Wegen Ölpreisverfalls Bohrfirma streicht 9000 Jobs

Die fallenden Ölpreise fordern erste Opfer. Der US-Ölbohrspezialist Schlumberger reagiert mit einem massiven Arbeitsplatzabbau und streicht weltweit 9000 Stellen - zuvor war der Quartalsgewinn eingebrochen. Auch andere Ölfirmen kündigen Sparprogramme an.

Ölfeld in Frankreich: US-französischer Öldienstleister Schlumberger streicht Jobs
REUTERS

Ölfeld in Frankreich: US-französischer Öldienstleister Schlumberger streicht Jobs


Houston - Der auf Dienstleistungen rund um die Erdölförderung spezialisierte US-französische Konzern Schlumberger zollt den niedrigen Ölpreisen Tribut. Das Unternehmen aus dem texanischen Houston streicht 9000 Jobs, wie Schlumberger mitteilte. Mit dem Sozialplan fallen demnach 7,5 Prozent der Posten weg. Welche Regionen von dem Stellenabbau betroffen sein werden, blieb zunächst offen. Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die niedrigeren Rohstoffpreise und die vermutlich sinkende Ölförderung in diesem Jahr, teilte Schlumberger mit.

Schlumberger verbuchte im vierten Quartal des vergangenen Jahres einen Gewinn in Höhe von 302 Millionen Dollar (knapp 260 Millionen Euro) - das waren 82 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Seit Monaten fällt der Ölpreis, seit Juni brachendie Preise um rund 60 Prozent ein. Schlumberger sprach vor diesem Hintergrund von "unsicheren" Rahmenbedingungen, gegen die vorgegangen werden müsse.

Für viele kleinere Firmen lohnt sich die Produktion wegen der niedrigen Marktpreise nicht mehr. Die Förderindustrie, die in den letzten Jahren eine treibende Kraft des US-Wachstums und -Arbeitsmarkts war, dürfte ihre Investitionen deshalb drastisch kürzen. Das macht auch den großen Ölförderdienstleistern wie Schlumberger zu schaffen.

Schlumbergers Rivalen Halliburton und Baker Hughes hatten Mitte November ihre Fusion bekanntgegeben, um Kosten zu senken. ConocoPhillips, der drittgrößte US-Ölkonzern, will seine Investitionen 2015 um ein Fünftel kappen. Der Stahlkonzern US Steel plant die Schließung von zwei Rohrwerken. Auch der britische Ölriese BP gab bereits bekannt, in den kommenden Monaten Jobs abzubauen.

nck/AFP/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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sok1950 16.01.2015
1.
Ich unterstütze den Vorschlag von toralf2010: Zeigt in jedem Forum die Anzahl der geposteten Beiträge und im direkten Vergleich die Anzahl der veröffentlichten. Ein erster Schritt zu mehr Transparenz.
frank1980 16.01.2015
2. Tja so ist das
das Kartell sorgt für einen niedrigen Preis um der lästigen Konkurrenz den gar aus zu machen. Später kann es dann den Preis wieder nach eigenem gut dünken festlegen. Der Aussage der Preis für Öl sei auf >100$ gestiegen weil die Förderung teurer wird, haben die Saudis mit der jüngsten Aussage sie würden Öl mit 20$ kosten fördern als lüge enttarnt.
Milkboy 16.01.2015
3.
nur 302 mil Gewinn!? Dann weg mit ein paar Tausend Stellen? Kranke Welt.
Boesor 16.01.2015
4.
Welches Kartell ist das genau? Zumal es hier ja nicht um einen Produzenten geht, sondern um einen Dienstleister
Boesor 16.01.2015
5.
Die Stellenstreichungen dürften wohl mehr mit der (erwarteten) Auftragslage als mit dem Gewinnrückgang zu tun haben.
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