgetränke sind einer der wenigen Bereiche in der gesamten Getränkelandschaft, in denen Coca-Cola keine globale Marke hat", sagte Quincey. Diese Lücke solle nun mit der Costa-Übernahme geschlossen werden, die man bis Mitte 2019 vollziehen will.

Im Video: Rivalen - Der Pepsi-Cola-Krieg

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Coca-Cola dürfte es mit seinem Kaffeedeal nun weniger darum gehen, das klassische Geschäft mit Kaffeefilialen auszurollen und damit in Konkurrenz zu Starbucks zu treten. Fachleute erwarten eher, dass Coca Cola die Erfahrung von Costa nutzt, um Kaffeegetränke in Supermärkten zu verkaufen. Hier kann Coca Cola seine ganze Vertriebspower ausspielen.

Doch im Kaffeegeschäft wird es Coca-Cola mit großen Konkurrenten zu tun bekommen. Neben Starbucks prescht derzeit die deutsche Milliardärsfamilie Reimann vor: Die familieneigene JAB Holding kaufte zuletzt eine Kaffeemarke nach der anderen, investierte etwa in Jacobs und Senseo und in die Coffeeshop-Kette Balzac.

hej/dpa-AFX



insgesamt 3 Beiträge
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ze_et 02.09.2018
1. Hat doch Cola schon einmal probiert
mit chaqwa. Nur war der Name so seltsam das es sich nicht groß durchgesetzt hat, im Gegensatz zu Futze Tee, ehemals Nestle Tee. Der Name Futze Tee ist auch so unglaublich seltsam.
ohne_mich 03.09.2018
2. #1
Das muß daran liegen, daß es nicht "futze" heißt, sondern "fuze", also "Lunte" oder "Zünder" - aber auch "Abschmelzen" oder "fuse", absichtlich falsch geschrieben, also "verbinden" oder "vereinigen"...oder "Sicherung", aber das schließe ich mal aus. :) Übrigens ist Fuze von Coca Cola und nicht von Nestlé.
1337h4x0r 03.09.2018
3. Infusion
Für mich ist Fuze an Infusion angelehnt: An das französische Wort für (Kräuter)Tee (In-fü-sjohn), nicht den deutschen medizinischen Fachbegriff ;)
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