Düsseldorf - Der teilverstaatlichte Energieriese EnBW ist eines der Sorgenkinder der künftigen grün-roten Regierung in Baden-Württemberg. Noch bevor diese bei dem Konzern mitreden darf, kündigen bereits Aufsichtsräte ihren Abschied an. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz will sein Mandat im Kontrollgremium bei der Hauptversammlung am 19. April niederlegen. "Ich habe heute der Landesregierung mitgeteilt, dass ich für eine Position im Aufsichtsrat von EnBW nicht mehr zu Verfügung stehe", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung dem "Handelsblatt".
"Ich will der neuen Landesregierung nicht im Wege stehen", begründete Franz seinen Rückzug. Der Ökonom und Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim sitzt auch im Aufsichtsrat von Ernst & Young. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist für eine EnBW-Tochter tätig. "Deswegen hätte ich mich ohnehin für eines der Mandate entscheiden müssen", sagte Franz.
Auch Hubert Lienhard vom Maschinen- und Anlagenbauer Voith sagte der Zeitung, er werde seinen Posten räumen, falls die neue Landesregierung das wünsche.
Grüne und SPD haben bereits angekündigt, dass sie den Konzern umbauen wollen. Noch-Ministerpräsident Stefan Mappus hatte EnBW im Wahlkampf verstaatlicht. Nach der Katastrophe in Japan ist das auf Atomkraft ausgerichtete Geschäftsmodell gefährdet - und damit auch die Finanzierung des 5,9 Milliarden Euro teuren Kaufs durch das Land.
mmq/dpa
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