Skandalbank Wells Fargo plant Abbau Zehntausender Stellen

Manager, die gefälschte Essenbelege einreichen, Kunden, die es nie gab, falsch berechnete Gebühren: Die US-Großbank Wells Fargo steckt in einer tiefen Krise. Jetzt sollen bis zu 26.000 Stellen gestrichen werden.

Wells-Fargo-Hauptquartier
REUTERS

Wells-Fargo-Hauptquartier


Die US-Großbank Wells Fargo plant den Abbau von bis zu rund 26.000 Stellen. Die Zahl der Beschäftigten dürfte um fünf bis zehn Prozent sinken, sagte Vorstandschef Tim Sloan auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag. Mitte des Jahres hatte die Bank 265.000 Angestellte.

Der Abbau solle über Entlassungen und natürliche Fluktuation erreicht werden. Zudem sollten bis 2020 etwa 800 Filialen geschlossen werden.

Der drittgrößten US-Bank machen eine Reihe von Skandalen zu schaffen. Dabei geht es unter anderem um Phantomkunden und Gebühren, die Hauskäufern fälschlicherweise berechnet wurden. Zuletzt gab es Berichte, dass sich etliche Angestellte ihr Gehalt mit gefälschten Essenbelegen aufbesserten.

Kosten sollen gesenkt werden

Das Institut musste zudem milliardenschwer für faule Hypothekendeals von vor der Finanzkrise büßen. Obendrein enttäuschte das Geldhaus mit einem Gewinnrückgang. Als Reaktion darauf will das Institut die Kosten bis 2020 um vier Milliarden Dollar senken.

Im Februar hatte die US-Notenbank Fed in einem beispiellosen Schritt im Zuge der Skandale dem in San Francisco beheimateten Finanzkonzern einen Wachstumsstopp verordnet. Die Bank darf demnach ihre Bilanzsumme von 1,95 Billionen Dollar (per Ende 2017) erst wieder steigern, wenn sie Unternehmensführung und Kontrollen ausreichend verbessert.

brt/Reuters/dpa

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