Scheinkonten-Skandal Wells Fargo entlässt weitere Manager

Vier Wells-Fargo-Managern hat der Skandal um Phantomkonten den Job gekostet. Die US-Großbank kündigte weitere Maßnahmen an - muss aber selbst strafrechtliche Konsequenzen fürchten.

Wells-Fargo-Filiale in Oakland (Archivbild)
AP

Wells-Fargo-Filiale in Oakland (Archivbild)


Im Skandal um Phantomkonten müssen vier weitere leitende Angestellte der mittleren Führungsebene die US-Großbank Wells Fargo Chart zeigen verlassen. Der Verwaltungsrat stimmte einstimmig für die Kündigung für die Manager. Den Mitarbeitern würden zudem die Boni und alle anderen Sondervergütungen für 2016 gestrichen. Bis zum Aktionärstreffen im April kündigte das Institut den Abschluss der eigenen Untersuchungen des Falls und weitere Maßnahmen an.

Bis zu dem Skandal war Wells Fargo nach Aktienkurs die wertvollste Bank der Welt. Im September hatte das Geldhaus aber zugegeben, dass Mitarbeiter unter hohem Erfolgsdruck über Jahre hinweg mehr als zwei Millionen unautorisierte Spar- und Kreditkarten-Konten für Kunden eröffnet hatten. Tausende Angestellte waren wegen des Skandals schon entlassen worden, auch Vorstandschef John Stumpf hatte im Oktober seinen Posten geräumt.

Mit hausinternen Maßnahmen dürfte es allerdings nicht getan sein. Verschiedene US-Behörden ermitteln wegen der Affäre. Neben der Börsenaufsicht soll sich laut Medienberichten auch das Justizministerium mit dem Fall befassen, sodass noch strafrechtliche Konsequenzen drohen könnten. Die Bank hatte im Herbst bereits Geldstrafen in Höhe von 185 Millionen Dollar akzeptiert. Zudem sollen fünf Millionen Dollar an betroffene Kunden fließen.

max/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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hefe21 22.02.2017
1. (Wells) Fargo - blutiger Schmäh?
Ich würde mal versuchen, Näheres darüber zu erfahren. Also ob da tatsächlich nur Konten eröffnet wurden (das bringt der Bank nur Aufwand und den eröffnenden Angestellten wenig Bonuspunkte). Was ist in Folge auf den Konto geschehen? Wurden da auch Phantomgeschäfte auf den Phantomkonten getätigt und welche? Die Höhe der schon ausgesprochenen Strafe weist ja eher darauf hin, dass da wesentlich mehr geschehen ist. Und von dem Land, das die Welt mit ihrem hochglanzverpackten Kreditmüll beschenkt hat, kann in der Hinsicht auch mehr "erwartet" werden.
iimzip 22.02.2017
2. Soso,
da haben also Mitarbeiter "unautorisierte...Konten...eröffnet". Ende der Information. - Wäre vielleicht mal jemand so nett, mir zu erklären was das heisst, ausser dass sie es anscheinend nicht gedurft hätten? Scheint ja immerhin zumindest strafrechtlich relevant zu sein.
derjoey 22.02.2017
3. Unautorisierte Konten und Kreditkarten
Zitat von iimzipda haben also Mitarbeiter "unautorisierte...Konten...eröffnet". Ende der Information. - Wäre vielleicht mal jemand so nett, mir zu erklären was das heisst, ausser dass sie es anscheinend nicht gedurft hätten? Scheint ja immerhin zumindest strafrechtlich relevant zu sein.
Aus strafrechtlicher Sicht ist bspw. relevant, dass hier massenhaft Unterschriften gefälscht wurden, denn ansonsten bekommt man kein Konto eröffnet. Darüber hinaus haben die geprellten "Kunden" Gebühren zahlen müssen, im Falle einer einzelnen Kreditkarte bspw. 45 Dollar pro Jahr.
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