Übernahme-Gespräche Facebook und Google kämpfen um Navi-App "Waze"

Um die Navigations-App "Waze" entbrennt ein Bieterstreit: Nach Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg ist nach Facebook nun auch Google an dem Routenplaner mit eingebauter Stau- und Baustelleninfo interessiert. Der Wert des Start-ups wird auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt.

"Waze"-App: Aktuelle Infos über Staus, Baustellen und Unfälle
REUTERS

"Waze"-App: Aktuelle Infos über Staus, Baustellen und Unfälle


New York - Amerikas IT-Riesen steigern sich in einen Shoppingrausch: Nach der Foto-App "Instagram" und der Blog-Plattform Tumblr wird nun die Navigations-App "Waze" als nächster heißer Kandidat für eine milliardenschwere Übernahme gehandelt.

Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ist nach Facebook Chart zeigen nun auch Google Chart zeigen an dem in Israel gegründeten Start-up interessiert. "Waze" habe Angebote von mehreren Seiten eingeholt und fordere mehr als eine Milliarde Dollar im Fall eines Verkaufs, heißt es in dem Bericht.

"Waze" gibt Routenanweisungen auf Basis von Nutzerinformationen und funktioniert zugleich wie eine Art Online-Netzwerk für Autofahrer. Sie informieren sich untereinander über Staus, Unfälle oder Radarfallen. Das Start-up hat nach eigenen Angaben 40 bis 50 Millionen Nutzer. In der Bundesrepublik sind es bislang noch zu wenige, um brauchbare Ergebnisse anzuzeigen.

Mit "Waze" könnte Facebook seine Mitglieder auch im Auto erreichen und die Nutzerbasis erweitern. Google könnte seinen Kartendienst Maps mit Social-Media-Funktionen aufmotzen. Für beide Konzerne könnte "Waze" zudem ein Kanal für ortsbezogene Werbung sein. Sowohl Google als auch Facebook sind im stationären Internet groß geworden, inzwischen nutzen ihre Kunden aber immer öfter mobile Endgeräte, um ins Netz zu gehen. Die IT-Riesen haben erhebliche Probleme, sich strategisch auf diesen raschen Wandel einzustellen.

Profiteure sind die Programmierer gefragter Apps wie "Waze". Das Start-up dürfte durch die Berichte über den Bieterstreit viele neue Nutzer gewinnen. Und ihm stehen durch den Medienhype alle Optionen offen. Laut Bloomberg ist noch nicht gesagt, dass sich die Firma am Ende kaufen lässt. Sie könnte sich stattdessen auch neues Geld bei Investoren besorgen und unabhängig bleiben, hieß es unter Berufung auf Insider.

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ssu/dpa



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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Marcus_XXL, 24.05.2013
1. 1000 Millionen Dollar Wert?
Für eine App? Wie will man das Geld wieder rein holen? Erinnert mich sehr an den Neuen Markt.
jan.lolling 24.05.2013
2. waze?
ich bin bisher mit Google Maps und dessen Stauwarnung sehr zufrieden. Wue kann es denn sein dass so eine kleine App mal eben mehr Wert ist als z.B. ein mittelständisches Unternehmen. Die erwirtschaften tatsächlich so viel?
pflegeroboter 24.05.2013
3. Nomen est omen
Zitat von sysopREUTERSUm die Navigations-App Waze entbrennt ein Bieterstreit: Nach Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg ist nach Facebook nun auch Google an dem Routenplaner mit eingebauter Stau- und Baustelleninfo interessiert. Der Wert des Start-ups wird auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/waze-facebook-und-google-kaempfen-um-navi-app-a-901611.html
Waze oder Wanze, das ist hier die Frage? Dass die Autofahrer als nächstes auf der Ziel der online-Kontrolle, des onlinezwangs sind, zeichnet sich ja schon länger ab. z.B. hier: Telefonica will Fahrverhalten protokollieren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/telefonica-will-fahrverhalten-protokollieren-a-894688.html)
ihawk 24.05.2013
4. Neue Blase?
Wenn WAZE mit Werbung zugekleistert wird, wieviel Benutzer bleiben dann noch übrig? Davon abgesehen hat diese App ein Troll Problem, d.h. will ein Witzbold freie Strecke haben, meldet er einen Sack voll Probleme auf seiner Strecke.
graetz777 24.05.2013
5. Geld raushauen ohne Sinn und Verstand
Nur weil "social" draufsteht, schalten sich die Hirne aus. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass der User aktiv melden muss. Im Auto, beim Fahren. Der hat ja sonst nichts zu tun ... Das ist wie bei den Apps für Radarfallen. Schön, wenn mal eine gemeldet wird, aber darauf verlassen, dass keine Radarfalle existiert, wenn da nichts angezeigt wird, kann man sich nicht. Besser sind da Systeme, die den Verkehr für den User passiv überwachen - z.B. TomTom. Durch das Auswerten der Bewegungsprofile lassen sich Staus wesentlich zuverlässiger erkennen. Und gegen Radarfallen hilft einfach vorschriftsmäßiges Fahren.
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