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Wegen HRE: Pleitebank brockt Rettungsfonds Milliardenverlust ein

Bislang ist der Verlust nur virtuell, doch für die Steuerzahler könnte der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin noch teuer werden: Er hat im vergangenen Jahr ein Minus von mehr als vier Milliarden Euro gemacht. Schuld daran ist vor allem die marode Immobilienbank Hypo Real Estate.

Soffin-Sitz in Frankfurt: Fehlbetrag von mehr als vier Milliarden Euro Zur Großansicht
dpa

Soffin-Sitz in Frankfurt: Fehlbetrag von mehr als vier Milliarden Euro

Frankfurt am Main - Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) hat 2009 mit einem Verlust von 4,26 Milliarden Euro abgeschlossen. Grund dafür sei der Wertverfall der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE). Dieser zehre die operativen Überschüsse von 497 Millionen Euro auf, teilte die zuständige Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung am Freitag in Frankfurt am Main mit.

Die Abwertung musste der Bankenrettungsfonds auf die HRE und ihre Tochter Deutsche Pfandbriefbank vornehmen: Ihr Wert wurde den Angaben zufolge um 4,75 Milliarden Euro gesenkt. Die Bundesregierung hatte die HRE im August 2009 verstaatlicht, nachdem sie in der Finanzkrise in Schieflage geraten war und drohte, durch eine mögliche Pleite eine ganze Reihe anderer Finanzinstitute mitzureißen.

Inwieweit die Abwertung der HRE nun zu tatsächlichen Verlusten führe, hänge vom Erfolg der HRE ab, erklärte der Chef des Soffin, Hannes Rehm. "Wir tun alles in unserer Macht stehende, um Steuergelder zu schonen." Handlungsmaxime des Fonds sei jedoch, durch die Rettung von Banken Schaden vom deutschen Wirtschaftssystem fernzuhalten - und "Retten ist leider kein lukratives Geschäft", betonte Rehm.

Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), die den Soffin verwaltet, machte 2009 ein kleines Plus: Sie verdiente zwei Millionen Euro, wie der Soffin mitteilte. Für die Verwaltung des Fonds erhielt sie von den Banken, die Hilfsanträge stellten, demnach 12,1 Millionen Euro. Dagegen hätten 10,1 Millionen Euro Aufwendungen für den Betrieb gestanden. Somit seien die Kosten für die Verwaltung des Soffin "vollständig aus den Einnahmen gedeckt".

Banken können beim Soffin Anträge auf Staatshilfen stellen, wenn sie sich durch die Finanzkrise bedroht sehen. Bis Ende Dezember beantragten Institute den Angaben zufolge insgesamt Hilfen über 230,9 Milliarden Euro. Tatsächlich gewährte der Soffin zu diesem Zeitpunkt 160,7 Milliarden Euro.

wit/AFP/Reuters/apn

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. hier ist mal anschaulich erklärt,
wolfstar 22.05.2010
warum unser system nicht mehr lange funktioniert: http://www.isnichwahr.de/r14960595-die-wahre-ursache-der-weltwirtschaftskrise-2008-.html Eigentlich ja nichts neues für leute die hin und wieder den kopf anschalten, aber der letzte satz dieses berichtes hat schon etwas sehr bedrohliches! Mal sehn, was passiert und wann - ich würde auf jedenfall erstmal keine banken (die anleger/spekulanten dahinter) mehr retten... p.s. und die ex-finanzeichel hat mal wieder gar nichts kapiert und schwafelt vollkommen sinnbefreit darüber, das es ja eine sehr gute anlage gewesen sein muß, wenn man 5% auf sein geld bekommt- als ob das einen unterschied macht.... pffffffff
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