Rohstoffe im All Deutsche Industrie will Weltraum ausbeuten

Auf der Erde werden Rohstoffe knapp, nun nimmt die Wirtschaft Ressourcen auf fernen Himmelskörpern in den Blick. Der Industrieverband BDI verlangt ein schnelles Weltraum-Bergbau-Gesetz.

Asteroiden im All
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Asteroiden im All


Auf Asteroiden und Planeten in unserem Sonnensystem lagern Metalle wie Gold, Platin oder Rhodium. Die Vorkommen könnten deutlich höher sein als auf der Erde - und um diese Rohstoffe herrscht Streit. Zahlreiche Länder wie die USA oder Luxemburg haben trotz anderslautender Regeln der Uno bereits Ansprüche angemeldet. Nun will laut einem Bericht auch die deutsche Industrie das All ausbeuten.

"Wenn Deutschland seine Schlüsselposition in der Luft- und Raumfahrt behalten und ausbauen will, muss die Bundesregierung rasch ihren im Koalitionsvertrag angekündigten Plan umsetzen und ein Weltraumgesetz mit einem gesonderten Kapitel für Weltraumbergbau verabschieden", heißt es laut "Welt" in einem Positionspapier des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Damit soll die Bundesregierung gedrängt werden, möglichst schnell ein Gesetz zur Nutzung des Weltraums zu schaffen.

Der BDI fordere, dass die Regierung "innovative Projekte des Weltraumbergbaus stärker fördern" soll und bessere Bedingungen für Investitionen in entsprechende Unternehmen und Vorhaben schafft. Die Tatsache, dass es hierzulande kein Weltraumgesetz gebe, erzeuge Rechtsunsicherheit. "Private Initiativen zur Entwicklung der Raumfahrt und des Weltraumbergbaus werden in Deutschland dadurch gehemmt oder sogar im Keim erstickt."

Die Große Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag ein solches Weltraumgesetz vorgenommen, "um Investitions- und Rechtssicherheit für nichtstaatliche Raumfahrtaktivitäten zu schaffen". Bislang, so bemängelt der BDI, würden Investoren Deutschland aber meiden - trotz technischen Knowhows.

Zwar fließe immer mehr Geld in die private Weltraumforschung, doch Fragen wie etwa die der Haftung von Unfällen bei Starts von Weltraumfähren, Havarien im All oder bei Schäden durch den Einschlag von Trümmern auf der Erde seien hierzulande noch ungeklärt. Der BDI schlägt laut "Welt" zudem staatlich geförderte Kredite für den Weltraumbergbau vor.

Auf seinem sechsten Rohstoffkongress am 3. Juli will der Verband unter anderem über das Thema Rohstoffgewinnung im All beraten.

apr

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insgesamt 77 Beiträge
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dekorte 26.06.2018
1. Es ist soweit
Jetzt verliert der BDI offenbar endgültig den Verstand. Aber wen wundert es? DIe Politik fällt regelmäßig auf die Knie und leckt den Wirtschaftsbossen die Stiefel. Gewerkschaften sind so aufmüpfig wie Kaninchen. Da kann man als BDI schon mal die Bodenhaftung verlieren, abheben und sich gen Himmel gottgleich fühlen. Keine Sorge, die Politik sorgt schon dafür das euer nimmersatte Gier nach Ausbeutung und Gewinnmaximierung befriedigt wird.
fatherted98 26.06.2018
2. viel zu teuer...
....im übrigen schaffen wir es ja nicht mal mehr auf den Mond...wie sollen da irgendwelche Himmelskörper "ausgebeutet" werden? Alles ziemlich an den Haaren herbeigezogen.....
quercus_ilex 26.06.2018
3. Das halte ich für unsinnig,
schließlich gibt es doch in Afrika, der Mongolei und anderen Gebieten der Erde noch so viele schöne Bodenschätze. Wir sind doch hier auf der Erde noch gar nicht fertig...
Msc 26.06.2018
4.
Die PRIVATwirtschaft möchte den Weltraum ausbeuten. Was tut man also? Den Staat um Kredite anbetteln und beeinflussen, damit man ja nicht haften muss, falls etwas schief geht. Das Geschäft ist offenbar also weder profitabel noch sicher. Das hat nichts mit Eigenverantwortung zu tun. Es geht nur darum möglichst viel Geld dem Staat aus den Rippen zu schneiden.
smartphone 26.06.2018
5. Vermüllung
Jau , wir beuten das Weltall aus- und dann soll sich der African-Belt um den Müll kümmern.... Wir schaffen es ja nicht mal die Plastikkrake zu bändigen........ Davon abgesehen lieber BDI - WIr benötigen erst mal Fakten auf der Erde: Nicht die Rohstoffe werden kanpp, sondern was knapp ist , sind die Ressourcen in den HumanResources , die seit xx Jahren höchstqualifizierter Dipl.-Ing behandeln wie . na wie Sondermüll....statt solche EINZUSTELLEN , ADÄUAT zu BEZAHLEN usw. und damit dafür sorgen , dass die FAMILIEN GRÜNDEN ... und nicht in Gründerzentren auch noch VERLACHT werden ( Banken dito ) , wenn sie innovative Ideen ( genau genommen schon fertiges Produkt ) umsetzen wollen. ( wir ree nja nicht von StartUp, die nur ne Idee, aber kein Produkt haben ) .
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