Welthandel China ist neuer Exportweltmeister

Deutschland hat den Titel des Exportweltmeisters an China verloren. 2009 hatte der asiatische Konkurrent einen Vorsprung von umgerechnet 60 Milliarden Euro.

Hafen von Shanghai: Vorsprung von 60 Milliarden Euro
REUTERS

Hafen von Shanghai: Vorsprung von 60 Milliarden Euro


Berlin - Deutschland ist nicht mehr Exportweltmeister. Trotz des Aufwärtstrends am Jahresende hat das Land 2009 den Titel an China verloren. Die Unternehmen der Bundesrepublik verkauften Waren im Wert von 803,2 Milliarden Euro ins Ausland - 18,4 Prozent weniger als 2008. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung 1950, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

"In der Rangliste der weltweit größten Exportnationen wurde Deutschland damit von China an der Spitze abgelöst", hieß es. Chinas Vorsprung betrug umgerechnet rund 60 Milliarden Euro. Deutschland hatte sich seit 2003 mit diesem inoffiziellen Titel schmücken können.

Die Exporteure fassten am Jahresende aber wieder Tritt. Die Ausfuhren stiegen im Dezember um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das war bereits der vierte Anstieg in Folge. Analysten hatten lediglich ein Plus von 0,7 Prozent vorausgesagt.

Erstmals seit Oktober 2008 lag der Absatz wieder über dem Niveau des Vorjahresmonats. Hier gab es ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zu Dezember 2008.

Allerdings stürzten auch die Einfuhren ab und zwar so stark wie seit fast 60 Jahren nicht mehr. Der Rückgang war mit 17,2 Prozent aber etwas geringer als auf der Exportseite. 2009 wurden nach den vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes aus Deutschland Waren im Wert von 667,1 Milliarden Euro eingeführt.

In diesem Jahr erwartet der Branchenverband BGA ein Wachstum von bis zu zehn Prozent, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. "Mit einer raschen Rückkehr auf das Niveau vor der Krise ist aber nicht zu rechnen", sagte Verbandspräsident Anton Börner. Es werde mindestens bis 2012 dauern, bis die schweren Einbrüche wieder aufgeholt seien.

fro/apn/dpa/Reuters



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