Weltbank: Lebensmittelpreise steigen dramatisch

Die Gesundheit von Millionen Menschen ist bedroht: Weltweit steigen als Folge zahlreicher Dürren die Lebensmittelpreise - teilweise dramatisch. Wie die Weltbank jetzt berechnet hat, soll der Anstieg allein im Juli zehn Prozent betragen haben.

Dürre in Indonesien: Trockenheit lässt Preise für Getreide explodieren Zur Großansicht
DPA

Dürre in Indonesien: Trockenheit lässt Preise für Getreide explodieren

Die Preise für Nahrungsmittel steigen in dramatischem Ausmaß. Grund sind zahlreiche anhaltende Dürren vor allem in den USA und in Osteuropa. Jetzt warnt die Weltbank: "Die Nahrungsmittelpreise sind erneut brutal angestiegen und bedrohen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Millionen Menschen", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim am Donnerstag. Dabei seien die Menschen in Afrika und dem Nahen Osten besonders bedroht.

Im Juni und Juli seien die Preise für Mais und Soja um 25 und 17 Prozent gestiegen. Insgesamt seien die Nahrungsmittelpreise in diesem Zeitraum um zehn Prozent angestiegen, erklärte die Weltbank. In einigen Länder seien die Preise besonders krass in die Höhe geschossen: So sei in Mosambik der Preis für Mais innerhalb eines Monat um 113 Prozent gestiegen. Nur Reis verbilligte sich um vier Prozent.

Teile der USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. Das Land liefert mehr als die Hälfte der Mais-Exporte weltweit und ein Viertel der Weizen-Exporte. Wassermangel herrscht aber auch in Osteuropa. In Russland, Weißrussland und Kasachstan sei der Sommer besonders trocken gewesen.

Die Weltbank erklärte ihre Bereitschaft, ihr Hilfsprogramm für die Landwirtschaft aufzustocken, für das die internationale Entwicklungshilfeorganisation dieses Jahr mehr als neun Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) vorgesehen hat.

Eine ähnlich schlimme Krise wie 2008, als die Lebensmittelpreise explodiert waren, und es in mehreren Staaten zu Unruhen kam, befürchtet die Weltbank aber noch nicht. Negative Faktoren wie schwache Ernten oder ein starker Anstieg der Energiekosten könnten die Lebensmittelpreise aber auf das Niveau von vor vier Jahren treiben.

cib/AFP/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Wo bleibt der Verweis auf die Spekulanten?
Phosphorus 31.08.2012
Wie doch allgemein bekannt, sind hohe Lebensmittelpreise vor allem auf die Spekulation zurückzuführen. Warum wird dieser wichtigen Hinweis in diesem Artikel unterdrückt? Ich wittere eine Verschwörung der Bilderberger...
2. Mein Auto fährt umwelfreundlich.... mit Brot!
Hank the voice 31.08.2012
man sollte darüber nachdenken ob man wirklich Ackerflächen nutzt um Kraftstoff anzubauen, anstatt Lebensmittel erschwinglich zu halten. Ob das ganze der Umwelt hilft ist eh fraglich.
3. Biotreibstoffe
elmar69 31.08.2012
Komisch das vor allem die Preise für die Lebensmittel steigen, die verstärkt als natürlich nachwachsender Rohstoff für die Treibstoffgewinnung eingesetzt werden. Das sollte sofort global unter Strafe gestellt werden..da gibt es andere Lösungen. Git das die Motoren noch nicht mit Wasser laufen.
4. Verschleierung der wahren Problematik
Centurio X 31.08.2012
Da, wie es im obigen Artikel beschrieben wird, die Probleme vor allem für die Bewohner Afrikanischer Staaten am Größten sind, sollte man doch endlich mal das Kind beim Namen nennen. Es heißt: Bevölkerungsexplosion! Wenn sich innerhalb von 25 Jahren die jeweilige Bevölkerung in den schwarzafrikanischen Staaten verdoppelt, werden in absehbarer Zukunft trotz optimaler Wetterbedingungen in den Gebieten der großen Nahrungsmittelexporteure die Leute nicht mehr ausreichend ernährt werden können. Das Verschließen der Augen aus fehlgedeuteter Politischen Korrektnis führt in eine unausweichliche Katastrophe. Die drohende Afrikanische Apokalypse kann nur durch eine rigide Geburtenkontrolle verhindert werden. Die Ein Kind-Politik Chinas ist hier richtungsweisend!
5. uns
muehl500 31.08.2012
Wir merken das nicht so sehr, wenn ob das Kilo Reise statt 0,50 € kostet oder 1 € ist uns herzlich egal. Doch für Menschen in armen Ländern, wo man 1 USD am Tag verdient, ist das Existenz bedrohend.
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