Wechselkurs zum Dollar Euro fällt in Fernost auf tiefsten Stand seit neun Jahren

Der Euro ist im fernöstlichen Handel unter die Schwelle von 1,20 Dollar gerutscht. Das ist der tiefste Stand seit Anfang 2006. Und der Absturz soll noch weitergehen.

Euro im freien Fall: Der Wechselkurs fällt in Fernost auf Neun-Jahres-Tief
Corbis

Euro im freien Fall: Der Wechselkurs fällt in Fernost auf Neun-Jahres-Tief


Sydney - Der Euro ist am Montag im fernöstlichen Handel zum Dollar auf den tiefsten Stand seit Anfang 2006 gefallen: Die Gemeinschaftswährung kostete 1,1860 Dollar. Am Freitag war sie noch mit 1,2002 Dollar gehandelt worden.

Händler sagten, der Verlust habe hauptsächlich technische Ursachen: Nachdem der Euro unter die Schwelle von 1,20 Dollar gerutscht war, löste dies automatisch sogenannte Stop-Loss-Orders aus; bei Erreichen eines gespeicherten Mindestkurses wird der Verlust für den Anleger begrenzt, indem der Computer verkauft. Da die Computer meist nach sehr ähnlichen Methoden programmiert sind, treten sie fast gleichzeitig in Aktion und lösen riesige Kauf- oder Verkaufswellen aus. (Eine ausführliche Erklärung der Mechanik finden Sie hier.)

Zusätzlich gedrückt worden sei der Euro aber vermutlich auch durch die jüngsten Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone, so die Händler. Entgegen ihrer bisherigen Linie ist die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen bereit, Griechenland notfalls aus der Eurozone ausscheiden zu lassen. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) halten einen Austritt des Landes aus der Gemeinschaftswährung für verkraftbar.

Der Absturz der Gemeinschaftswährung ist schon seit Monaten im Gange: Noch im Mai kratzte der Euro an der Marke von 1,40 Dollar. Danach ging es fast stetig bergab. Und wenn man den Experten glauben darf, dann wird es für den Euro 2015 auch noch weiter nach unten gehen. Goldman Sachs und Morgan Stanley etwa sagten bereits vor Monaten voraus, dass die europäische Währung im Laufe des Jahres 2015 auf 1,15 Dollar fallen werde. Danach sei sogar ein Absturz auf einen Dollar wahrscheinlich. Eine solche Parität gab es zuletzt Ende 2002.

vet/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
marcel2101 05.01.2015
1. Egal!
Einfach trotzdem mantra-artig weiter nachsprechen, dann wird das schon: "Die Sanktionen gegen Russland schaden ausschliesslich Russland!" "Deutschland und Europa geht es prima!" Und: "Wir haben die beste Bundesregierung seit Anbeginn der Zeitrechnung!" ;-)
darkmattenergy 05.01.2015
2. Mit der AFD im Regierungsboot würde das nicht passieren
Könnten Fr. Merkel und Hr. Schäuble nicht im Schoss des Koalitionspartners SPD - deren Spitzenmann, Hr. Gabriel sich mehr und mehr nur noch für das schnelle Durchboxen von TTIP interessiert - ungestört und unkontrolliert dahindämmern, sondern müssten Rücksicht auf den Koalitionspartner AFD nehmen, würden sie Mario Draghi gewiß daran hindern, fortgesetzt und beschleunigt beispiellose Vermögenswerte zu vernichten.
t dog 05.01.2015
3. Inflation
Ist ja toll. Brüssel wollte doch unbedingt eine spürbare Inflation, damit die EU Wirtschaft leichter ins Ausland exportieren kann. Hier ist sie.
thoscha 05.01.2015
4. Und was kommt jetzt..?!
Da muß man sich doch fragen wie der Euro auf 1,1860 zu Dollar kommt? Arbeiten hier die gleichen Spekulanten wie bei der Griechenland-Saga? Wenn Frau Merkel weiter so eine bescheidene Politik betreibt, dann können wir ja gleich alles umsetzen was die Amis wollen. TTIP darf nicht auch noch kommen! Und wofür bzw. für wen wird der Euro geopfert? Armes Deutschland. Das Ende naht.
silberstern 05.01.2015
5. Schade!
Aufgrund des guten Wechselkurses und der Unsitte Produkte 1$=1? auszupreisen, hat es sich in den vergangenen Jahren oft gelohnt, trotz Versandkosten und tlw. Zoll in den USA einzukaufen.
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