Auftragsstopp US-Regierung boykottiert Ölkonzern BP

Die amerikanische Regierung zieht Konsequenzen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Der britische Konzern BP soll keine weiteren Aufträge aus Washington erhalten. Der Boykott gilt bis zur Bewährung.

BP-Schild im US-Bundesstaat Virginia: Einer der wichtigsten Lieferanten des Pentagon
REUTERS

BP-Schild im US-Bundesstaat Virginia: Einer der wichtigsten Lieferanten des Pentagon


Washington - Die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sind für BP noch nicht ausgestanden. Zwar erklärte sich der britische Ölkonzern kürzlich schon zur Zahlung einer Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Dollar bereit. Doch das reicht der US-Regierung offenbar nicht als Denkzettel. Sie will mit BP vorerst keine neuen Verträge mehr abschließen.

Die Entscheidung sei eine Konsequenz aus dem "Mangel an geschäftlicher Integrität", den das Unternehmen im Zuge der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" und der folgenden Ölpest gezeigt habe, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Umweltbehörde EPA. Der Boykott gelte "bis das Unternehmen ausreichende Beweise dafür vorlegen kann, dass es die Geschäftsstandards der Regierung erfüllt". Laufende Verträge seien nicht von der Entscheidung betroffen. BP gehört zu den wichtigsten Lieferanten für das US-Verteidigungsministerium.

Bei der Explosion der "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Menschen ums Leben gekommen. 4,9 Millionen Barrel Öl liefen 87 Tage lang ungebremst ins Meer. Ganze US-Küstenabschnitte wurden verschmutzt.

Im kommenden Jahr müssen sich die beiden damals hochrangigsten BP-Aufseher vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung der elf Menschen verantworten, die bei der Explosion ihr Leben verloren haben. Außerdem soll einem weiteren damaligen ranghohen Manager von BP der Prozess gemacht werden. Ihm wird angelastet, Informationen über den Unfall vor dem US-Kongress verheimlicht und Ermittler angelogen zu haben. Alle drei ehemaligen BP-Mitarbeiter sollen am Mittwoch zur Anklageverlesung vor einem Gericht in New Orleans erscheinen.

dab/dpa

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Jay's 28.11.2012
1. Sehr zu begruessen,
diese Entscheidung. Insbesondere werden sich andere Oelfirmen jetzt besonders in Acht nehmen muessen, zB Shell, die in der Arktis bohren wollen. Eigentlich haette die Obama Regierung diesen Bohrungen nicht zusagen sollen.
MartinB. 28.11.2012
2.
Zitat von Jay'sdiese Entscheidung. Insbesondere werden sich andere Oelfirmen jetzt besonders in Acht nehmen muessen, zB Shell, die in der Arktis bohren wollen. Eigentlich haette die Obama Regierung diesen Bohrungen nicht zusagen sollen.
Ach Quark. Da haben die "einheimischen" Konzerne ein bißchen erfolgreiche Lobbyarbeit gemacht, und schon will mancher grüne Lüftchen wehen sehen. Die Welt ist abhängig von billiger Energie, und wo's Öl gibt, wird auch gebohrt werden; ob in Alaska, der Arktis oder sonstwo ist egal. Wenn der Auftrag jetzt an einen US-Konzern geht, um so besser.
Ju2999 28.11.2012
3. Kein Zusammenhang mit Übernahme von TNK-BP durch Rosneft, BPs Anteil an Rosneft?
Besteht hier kein Zusammenhang, dass BP nun stärker durch russische Interessen beeinflusst wird, bzw. sich nun als Anteilseigner von 13% an Rosneft stärker für die russische Ölförderung interessiert? Warum erst jetzt der Boykott? Was ist mit den Unmengen an Öl, die nun auf dem Grund vom Golf von Mexiko schlummern?
lpino 28.11.2012
4. Halliburton
Zitat von sysopAFPDie amerikanische Regierung zieht Konsequenzen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Der britische Konzern BP soll keine weiteren Aufträge aus Washington erhalten. Erst müsse das Unternehmen zeigen, dass es seinen "Mangel an geschäftlicher Integrität" behoben hat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wegen-oelpest-us-regierung-boykottiert-bp-a-869842.html
Die Kritik und die Medienberichterstattung nach der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon konzentriert sich immer noch auf BP - der damalige Betreiber Transocean sowie die Gesellschaft, die den so genannten Blowout Preventer betonierte, nämlich Halliburton, scheinen glimpflicher davon zu kommen.
trader_07 28.11.2012
5. Zusage
Zitat von Jay'sdiese Entscheidung. Insbesondere werden sich andere Oelfirmen jetzt besonders in Acht nehmen muessen, zB Shell, die in der Arktis bohren wollen. Eigentlich haette die Obama Regierung diesen Bohrungen nicht zusagen sollen.
Wieso hätte die US-Regierung diesen Bohrungen nicht zusagen sollen? Soll man das alles den Russen überlassen?
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